Präses Hillmann und Bischöfin Fehrs bei Preisverleihung in Christianskirche Hamburg

Eine-Welt-Preis 2020: "Ihre Kreativität stärkt uns alle und macht Mut“

Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode der Nordkirche
Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode der Nordkirche© Marcelo Hernandez, Nordkirche

21. Februar 2020 von Claudia Ebeling und Maren Warnecke

Hamburg. Mit dem Eine-Welt-Preis 2020 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) sind heute (21. Februar) in der Christianskirche in Hamburg-Ottensen drei Initiativen ausgezeichnet worden, die sich mit Projekten für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzen.

Der mit 3.000 Euro dotierte erste Preis ging an den Sri Lanka Verein Hamburg e.V., der Kleinstkredite an Frauen in dem südasiatischen Land vergibt, damit sie Geschäftsideen umsetzen können. Mit dem zweiten Preis und 2.000 Euro wurde „verquer“, dasProjekt des Kultur- und Initiativenhauses Greifswald e.V., ausgezeichnet. Dort wird von einem ehrenamtlichen Team alle zwei Wochen eine 60-minütige Radiosendung zu Themen wie Klimaschutz, Armut oder Saatgut produziert. Der Verein für Entwicklungszusammenarbeit Evamaria e.V. aus Heide im Kirchenkreis Dithmarschen erhielt 1.500 Euro und den dritten Preis für den Aufbau einer Werkstatt zum Recycling von Plastik. Eine zweite Werkstatt soll demnächst in einer Schule in Tansania eingerichtet werden.

Einen Ehrenpreis erhielt außerdem die Hamburg Media School für ihr Weiterbildungsangebot „Digitale Medien für Medienschaffende mit Migrationshintergrund“.

Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode, gedachte in ihrem Grußwort der Opfer von Hanau: „Die schreckliche Gewalttat zeugt von Hass gegenüber allen, die anders sind oder denken. Wir trauern um die Opfer und bitten um Beistand für die Angehörigen, denen großes Leid zugefügt worden ist.“

Hillmann betonte den Auftrag der Kirche, Gottes Liebe zu allen Menschen auf Erden sichtbar zu machen: „Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung, der Polarisierung in der Gesellschaft entschieden entgegenzuwirken.“ Mit dem Eine-Welt-Preis würden Menschen ausgezeichnet, die sich in dieser Hinsicht engagieren. „Wir, die Jurorinnen und Juroren, waren beeindruckt von der Kreativität und der Vielfalt der Ideen, mit der Sie alle zu mehr Gerechtigkeit in unserer Welt beitragen. Das stärkt uns, weiter zu machen, mit dem Wissen nicht alleine zu sein; es macht Mut, weil wir sehen, was schon alles erreicht worden ist; es begeistert und hilft so anderen, sich ebenfalls zu engagieren.“

Bei der Vorstellung des Eine-Welt-Preises sagte Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche: „Angesichts der großen Ungerechtigkeit, die auf unserer Welt herrscht, wollen wir mit diesem Preis auffordern hinzuschauen. Hinschauen, damit wir ins Handeln kommen. Hinschauen, wie erschreckend allgegenwärtig Armut, Krieg, Diskriminierung und Ausgrenzung um uns herum sind. Der menschenverachtende Terror in Hanau hat es gerade erst wieder auf erschütternde Weise gezeigt.“

Fehrs weiter: „Ich bin dankbar, dass es bei uns in Norddeutschland und in der Nordkirche so viele Menschen gibt, die mit der Kraft der Nächstenliebe uns alle in der Verantwortung für diese Eine Welt sehen und die sich konsequent und mutig für Demokratie und mehr Gerechtigkeit einsetzen.“ Die für diesen Preis eingereichten Projekte setzen hier Zeichen und zeigen Auswege: „Jeder von uns auch hier vor Ort kann sich für Integration einsetzen, das Klima schützen oder Bildungsangebote für Menschen in den Ländern des Südens fördern. Und alle, wirklich alle, sind gefordert, jeder Form von Hass und Gewalt nach Kräften entgegenzutreten.“

Insgesamt waren mehr als 50 Bewerbungen eingegangen, darunter kirchliche und nicht-kirchliche Initiativen und Projekte aus ganz Norddeutschland. Sie richten sich zum Beispiel an Geflüchtete und hier lebende Menschen mit Migrationshintergrund, für die Ehrenamtliche Beratung, Qualifizierungsangebote oder Begegnungen anbieten. Weitere Initiativen setzen sich vor Ort und weltweit für eine nachhaltige Lebensweise, Menschenrechte, fairen Handel sowie Klimaschutzprojekte ein.
Unter den Bewerbungen für den Eine-Welt-Preis waren darüber hinaus zum Beispiel Schulklassen, Partnerschaftsgruppen und Künstlerinitiativen, die sich zu Themen globaler Gerechtigkeit austauschen. „Bleiben Sie in Ihrem Engagement für die Eine Welt unermüdlich“, sagte Synodenpräses Hillmann zu den anwesenden Engagierten.       

Hintergrund Eine-Welt-Preis:

Der Eine-Welt-Preis wurde 1996 ins Leben gerufen und seitdem alle zwei Jahre vergeben. Den Preisträgern wird traditionell eine geschnitzte „Goldene Giraffe“ überreicht. Mit dem Preis werden Gruppen und Einzelpersonen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geehrt, die sich „mit Phantasie, Hingabe und Kreativität für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzen und dabei etwas Beispielhaftes und Neues geleistet haben", wie es in der Ausschreibung heißt. Über die Vergabe der Preise hat eine Jury, der Mitglieder der Kirchenleitung, der Landessynode und Fachleute der Entwicklungszusammenarbeit der Nordkirche angehören, entschieden.

 

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