Dreikönigssingen

Einsatz gegen Kinderarbeit: Die Sternsinger sammeln Spenden

Die Sternsinger sind in vielen Orten unterwegs, um den Segen zu bringen. Gleichzeitig bitten sie um eine Spende für Bildungsprojekte. In diesem Jahr ziehen sie am 14. Januar in das EU-Parlament ein.
Die Sternsinger sind in vielen Orten unterwegs, um den Segen zu bringen. Gleichzeitig bitten sie um eine Spende für Bildungsprojekte. In diesem Jahr ziehen sie am 14. Januar in das EU-Parlament ein. © Detlef Heese, epd-Bild

02. Januar 2026

Unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ werden rund um Epiphanias am 6. Januar wieder Kinder Spendengelder für andere Kinder sammeln und den Segen für das neue Jahr überbringen.

Es sind alarmierende Zahlen: Schätzungsweise 138 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren arbeiten laut Unicef und ILO, 54 davon unter besonders gesundheitsschädlichen Bedingungen. Viele von ihnen gehen nur kurz oder gar nicht zur Schule, was es noch schwieriger macht, Armut und Ausbeute zu entkommen.

Bildung ist der Schlüssel aus der Armut

Die Sternsinger und ihre Partnerorganisationen setzen sich dafür ein, dass Kinder Bildungschancen erhalten, um sie aus der Arbeit zu befreien: Sie organisieren Förderkurse, um Kinder wieder einzuschulen und zu verhindern, dass sie die Schule abbrechen. Außerdem helfen sie Jugendlichen, ihren Abschluss in Abendkursen nachzuholen. Sie sensibilisieren Eltern, Gemeinden, Unternehmen und Behörden für Kinderrechte, insbesondere für die Rechte auf Schutz und Bildung.

In diesem Jahr liegt ihr Fokus auf Bangladesch: Dort arbeiten noch rund 1,8 Millionen Kinder, darunter 1,1 Millionen unter ausbeuterischen und gefährlichen Bedingungen.

Jede und jeder kann helfen

Gesammelt werden die Spendengelder lokal, beim Dreikönigssingen. Aber auch Online-Spenden sind möglich.

Um der Aktion mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, ziehen mehrere Sternsinger:innen auch in das Europaparlament ein: Sie kommen aus Deutschland, Ungarn, Rumänien, Italien, Österreich und Belgien. 

Dreikönigstag

Der 6. Januar ist der Dreikönigstag oder Epiphanias. Letzteres bedeutet so viel wie "Erscheinung". Gemeint ist das Aufscheinen Gottes für alle Völker nach der Geburt Jesu.

Ein Symbol dafür sind die Drei Heiligen Königen: Sie machten sich auf den Weg, folgten dem Stern und fanden das Kind in der Krippe. Sie knieten vor ihm nieder und beschenkten es, weil sie von einem plötzlichen Gottvertrauen erfasst waren. 

In Anlehnung an diese Tat gehen die Sternsinger:innen noch heute von Haus zu Haus und bringen den Segen für das neue Jahr. 

Die Vertretung der deutschen Sternsinger übernehmen Annalena (15), Jakob (13), Sam (13) und Emily (13) aus der katholischen Pfarrei St. Knud in Husum (Nordfriesland). 

Sie werden am 14. Januar im EU-Parlament die Lebenssituation arbeitender Kinder aus verschiedenen Ländern vorstellen und ihre Wünsche an die Europapolitik zum Einsatz gegen Kinderarbeit vortragen.

Hintergrund

Die Sternsinger setzen sich seit 1959 für eine gerechtere Welt und die Wahrung der Kinderrechte ein. Seitdem kamen beim Dreikönigssingen mehr als 1,4 Milliarden Euro zusammen, mit denen Projekte für benachteiligte und notleidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert wurden.

Mit den Mitteln aus der deutschlandweiten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder würden Projekte in den Bereichen Bildung, Ernährung, Gesundheit, Kinderschutz, Nothilfe, pastorale Aufgaben und soziale Integration unterstützt. Bundesweite Träger seien das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend.

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