Stark für Kinderrechte

Hamburgs Kinderbischöfinnen besuchen Bischöfin Kirsten Fehrs

Bischöfin Kirsten Fehrs zeigte ihren "Amtsschwestern" ihr Bischofskreuz. Ehrfurchtsvoll wurde es von allen drei Mädchen in die Hand genommen und begutachtet.
Bischöfin Kirsten Fehrs zeigte ihren "Amtsschwestern" ihr Bischofskreuz. Ehrfurchtsvoll wurde es von allen drei Mädchen in die Hand genommen und begutachtet.© Stephan Walocha

13. Februar 2026 von Nina Alpers, Melanie Köhne

Mittwochmittag trafen gleich vier Bischöfinnen in der Bischofskanzlei Hamburg aufeinander: Die Hamburger Kinderbischöfinnen Anastasia Koloda, Paula Lüdtke und Amilia Schmidt trafen ihre "Amtsschwester" Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, zum Kennenlernen und zum Gedankenaustausch.

Anastasia, Paula und Amilia berichteten Bischöfin Fehrs von ihrem wichtigen Anliegen. Für ihre Amtszeit haben sie sich den zweiten Artikel der UN-Kinderrechtskonvention als Schwerpunktthema gewählt.

Ein wichtiges Kinderrecht: Diskriminierungsschutz

Mehr zu den Kinderrechten: www.kinderrechte.de

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Dieser fordert dazu auf, keine Kinder unter anderem wegen ihrer nationalen, ethnischen und sozialen Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihrer Sprache, ihrer Religion oder wegen politischer und sonstiger Anschauungen zu diskriminieren. „Wir Kinder sind nicht alle gleich, aber alle gleich wertvoll“, machten die drei Mädchen im Gespräch deutlich.

Bei Saft und Keksen sprachen die vier Bischöfinnen über Inklusion. Paula Lüdtke (2.v.l.) erzählte, dass sie schon einmal versucht hat zu gebärden. In Gebärdensprache spendet man Applaus, in dem man die Hände neben dem Kopf in der Luft schüttelt.© Stephan Walocha

Halskrause und Bischofskreuz

Beim Rundgang durch die Bischofskanzlei durften Anastasia, Paula und Amilia im Büro von Kirsten Fehrs auch einen Blick auf Ornat und gestärkte Halskrause werfen. Besonders beeindruckt zeigten sich die Mädchen allerdings vom Kreuz der Bischöfin, das aus echtem Gold ist und etwas größer ausfällt als ihre drei Kreuze.

Augenzwinkernd erzählte ihnen Kirsten Fehrs, dass das Kreuz an einer Sicherheitskontrolle schon einmal für Irritationen gesorgt hat: „Einer der Sicherheitsleute fragte mich nach dem Durchleuchten meiner Handtasche, ob ich einen Vierkantschlüssel oder ähnliches dabeihätte. Mir wollte partout nichts einfallen, was dort in meiner Handtasche gemeint sein könnte. Also fing ich an, alles auszuleeren. Erst als ich es aus einer der vielen Reißverschlusstaschen herauszog, wurde mir klar, was auf dem Röntgenbild wie ein Werkzeug ausgesehen hatte: mein Kreuz!“

Die Kinderbischöfinnen der Wichern-Schule besuchten Bischöfin Kirsten Fehrs: Anastasia Koloda, Paula Lüdtke und Amilia Schmidt (v.l.n.r.).© Stephan Walocha

Amtszeit der Kinderbischöfinnen dauert noch zwei Monate

Gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern der 6. Klassen von Stadtteilschule und Gymnasium befassen sich die Kinderbischöfinnen noch zwei weitere Monate mit dem Thema Gleichberechtigung und Inklusion und besuchen verschiedene soziale Einrichtungen - auch innerhalb der Stiftung Das Rauhe Haus.

Außerdem ist ein Besuch bei Ulrike Kloiber, der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, geplant. Alle Erfahrungen nehmen die Kinderbischöfinnen mit zurück in die Schule, bevor ihre Amtszeit im April mit einem großen Ausführungsgottesdienst endet.

Hintergrund

Seit 1994 werden jedes Jahr drei Schülerinnen und Schüler der Wichern-Schule, der größten evangelischen privaten Schule in Norddeutschland, in der Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern in ihr Amt als Hamburger Kinderbischöf:innen eingeführt. Sie setzen sich mit

ihren Klassen für bessere Lebensbedingungen und die Rechte der Kinder in Hamburg ein. Die Tradition lässt sich zurückführen auf einen mittelalterlichen Brauch, der in ganz Europa verbreitet war.

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