Trauer

Mecklenburg-Vorpommerns Landesrabbiner William Wolff gestorben

Landesrabbiner William Wolff ist am 8. Juli 2020 verstorben.
Landesrabbiner William Wolff ist am 8. Juli 2020 verstorben.© Manuela Koska

08. Juli 2020

William Wolff, der langjährige Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern, ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 93 Jahren in London. Vor allem seine Offenheit, Menschenfreundlichkeit und versöhnende Art wurde in Nachrufen hervorgehoben.

Der langjährige Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern, William Wolff, ist am Mittwoch im Alter von 93 Jahren in London gestorben. Mit seiner Offenheit und Erfahrung habe Wolff erheblich zur Verständigung zwischen Juden und Nicht-Juden beigetragen, sagte Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Mit seiner Rückkehr nach Deutschland habe er einen großen Beitrag zur Entwicklung des jüdischen Lebens in Mecklenburg-Vorpommern geleistet. Er sei ein Religionslehrer mit großem Wissen und feinem Humor gewesen. Er war von 2002 bis 2015 jüdischer Landesrabbiner im Nordosten.

Wolff habe mit großer Leidenschaft die jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern aufgebaut und geführt, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Als "engagierter, kluger und fröhlicher Landesrabbiner" habe er einen entscheidenden Beitrag für die Akzeptanz der jüdischen Gemeinden in Schwerin und Rostock geleistet. Wolff ist Ehrenbürger von Rostock und der Landeshauptstadt Schwerin.

Werdegang 

Als Wilhelm Wolff wurde er am 13. Februar 1927 in Berlin geboren. Im Herbst 1933 emigrierte seine Familie nach Amsterdam und von dort 1939 nach London. Wolff war von 1944 an in Großbritannien als Journalist tätig. Er war unter anderem Ressortleiter beim "Daily Mirror" und in den 1970er Jahren häufiger Gast im "Internationalen Frühschoppen" der ARD.

1979 begann Wolff am Leo Baeck College seine Ausbildung zum Rabbiner. 1984 wurde er ordiniert und leitete unter anderem die Gemeinden der West London Synagoge, in Newcastle upon Tyne, in Milton Keynes, in Reading und Brighton sowie in Wimbledon.

Im April 2002 wurde er zum Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern berufen, wo er die jüdischen Gemeinden in Schwerin und Rostock betreute. Am 25. Oktober 2006 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Greifswald, ein Jahr später das Bundesverdienstkreuz. Seine Aufgabe als Landesrabbiner endete Ende März 2015, er war aber weiterhin ehrenamtlich tätig. 

Bischof Jeremias würdigt seine Menschenfreundlichkeit 

Der evangelische Bischof Tilman Jeremias (Greifswald) sagte, Rabbi Wolff gehöre für ihn zu den Menschen, die er am meisten bewundere und geachtet habe. "Mit seiner Güte, seiner Verschmitztheit und seinem tiefgründigen Humor hat er viele Menschen berührt und erreicht." Mit Wolff habe das Judentum in MV ein Gesicht bekommen, das Lebensfreude, eine große Offenheit und Menschenfreundlichkeit ausstrahlt. "Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust für den christlich-jüdischen und interreligiösen Dialog in unserem Land." Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt sprach aus dem Urlaub heraus den Angehörigen ihr Mitgefühl aus.

"Ein Mann des Friedens und der Versöhnung"

"Ein so beherzter Seelsorger, Lehrer und Botschafter wie er war für unser Land ein Segen", sagte MV-Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU), die auch für Religionsfragen zuständig ist. Sein Optimismus sei ansteckend und seine Geschichte bewegend gewesen. "Durch ihn hat sich jüdisches Leben in unserem Land wieder etabliert." Wolff sei ein Mann des Friedens und der Versöhnung gewesen. Als Zeitzeuge habe er sich an Schulen und Universitäten den Diskussionen zum Antisemitismus gestellt.

 

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