Noch drei Wochen Fastenzeit, dann ist Ostern: Umweltpastor über Geben und Nehmen
17. März 2026
Die Fastenzeit vor Ostern ist bald vorüber. Sieben Wochen lang haben viele Menschen auf etwas verzichtet. Oder sie haben einmal überprüft, was und wie viel sie kaufen und essen. Und viele haben auch einmal versucht, weniger hart, weniger ehrgeizig oder weniger unzufrieden zu sein. Unser Umweltpastor Christoph Fasse hat sich Gedanken darüber gemacht, was eigentlich genug und gerecht ist.
Jedes Lebewesen soll genug zum Leben haben, jede Pflanze ist Teil von Gottes Schöpfung und was wir alle an Gütern auf unserer Erde verbrauchen, muss gerecht verteilt werden. Diese Vision begegnet uns an vielen Stellen in der Bibel. Jesus hat Gleichnisse erzählt, in denen dies Wirklichkeit wird. Sein Leben und Handeln war auf diese Vision ausgerichtet.
Doch die Wirklichkeit heute ist ganz anders: Güter und Ressourcen sind nicht gerecht verteilt, Pflanzen und Tiere sterben aus, wir Menschen verbrauchen viel mehr, als unsere Erde hergibt. Die siebenwöchige Fastenzeit vor Ostern lässt uns deswegen innehalten und vielleicht verändern wir auch einmal unsere Gewohnheiten: Weniger Fleisch, weniger Autofahren, weniger einkaufen und mehr Achtsamkeit für unsere Mitwelt, mehr Rücksicht und mehr Geben als Nehmen.

Jesus Vision für uns: Alle haben genug
Den vollständigen Impuls und auch alle weiteren Impulse zu den Themen des Klimafastens auf dieser Website...
"Was brauchen wir Menschen eigentlich, um gut leben zu können?", fragt sich Christoph Fasse, Umweltpastor der Nordkirche. Er hat einen Impuls für die ökumenische Aktion "Klimafasten" beigesteuert und über Gerechtigkeit und die gerechte Verteilung von Gütern, Ressourcen und Lasten nachgedacht.
"Jesus Vision für uns alle ist es, die Lasten und die Möglichkeiten so zu teilen, dass am Ende Leben gesichert ist", erläutert er. So versteht er auch Klimagerechtigkeit. Jesus frage nicht, wer eher Ressourcen genutzt habe, wer schneller oder vielleicht stärker sei, sondern ob es für alle reiche.

Hoffnung haben und Verantwortung übernehmen
Auch für den Umweltpastor gibt es Tage, an denen sich diese Vision hoffnungslos anfühlt: "Nachrichten von Kipppunkten, überhitzten Sommern, verheerenden Fluten. Da kann man den Eindruck bekommen: zu spät, zu groß, zu kompliziert." Hoffnung schöpfe er dann aus der Zusage, dass wir Menschen nicht alleine sind. "Die Erde gehört nicht uns, sondern Gott. Wir müssen sie nicht aus eigener Kraft retten, aber Verantwortung übernehmen."
Die Verantwortung für die Schöpfung sei daher eine "Einladung, die Liebe und Güte Gottes weiterzugeben". So sei auch Klimafasten ein Übungsweg, auf dem wir sieben Wochen lang einmal wahrnehmen könnten, "was genügt, was wir teilen können und worauf wir hoffen können."

Heute mit Veränderungen anfangen
Pastor Fasse betont, dass Jesus uns dazu ermutigt, "im Heute zu leben" und auch Veränderungen für mehr Gerechtigkeit nicht aufzuschieben. Er sagt: "Heute ist eine faire Entscheidung möglich. Heute ist ein versöhnliches Wort möglich. Heute ist ein Schritt in Richtung Gerechtigkeit möglich. Wir müssen nicht warten, bis die Welt perfekt sortiert ist."
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Gerade mit Blick auf Karfreitag und Ostern ist dies für ihn wichtig: "Am Kreuz begegnet uns die äußerste Ungerechtigkeit der Welt – der Gerechte leidet. Doch in der Auferstehung zeigt Gott seine Gerechtigkeit: Er gibt Leben, wo keines mehr zu erwarten war."
Diese göttliche Großzügigkeit ist die tiefste Quelle unserer Hoffnung. Sie macht frei von der Angst, zu kurz zu kommen – und frei zur Freude, dass wir selbst und andere „genug“ bekommen. Pastor Christoph Fasse
