Gedenken an den 7. Oktober

Gedenken an die Opfer des 7. Oktober: Getötete, Verletzte, Überlebende

Am 7. Oktober jährt sich wieder der Überfall der Terror-Organisation Hamas auf Israel. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Menschen, die im Zuge dieses Angriffs Opfer von Tod, Leid und Zerstörung wurden.
Am 7. Oktober jährt sich wieder der Überfall der Terror-Organisation Hamas auf Israel. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Menschen, die im Zuge dieses Angriffs Opfer von Tod, Leid und Zerstörung wurden.© Ogonekipit, iStockphoto

07. Oktober 2026

Vor drei Jahren hat die Terror-Organisation Hamas Israel überfallen. Tausende Menschen wurden getötet, verletzt oder traumatisiert zurückgelassen. Hunderte Menschen waren über Monate als Geiseln in der Gewalt der Terroristen. Zugleich sorgte das harte und auch unmenschliche Vorgehen der israelischen Armee gegen die Hamas und ihre Unterstützer im Gaza-Streifen weltweit für Empörung. Auch in Deutschland wich die Solidarität mit Israel antisemitischen Feindbildern und Narrativen.

Bischöfin Kirsten Fehrs: "Uns empört die Welle antisemitischen Hasses"

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche sowie Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, erinnert an die 1200 Menschen, die an diesem Tag "unbeschreiblicher Gewalt ausgesetzt und ermordet wurden" sowie an die Überlebenden und an die Angehörigen, die "bis heute mit Trauer und den Folgen des Erlittenen leben".

Auch für die überlebenden Geiseln und die Angehörigen der Getöteten sei das Trauma noch lange nicht vorüber. 

Zugleich wies die Bischöfin auf das unermessliche Leid der palästinensischen Bevölkerung in Gaza hin: "Der grausame Krieg hat unzähligen Menschen das Leben, ihre Angehörigen, ihre Heimat und ihre Zukunft gekostet."

"Für jüdische Menschen in Israel und weltweit ist der 7. Oktober ein Tag tiefen Schmerzes und anhaltender Verunsicherung", betont auch Pastor Tobias Pfeifer in seinem Gedenken. Er ist Beauftragter für den Christlich-Jüdischen Dialog der Nordkirche und Referent im Ökumenewerk.

Am Ort des Überfalls der Terror-Organisation Hamas: Das Gelände des Nova-Festivals im Süden kurz vor der Grenze zum Gaza-Streifen. Hier ist heute eine berührende Gedenkstätte für die Toten entstanden.
Am Ort des Überfalls der Terror-Organisation Hamas: Das Gelände des Nova-Festivals im Süden kurz vor der Grenze zum Gaza-Streifen. Hier ist heute eine berührende Gedenkstätte für die Toten entstanden.© Tobias Pfeifer, Ökumenewerk

"Leid der einen nicht gegen das Leid der anderen aufrechnen"

Pastor Pfeifer verwies weiter darauf, dass dieses Gedenken uns dazu verpflichte, Antisemitismus in jeder Form entschieden entgegenzutreten. "Es widerspricht ebenso jeder Sprache und Haltung, die Menschen entwürdigt, sie zu Feindbildern macht oder ihr Leid gegeneinander aufrechnet."

Auch Bischöfin Fehrs betonte, dass die Welle des antisemitischen Hasses, die durch Deutschland, Europa und die Welt zieht gegen Juden und Jüdinnen empörend sei. "Die Trauer um die Opfer des 7. Oktober wird nicht kleiner, wenn wir auch um die Opfer des Krieges in Gaza trauern, eines Krieges, der ohne den Terrorangriff der Hamas nicht über den Gazastreifen hereingebrochen wäre."

Gebet zum 7. Oktober 2026 von Pastor Tobias Pfeifer, Beauftragter für den Christlich-Jüdischen Dialog

Gott des Lebens,

wir bringen dir die Menschen,
die am 7. Oktober Opfer des Terrors wurden:
die Getöteten, die Verletzten, die Überlebenden
und alle, die um Menschen trauern, die ihnen fehlen.

Wir bringen dir auch die Angst und die Erschütterung,
die dieser Tag bei jüdischen Menschen in Israel und weltweit hinterlassen hat.
Sei nahe denen, deren Leben seitdem nicht mehr dasselbe ist.
Tröste die Trauernden und stärke alle,
die mit Erinnerungen leben müssen, die sich nicht abschütteln lassen.

Bewahre uns davor, Menschen gegeneinander auszuspielen
oder ihr Leid gegeneinander aufzurechnen.
Gib uns den Mut, Antisemitismus klar zu widersprechen
und jeder Sprache entgegenzutreten,
die Menschen entwürdigt und zu Feindbildern macht.

Erinnere uns daran:
Jeder Mensch ist dein Geschöpf,
unverfügbar in seiner Würde und kostbar in deinen Augen.
Lass uns diese Menschlichkeit nicht verlieren –
nicht angesichts von Angst und Wut,
nicht angesichts von Gewalt und Hass.

Schenke allen, die von Krieg, Verlust und Unsicherheit betroffen sind,
Schutz und Beistand.
Stärke Menschen, die trauern, die versorgen,
die zuhören, vermitteln und Brücken offenhalten.

Gib den Verantwortlichen den Mut,
Gewalt zu begrenzen, Leben zu schützen
und Wege zu einem gerechten Frieden zu suchen.

Amen.

Pastor Tobias Pfeifer ist Beauftragter für den Christlich-Jüdischen Dialog der Nordkirche und Referent im Ökumenewerk. Zugleich ist er Referent für die Beziehungen zur "Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land".

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