Landessynode der Nordkirche

Gebet für den Frieden

Friedenstaube als Symbolbild
Friedenstaube als Symbolbild© lefleur, AdobeStock

24. Februar 2022

Das Präsidium der Landessynode der Nordkirche hat angesichts des Krieges in der Ukraine die Tagung am 24. Februar für eine außerordentliche Aussprache unterbrochen. Das hier veröffentlichte Friedensgebet ist daraus entstanden.

Mit großer Sorge und tiefer Unruhe schauen wir auf die Meldungen, die uns aus der Ukraine erreichen. Nach den Propaganda-Schlachten der letzten Wochen ist nun deutlich: Jetzt sprechen Waffen. Menschen sterben. Es droht weiteres, vielleicht viel schlimmeres Leid.

Die Welt nimmt schlimmen Lauf. 
Recht wird durch Macht entschieden, wer lügt, liegt oben auf.
Das Unrecht geht im Schwange. 
Ach Herr, wie lange?

Evangelisches Gesangbuch, Lied 430

Wir beten um Frieden für die Ukraine. Wir beten für die Menschen, die der Krieg bedroht. Wir sind nahe allen, die mit uns für Frieden beten, in der Ukraine und in Russland, in Europa und der ganzen Welt.

Der Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Russlands, Dietrich Brauer, schrieb am 22. Februar unter den Eindrücken der jüngsten militärischen Entwicklung aus Moskau an die EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber: Wir beten für Frieden und bemühen uns um gute Beziehungen zu unseren Brüdern und Schwestern in der Ukraine. „Und wir hoffen sehr, dass ein Weg aus dieser politischen Sachgasse gefunden wird. Denn mit Waffen ist nichts zu erreichen: Weder nachhaltiger Frieden noch echte Gerechtigkeit für alle. Und Christen ist geboten, keine Krieger, sondern Friedensstifter zu sein.”

Gib Frieden, Herr, wir bitten, 
die Erde wartet sehr. 
Es wird so viel gelitten, 
die Furcht wächst mehr und mehr.

Die Horizonte grollen,
der Glaube spinnt sich ein.

Evangelisches Gesangbuch, Lied 430

Nein, der Glaube darf sich nicht einspinnen. Wir schauen wach und bewusst in die Ukraine. Die Aggressivität der russischen Regierung verschlägt uns den Atem. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den bedrohten Menschen.

Wir sind verbunden mit den Friedensfreundinnen und Friedensfreunden weltweit. Das Friedensgebet soll ohne Unterlass sein in diesen Tagen. Dazu rufen wir alle Gemeinden, Einrichtungen, Dienste und Werke im Bereich der Nordkirche auf. Das treibt uns heute auch als Synodale an.

Gib Mut zum Händereichen, 
und mach aus uns ein Zeichen 
dafür, dass Friede siegt.

Evangelisches Gesangbuch, Lied 430

Fürbitte für Frieden in der Ukraine

Gott, wir bringen unser Erschrecken über den Krieg in der Ukraine vor dich. Wir beten für die Menschen in der Ukraine. Lass endlich die Waffen schweigen und schenke Frieden, gerechten Frieden.

Sei bei allen, die verletzt sind an Leib und Seele. Sei bei allen, die Angst um ihre Angehörigen haben, und bei allen, die um getötete Angehörige trauern.

Bewahre alle, die auf der Flucht sind. Wir danken für die große Gastfreundschaft in den Nachbarländern, in Polen, der Slowakei Ungarn, Rumänien und der Republik Moldau. Lass uns in Europa gemeinsam für die Menschenwürde einstehen und diese Kultur der Gastfreundschaft leben. Und schenke Frieden, so dass die Menschen bald wieder in ihre Heimat zurückkehren können.

Gott wir bitten auch für die Menschen in Russland. Schenke ihnen Mut, aufzuschreien gegen Unrecht und Gewalt. Behüte alle, die deswegen im Gefängnis sitzen. Bewahre uns vor pauschalen Feindbildern. Lass uns gemeinsam dazu beitragen, dass Frieden wächst.

Information der Redaktion | 7. März 2022

Nach dem Einmarsch von russischen Truppen in die Ukraine ist unser Gebet für den Frieden wichtiger denn je. Wir sind entsetzt über den Einmarsch der russischen Truppen in der Ukraine, über alle Gewalt und allen Hass. Zugleich hören wir von unseren Partnern in Russland, in den lutherischen Propsteien von Kaliningrad und St. Petersburg und der Russisch-Orthodoxen Metropolie St. Petersburg, wie dieser Krieg die Menschen und die Gemeinden zerreißt. Von Patriarch Kyrill ist leider bis heute keine klare Ablehnung des Krieges erfolgt, er hat sogar am letzten Sonntag in seiner Predigt die Gegner Russlands als „Kräfte des Bösen“ benannt. So können wir die Fürbitte, die wir am 13. Februar mit Worten von Patriarch Kyrill verschickt haben, nicht länger zum Gebrauch empfehlen, auch wenn wir aus Russland hören, wie stark der Druck auf Patriarch Kyrill von allen Seiten offenbar ist.

Andere Russisch-Orthodoxe Geistliche wenden sich entschieden gegen den Krieg. Und Erzbischof Dietrich Brauer, Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland, betonte Ende letzter Woche in einer Videokonferenz: „Heute habe ich keine Worte und keine Rechtfertigung für das, was mein Land tut.“ Er sprach von Scham und Schande – und ist sich zugleich sehr bewusst, dass solche klaren Worte in Russland nicht willkommen sind und Konsequenzen haben können. Er betonte in einem Brief vom 22. Februar 2022 an Bischöfin Petra Bosse-Huber: „Denn mit Waffen ist nichts zu erreichen: weder nachhaltiger Frieden noch echte Gerechtigkeit für alle. Und Christen ist geboten, keine Krieger, sondern Friedensstifter zu sein.“

Das Gebet von Patriarch Kyrill, ursprünglich Teil dieser Nachricht, haben wir nachträglich entfernt.

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