Kritik von Patientenschützern

Krankenkassen verschicken 70 Millionen Organspende-Ausweise

Ein Papier, das Leben rettet: Zu wenig Deutsche haben einen Organspendeausweis
Ein Papier, das Leben rettet: Zu wenig Deutsche haben einen Organspendeausweis© Alexander Raths / Fotolia

10. August 2015 von Timo Teggatz

Seit 2012 müssen Krankenkassen ihren Mitgliedern einmal im einen Spenderausweis nebst Info-Material zuschicken. Das soll Bürger animieren, sich mit dem Thema zu befassen. Doch Patientenschützer überzeugt das Verfahren nicht.

Zum zweiten Mal seit der Reform des Transplantationsgesetzes 2012 bekommen in Deutschland derzeit knapp 70 Millionen Krankenversicherte einen Organspendeausweis zugeschickt. Seit Verabschiedung des Gesetzes sind Krankenkassen und private Versicherungen verpflichtet, ihren über 16-jährigen Mitgliedern alle zwei Jahre das Dokument und weitere Informationen zuzusenden. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte die teure Aktion. Man müsse mehr auf Information als auf Werbung setzen.

Seit der Reform gilt bei Organspenden in Deutschland die sogenannte Entscheidungslösung, wonach sich jeder Versicherte aktiv mit der Frage beschäftigen soll, ob er spenden würde oder nicht. Vor der Reform galt die Zustimmungslösung: Organe durften nur dann entnommen werden, wenn der Spender zu Lebzeiten eingewilligt hatte oder seine Angehörigen nach dessen Tod einer Transplantation zustimmten.

"Keine Erfolgsgeschichte"

Allein die TK wird eigenen Angaben zufolge zwischen dem 11. August und dem 27. Oktober mehr als acht Millionen Briefe an Versicherte verschicken. Die Stiftung Patientenschutz ging auf Distanz zu der Aktion. Wenn man bedenke, dass die Wurfsendung "rund 80 Millionen Euro kostet und damit knapp 80.000 Euro pro Organspender, dann kann man nicht von einer Erfolgsgeschichte reden", sagte Vorstand Eugen Brysch. Der Gesetzgeber erkaufe sich die bloße Hoffnung, dass sich die Menschen mit der Organspende auseinandersetzten.

Die Information über Organspenden müsse verbessert werden, fügte Brysch hinzu. Das Thema gehöre auf den Lehrplan von Schulen und Universitäten, in die Seniorengruppen, Betriebe, Kirchengemeinden und andere öffentliche Einrichtungen. "Hier sollten auch kritische Stimmen zu Wort kommen, die bisher bei der Kampagne eher verschwiegen werden. Beispielsweise der Widerspruch zwischen Organspende und Patientenverfügung."

In Deutschland warten etwa 11.000 Menschen auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Laut Statistik ist die Zahl der Organspenden in diesem Jahr erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen: Von Januar bis Mai wurden 375 hirntoten Spendern Organe entnommen – fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Ein einziger Spender rettet gleich mehrere Leben

Der Skandal um Manipulationen bei Organverpflanzungen an mehreren deutschen Universitätskliniken hatte die Zahl der Spender deutlich einbrechen lassen. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit insgesamt 2.989 Organe nach dem Tod gespendet – vier Jahre zuvor waren es noch 3.917. Die Zahl der Organspender lag 2014 bei 864 gegenüber 1.200 im Jahr 2011. Bundesweit starben im vergangenen Jahr 892 Menschen, die auf der Warteliste standen.

Ein Organspender kann mehreren schwer kranken Menschen das Leben retten, weil Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm sowie Gewebe gespendet werden können. Ein eingepflanztes Organ kann über Jahrzehnte hinweg funktionstüchtig bleiben. Im Schnitt sind beispielsweise 70 Prozent der Nieren fünf Jahre nach der Transplantation weiterhin intakt.

Laut einer Umfrage haben rund 35 Prozent der Deutschen inzwischen einen Organspendeausweis. 71 Prozent sind grundsätzlich damit einverstanden, dass ihnen nach ihrem Tod Organe entnommen werden – vor zwei Jahren waren es noch 68 Prozent. Wenn ein hirntoter Mensch nicht zu Lebzeiten schriftlich niedergelegt hat, ob er zu einer Organspende bereit ist oder nicht, entscheiden die Angehörigen. Seit 1963 wurden in Deutschland insgesamt 120.000 Organe transplantiert.

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