Weihnachtspredigt von Bischof Gerhard Ulrich:

„Gott ist ein Entwaffner, nicht ein Bewaffner!“

Bischof Gerhard Ulrich
Bischof Gerhard Ulrich© Nordkirche

24. Dezember 2012 von Mathias Benckert

Schleswig - Bischof Gerhard Ulrich hat heute Abend (24. Dezember) in seiner Predigt in der Christmette im Schleswiger Dom dazu aufgerufen, lebensfeindlichen Mächten zu widersprechen und den Weg des Lebens zu gehen.

Er sagte: „Gott, der da in dem kleinen Kind auf die Welt kommt, Mensch wird, ist ein Gott des Lebens. Ein Entwaffner, nicht ein Bewaffner. Ein Licht, das Leben ausleuchtet, damit es sich entfalten kann – in Frieden und Schutz und Liebe“.


Ulrich kritisierte die rasante Entwicklung deutscher Waffenexporte: „Mit den aktuellen Waffenexporten geht Deutschland politisch ein unkalkulierbares Risiko ein, da nicht sicher ist, was einige ‚strategischen Partner’ von heute, morgen mit diesen Waffen machen werden.“ Mit dem vollzogenen Verkauf von Schusswaffen und Kriegsgerät aller Art ende auch die Kontrolle über diese Waffen. „Will eine Gesellschaft wirklich so ein hohes Risiko eingehen – im Namen der Freiheit oder aber der klingelnden Kassen?“, so Ulrich.


Dem stehe das Wunder der Heiligen Nacht gegenüber. „Gott kommt herunter und verlässt seine heilige Wohnung. Seine Friedens- und Freudenbotschaft fängt dort an, wo nach wie vor Hass und Unfriede herrscht sowie Angst und Misstrauen zu Hause ist. Wir können dem Beispiel der Hirten folgen. Denn als ihnen der Friede Gottes verkündet wurde, blieben sie nicht stehen, sondern gingen in die Welt hinaus, weiterzusagen, dass Friede werde. Sie zeigten: es geht auch anders, wir können auch anders!“, so Bischof Ulrich.


Weiter sagte er: „Das Dunkle um uns ist nicht endgültig; die Trauer hat nicht das letzte Wort. Alles darf immer neu anfangen! Bis heute zu uns dringt dieses Wort, dieses Licht, das unsere Gesichter hell und unsere Seelen froh machen will, stärken die müden Hände! Denn: Gott lässt die Seinen nicht allein. Er kommt zu uns – Fürchtet euch nicht.“

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