Zum Tode von Richard von Weizsäcker

„Er stand für aufgeklärten Protestantismus mit politischer Beherztheit“

Bundespräsidenten unter sich: Richard von Weizsäcker mit Joachim Gauck. Das Bild entstand im November 2012 bei einer Preisverleihung in Berlin
Bundespräsidenten unter sich: Richard von Weizsäcker mit Joachim Gauck. Das Bild entstand im November 2012 bei einer Preisverleihung in Berlin© Andreas Schoelzel / epd-bild

31. Januar 2015 von Timo Teggatz

Berlin. Er war eine moralische Instanz und ein Staatsmann ersten Ranges. Kirchenvertreter und Politiker haben das Leben des verstorbenen Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker gewürdigt. „In seiner Person hat die Kirche ausgestrahlt, wovon sie spricht“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm.

Trauer um Richard von Weizsäcker: Der Altbundespräsident starb am Samstag im Alter von 94 Jahren. Bundespräsident Joachim Gauck und weitere Spitzenpolitiker sowie Kirchenvertreter würdigten den Verstorbenen. Er war Staatsoberhaupt von 1984 bis 1994. Zuvor saß er als Abgeordneter für die CDU im Bundestag und war vor allem durch sein Engagement in der evangelischen Kirche sowie Anfang der 80er Jahre als Regierender Bürgermeister von Berlin bundesweit bekanntgeworden.

Gauck nannte Weizsäcker einen "Zeugen des Jahrhunderts". "Für die meisten Menschen war er eine moralische Instanz", schrieb er in einer Kondolenz an die Witwe Marianne. SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte: "Richard von Weizsäcker hatte die Gabe und den Intellekt, den Menschen Orientierung zu geben und Deutschland in der Welt würdig zu vertreten." Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) schrieb in einem Beitrag für die "Bild am Sonntag", Weizsäcker habe für das Ansehen Deutschlands in der Welt Großes geleistet.

Spontan ein Gebet gesprochen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, stellte Weizsäckers Engagement als protestantischer Christ heraus. "In seiner Person hat die Kirche ausgestrahlt, wovon sie spricht", sagte Bedford-Strohm am Samstag am Rande einer Tagung leitender Geistlicher im sächsischen Meißen. Für ihn persönlich aber auch für die evangelische Kirche sei Weizsäcker eine der eindrucksvollsten Personen der Zeit gewesen, betonte der EKD-Ratsvorsitzende. In einem Facebook-Eintrag schreibt Bedford-Strohm: "Seine eindrucksvollen Impulse für Frieden und Versöhnung als Bundespräsident waren inspirierender Ausdruck seines christlichen Glaubens." Während der Tagung seien die Teilnehmer spontan aufgestanden, und er habe ein Gebet gesprochen.

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder (CDU), sagte, der verstorbene Altbundespräsident habe die parlamentarische Demokratie in Deutschland über Jahrzehnte maßgeblich geprägt und Deutschlands Ansehen in der Welt gemehrt. CDU-Generalsekretär Peter Tauber würdigte den Verstorbenen als "Staatsmann ersten Ranges", die Grünen-Vorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir nannten ihn einen "engagierten Kämpfer für demokratische und freiheitliche Rechte".

Engagiert in der evangelischen Kirche

Gauck schrieb in seiner Kondolenz, Weizsäcker habe das Amt des Bundespräsidenten auf bleibende Weise geprägt. Bereits als Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Mitglied des Bundestages und Regierender Bürgermeister von Berlin habe er Brücken zu den Nachbarn gebaut. "Er stand für eine Bundesrepublik, die sich ihrer Vergangenheit stellt", schrieb Gauck, der wie andere Spitzenpolitiker besonders Weizsäckers Rede zum 40. Jahrestag der deutschen Kapitulation würdigte. Er habe 1985 unmissverständlich klargestellt: "Der 8. Mai 1945 war ein 'Tag der Befreiung' vom 'menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft'."

Steinmeier nannte die Rede einen "Meilenstein in der Geschichte Deutschlands". Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister erinnerte sich im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Richard von Weizsäcker war der erste und bedeutendste Politiker, auf den ich stolz war."

Richard von Weizsäcker wurde am 15. April 1920 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur studierte er in Oxford und Grenoble und leistete von 1938 bis 1945 Militärdienst. 1954 trat der promovierte Jurist in die CDU ein. Sein politisches Engagement führte ihn nach Tätigkeiten in der Wirtschaft 1969 in den Bundestag, bis er 1981 zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt wurde.

1962 trat Weizsäcker dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags bei, dessen Präsident er von 1964 bis 1970 sowie 1979 bis 1981 war. Dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gehörte er von 1969 bis 1985 an. Kirchentagsgeneralsekretärin Ellen Ueberschär erklärte in einer ersten Reaktion auf den Tod: "Richard von Weizsäcker hat den Kirchentag zusammengehalten in wichtigen Zeiten und stand exemplarisch für die Verbindung eines aufgeklärten Protestantismus mit politischer Beherztheit."

1984 wählte in die Bundesversammlung zum sechsten Bundespräsidenten, nachdem er 1974 noch gegen Walter Scheel unterlegen war. 1989 wurde Weizsäcker wiedergewählt. Seit 1953 war er mit seiner Frau Marianne verheiratet. Aus der Ehe stammen vier Kinder.

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