Kirchenjahr

Fastenzeit: Sieben Wochen anders leben, sieben Wochen anders handeln

Im Frühling erwacht die Natur und neues Leben beginnt. Auch die Fastenzeit liegt im Frühling, wenn der Winter endet und die Freude auf das Osterfest bevorsteht. Denn an Ostern feiern wir das Leben, das über den Tod gesiegt hat.
Im Frühling erwacht die Natur und neues Leben beginnt. Auch die Fastenzeit liegt im Frühling, wenn der Winter endet und die Freude auf das Osterfest bevorsteht. Denn an Ostern feiern wir das Leben, das über den Tod gesiegt hat.© Pixabay

13. Februar 2026

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit: Sieben Wochen vor Ostern. Doch nicht Verzicht oder Verbote sollen diese Wochen bestimmen, sondern viel mehr Veränderungen: Einfach mal etwas anders betrachten, andere Gewohnheiten zulassen oder etwas anderes ausprobieren. Das ist auch der biblische Sinn der Fastenzeit.

Süßigkeiten vor dem Fernseher, Anrufe aufschieben oder schnell den Kilometer mit dem Auto fahren: Ungute Gewohnheiten ziehen sich durch unser Leben. Und angesichts schlechter Nachrichten und ständiger Krisen in der Welt brauchen wir auch einfach mal Bequemlichkeit oder wir wollen die Sorgen und Nöte anderer ausblenden.

Reinigung, Gewohnheiten verändern, sich für Neues öffnen: Das ist in der Fastenzeit einmal bewußt möglich. Initiativen unserer Kirche haben dafür Ideen entwickelt und begleiten uns damit durch diese sieben Wochen.

Zum Beispiel: Klimafasten

Zur Website klimafasten: Hier gibt es Broschüren, Links zu Facebook-Gruppen, Wochenaktionen, Mailings

"Soviel Du brauchst" lautet seit vielen Jahren das Motto dieser ökumenischen Aktion. In diesem Jahr geht es besonders um die Frage: "Wie viel ist genug?“ Sieben Fastenwochen lang sind wir eingeladen, neu hinzuschauen: Was haben wir im Überfluss? Wofür sind wir beschenkt? Wie können wir die Gemeinschaften bereichern, in denen wir leben?

Klimafasten 2026: Titelbild der Aktion "Soviel Du brauchst". Eine Waage aus Steinen.
Klimafasten 2026: Titelbild der Aktion "Soviel Du brauchst". Eine Waage aus Steinen© adobe.com/Alexandr Simonov

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt ist eine Schirmherrin der Aktion Klimafasten. In einem gemeinamen Vorwort heißt es: 

Von Gott haben wir den Auftrag bekommen, auf seine Schöpfung und unsere Mitgeschöpfe zu achten. Achtsam sein bedeutet auch, nur zu nehmen, was wir wirklich brauchen. Wenn wir uns bewusst machen, was unser Verbrauch für Menschen an anderen Orten dieser Welt bedeutet, verändern wir unser Verhalten. 

Zum Beispiel: Sieben Wochen ohne...

Zur Website 7wochenohne: Hier gibt es einen Kalender, ein Begleitbuch und ein Themenheft zum Bestellen. Außerdem Mailings.

"Sieben Wochen ohne": Auch zu dieser Aktion lädt die evangelische Kirche seit vielen Jahren ein: In diesem Jahr heißt es "Sieben Wochen ohne Härte", also der Verzicht auf ein Verhalten, das unseren Blick und unser Handeln einengen kann. "Mit Gefühl" sollen wir stattdessen durch die sieben Fastenwochen gehen.

Motiv der Fastenaktion "7 Wochen ohne" 2026: Motto ist "7 Wochen ohne Härte"
Motiv der Fastenaktion "7 Wochen ohne" 2026: Motto ist "7 Wochen ohne Härte", also "Mit Gefühl"© Jodie Griggs/Getty Images

Die Aktion ruft uns zu mehr Anteilnahme und Mitgefühl auf. 

Zum Beispiel: Wandeln mit "Andere Zeiten"

Website der Aktion "Andere Zeiten": Hier gibt es zum Bestellen den Fastenwegweiser, ein Buch und ein Postkarten-Set.

Auch die ökumenische Aktion "Andere Zeiten" begleitet wieder Menschen durch die Fastenzeit: "Wandeln" lautet der Titel des Wegweisers in diesem Jahr. "Einfachheit, Unbekümmertheit, Freiheit, Stille, Teilen, Langsamkeit, Spiritualität": Diese Schlüsselworte der schwedischen Pilgertheologie ziehen sich durch persönliche Texte, die den Leser:innen an den Sonntagen der Fastenzeit begegnen.

© Andere Zeiten

Die Fastenzeit wie einen Pilgerweg beschreiten, aufbrechen und unterwegs sein – dazu möchte der Fasten-Wegweiser ermutigen.

Überall auf der Welt fasten die Menschen

Die Praxis des Fastens gibt es in nahezu allen Kulturen und Religionen. Viele Menschen sehnen sich nach einer Zeit der Beschränkung und verzichten auf Nahrung, Tabak oder Alkohol. So kann Veränderung entstehen und sich der Blick für Neues öffnen.

Zeitgleich mit der christlichen Fastenzeit am kommenden Mittwoch, beginnt in diesem Jahr zum Beispiel der islamische Fastenmonat Ramadan. Auch für Muslime bedeutet Fasten Reinigung und neue Offenheit für die Begegnung mit Gott.

Orthodoxe Christen haben bereits vielfach vor Weihnachten gefastet, um sich auf die Feier der Geburt Jesu einzustellen. Und viele internationale Gemeinden mit Wurzeln in afrikanischen Ländern fasten zum Jahresbeginn: "Wir legen das Jahr in Gottes Hände, zur Leitung, zum Schutz, zur Vorsorge und zum Segen“, schreibt Pastor Prince Ossai Okeke, Referent für Internationale Gemeinden im Ökumenewerk der Nordkirche.

Matthäus-Evangelium: Jesus fastete 40 Tage in der Wüste

Ob König David, Mose oder der Prophet Elija: Das Alte Testament beschreibt immer wieder, wie und warum Menschen fasten. Die bekannteste Passage über das Fasten steht im Neuen Testament im Matthäus-Evangelium:

Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat herzu und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht. Matthäus 4, 1-6

Diese Verse zeigen uns, dass das Fasten Jesus gestärkt hat und er trotz seines Hungers den Blick die lebenswichtige Botschaft Gottes richtet.

Zum Anfang der Seite