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Domsanierung in Schleswig: Geistliche spenden für Kreuzigungsfenster

Das Kreuzigungsfenster im Dom zu Schleswig.
Das Kreuzigungsfenster im Dom zu Schleswig.© Rademacher/Nordkirche

29. März 2021 von Antje Wendt

Rund 60 Theologinnen und Theologen aus Norddeutschland haben für die Sanierung des Kreuzigungsfenster im Schleswiger Dom gespendet. Sie folgen damit einer alten Stiftertradition.

Der Schleswiger Dom hat seine wertvollen Glasfenster dem Engagement zahlreicher Stifterinnen und Stifter zu verdanken. Unter ihnen fand sich auch die "Geistlichkeit des Herzogthums Schleswig", die gemeinsam das farbenfrohe Kreuzigungsfenster oberhalb des Südportals vor fast 130 Jahren finanzierte. Im Rahmen der Domsanierung haben sich jetzt erneut Theologinnen und Theologen gefunden, um diese alte Tradition aufzunehmen und fortzuführen.

Schwester Maria Magdalena, Kiel, Pastor Mathias Benckert, Oberkirchenrat im Landeskirchenamt Kiel, und Pastor Jörg Jacksich, Fundraising-Beauftragter in der Bischofskanzlei in Schleswig, vor dem restaurierten Kreuzigungsfenster im Schleswiger Dom.
Schwester Maria Magdalena, Kiel, Pastor Mathias Benckert, Oberkirchenrat im Landeskirchenamt Kiel, und Pastor Jörg Jacksich, Fundraising-Beauftragter in der Bischofskanzlei in Schleswig, vor dem restaurierten Kreuzigungsfenster im Schleswiger Dom.© Jürgen Rademacher/ Nordkirche

Mathias Benckert arbeitet als theologischer Referent im Landeskirchenamt in Kiel, doch seine beruflichen Aufgaben führen ihn immer wieder nach Schleswig. Jetzt hat er es sich zur Aufgabe gemacht, unter seinen Kolleginnen und Kollegen für die Übernahme von Patenschaften für das Kreuzigungsfenster im Schleswiger Dom zu werben. "Fast 60 Geistliche haben sich mittlerweile für eine Patenschaft entschieden. Es sind Geistliche, die sich mit Schleswig und dem Dom verbunden fühlen, beispielsweise, weil sie hier gewirkt haben oder hier ordiniert wurden", erzählt Benckert. 

Verbundenheit mit dem Dom

Besonders freue er sich, dass auch katholische Geistliche auf ihn zugekommen seien, um eine Patenschaft zu übernehmen. Eine von ihnen ist Schwester Maria Magdalena vom Gästekloster "Haus Damiano" in Kiel. Sie zeigt sich begeistert von dem frischen Erscheinungsbild des bereits restaurierten Fensters: "Wenn das Licht der Sonne hindurchstrahlt, zeigt sich die Schönheit des Fensters ganz besonders", schwärmt sie.

Bischof Magaard ist Pate für das Domfenster

Auch Bischof Gothart Magaard ist Pate für das Fenster: “Seit Jugendtagen verbinde ich sehr viele Erinnerungen mit dem Dom. Ich war beispielsweise Mitglied in der Jugendkantorei und im Chor. Heute sind es Konzerte, Gottesdienste, die Lichtreise oder der Altar, die den Dom für mich zu etwas Besonderem  machen. Es war daher eine Selbstverständlichkeit, auch Pate für dieses Fenster zu werden“.

Hintergrund

Unter den Schenkungen des 19. Jahrhunderts sticht das Kreuzigungsfenster besonders heraus: "Gestiftet von der Geistlichkeit des Herzogthums Schleswig"“ heißt es in der Inschrift im Glas. Am 20. Januar 1893 hatte der Schleswiger Generalsuperintendent Theodor Kaftan im "Kirchlichen Gesetz und Verordnungsblatt" die Geistlichkeit des Herzogtums Schleswig zu Spenden für ein Fenster aufgerufen.

Mit der Stiftungssumme von 2.002 Mark und 35 Pfennigen wurde das Kreuzigungsfenster damals finanziert. Das Fenster wurde vom Königlichen Institut für Glasmalerei in Berlin-Charlottenburg nach einem Motiv von Albrecht Dürer erstellt.

Mit dem Auferstehungsfenster gleich daneben bildet es ein Fensterpaar und zählt mit seinen vielen Figuren zu den schönsten Darstellungen im Dom. "Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi stehen im Zentrum des christlichen Glaubens. Es ist also kein Zufall, dass diese beiden Motive so prominent und gut einsehbar oberhalb des Südportals platziert sind", erläutert Benckert.

750.000 € kostet die Sanierung aller 33 Fenster. Von den 24.000 € für das Kreuzigungsfenster ist bereits mehr als die Hälfte zusammengekommen.

Beide Fenster sind wie viele andere mittlerweile restauriert und wieder eingebaut, so dass sie ab Öffnung des Doms Ende Mai in neuer Pracht und Klarheit zu besichtigen sind. Mathias Benckert hofft derweil, dass es ihm gelingt, weitere Geistliche als Paten für das Kreuzigungsfenster zu gewinnen und die Finanzierung damit zu sichern. 

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