Veranstaltungsreihe

„Klingt ja wie bei uns“ – wenn Christen den Koran lesen

Erstaunt waren die Christen, nachdem sie den Koran gelesen hatten
Erstaunt waren die Christen, nachdem sie den Koran gelesen hatten© sa1ph / Fotolia

18. Mai 2015 von Timo Teggatz

Hamburg. Was steht im Koran? Dieser Frage geht die Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde mit einer Veranstaltungsreihe nach, mit großem Lern-Effekt bei den Besuchern.

An diesem Abend hat Pastor Kay Kraack eingeladen, den Koran kennenzulernen. Rund 40 Männer und Frauen sind dazu in das Gemeindehaus in der Stiftstraße gekommen. „Christen lesen den Koran“ heißt die Veranstaltung ganz bewusst. „Die Veranstaltung ist ein Bildungsimpuls – wir müssen uns mit dem Koran beschäftigen“, sagt Kraack. Viele Muslime wüssten recht gut Bescheid über die christliche Tradition. Umgekehrt sei das nicht so oft der Fall.

„IS, Boko Haram – wir hören doch täglich vom Islam furchtbare Dinge. Aber wenn ich hier in der Stadt, im Quartier, Muslime frage, sagen sie: ‚Islam heißt Frieden!‘ Wie passt das zusammen?“, überlegt der Pastor. Die Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde arbeitet viel mit der Al-Nour-Moschee zusammen. Nur 450 Meter liegen zwischen Gemeindehaus und Moschee.

Die Reihe „Christen lesen den Koran“ vermittelt an drei Abenden Grundwissen über die Heilige Schrift des Islam. Bei der ersten Veranstaltung ging es um eine Einführung in die Glaubenslehren. Das Thema der zweiten Veranstaltung lautete „Der Koran als prophetisches Buch“. Schließlich stehen am Donnerstag, 21.Mai, die Besonderheiten von Koran und Neuem Testament im Vordergrund. Interessierte können die Veranstaltungen natürlich auch einzeln besuchen.

 

Arabische Verse als Reime

Konzentriert lauschen die Teilnehmer dem anschaulichen Vortrag von Werner Kahl. Der Koran-Experte erklärt Grundbegriffe: Was heißen eigentlich Islam, Allah oder Koran? „Das Vorzutragende“ bedeutet „Koran“ übersetzt. Die Zuhörer sind überrascht, dass die arabischen Verse des Heiligen Buches der Muslime im 7. Jahrhundert als Reime niedergeschrieben worden sind – und auf diese Weise wunderschön klingen. Sie richtig vorzutragen, ist beinahe eine Kunst. Es gibt sogar Koran-Vortrags-Wettbewerbe, etwa vor wenigen Wochen in der Hamburger Alster-Moschee.

Die 93. und die 1. Sure werden an diesem Abend in St. Georg gelesen. Und eine Dame ruft erstaunt: „Da gibt es ja keine großen Unterschiede zur Bibel. Das klingt ja wie bei uns!“ Zu den Besuchern der Veranstaltung gehört auch Reinold Soltau. Er hat bisher noch keinen Koran in seinem Bücherregal stehen. „Gerade vorhin habe ich mir im Internet eine interessante Ausgabe angesehen“, erzählt er. Bald will er sich ihn besorgen. Sollen Christen mit Koran und Bibel auf gleiche Weise umgehen? „Man muss mit dem gleichen Respekt diesem Buch begegnen, mit demselben Interesse“, sagt Kraack.

Was kann der Christ im Koran unterschreiben?

Mit Werner Kahl ist der Koran-Kenner dieser Veranstaltungsreihe zugleich ein Christ, ein Pastor und Professor, der Neues Testament in Frankfurt lehrt und Studienleiter der Missionsakademie der Hamburger Universität ist. Besonders an der Missionsakademie arbeitet er im interreligiösen Kontext. Er beherrscht die arabische Sprache – seine eigene Koranübersetzung wird noch in diesem Jahr erscheinen. Durch viele Reisen lernte er besonders den afrikanischen Islam kennen. Das prägte sein Denken über die monotheistischen Religionen. „Weithin in Westafrika gilt, dass es nur einen Gott gibt. Die einen nennen ihn Allah, die anderen Gott“, berichtet er. Diskussionen unter Gelehrten, ob Christen und Muslime an einen Gott glauben, sind hier obsolet.

Kahls Interesse wurde unter anderem durch einen Koran geweckt, den  ein muslimischer Kollege ihm schenkte. „Den habe ich dann durchgearbeitet mit der Fragestellung: Was kann ich eigentlich als Christ unterschreiben – und womit hätte ich da Probleme?“ Am Ende gab es auffallend wenig, was den Neutestamentler störte.

Info

WAS: Die letzte Veranstaltung der Reihe "Christen lesen den Koran". Es geht um die Besonderheiten von Koran und Neuem Testament.

WANN: am Donnerstag, 21. Mai, um 19 Uhr

WO: im Gemeindehaus der Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde (Stiftstraße 15, neuer Saal)

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