Erinnerung und Mahnung

St. Jacobi lädt zum Requiem für verstorbene Flüchtlinge

In dem Gottesdienst für verstorbene und vermisste Flüchtlinge können die Teilnehmer ihre Trauer, aber auch ihren Protest ausdrücken.
In dem Gottesdienst für verstorbene und vermisste Flüchtlinge können die Teilnehmer ihre Trauer, aber auch ihren Protest ausdrücken. © Unsplash

11. November 2021

Am Volkstrauertag (14. November) wird mit einem Requiem in der Hamburger Hauptkirche St. Jacobi der auf der Flucht Verunglückten im Mittelmeer gedacht. Der ökumenische Gottesdienst steht unter dem Motto „Sie fehlen!“ und ist zugleich ein Protest gegen die Abschottung der EU-Außengrenzen.

Erinnert wird in dem Gottesdienst an die mehr als 850 Menschen, die laut UNCHR im ersten Halbjahr 2021 bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ertranken oder vermisst werden. Im ganzen Jahr 2020 starben 1.401 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer oder sind seitdem vermisst.

Lichter gegen die Menschenfeindlichkeit 

„Am Volkstrauertag zünden wir Lichter an für die unzähligen Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Hunger ums Leben gekommen sind. Es sind inzwischen mehr als 40.000 Namen von Verstorbenen auf der seit dem Jahr 2000 geführten Liste. Und besonders denken wir auch an die Menschen aus Afghanistan, die fehlen, weil sie nicht fliehen können, nicht ausreisen dürfen, ihre Familien nicht erreichen und an die, die in den Wäldern zwischen Belarus und Polen sterben”, so die Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche, Pastorin Dietlind Jochims.

Diese Lichter seien Gedenken und Protest zugleich. Ein Licht im Dunklen mache Mut, es warne und weise den Weg. „In Polen, an der Grenze zu Belarus zum Beispiel entzünden immer mehr Menschen in ihren Häusern ein Licht, ein grünes Licht. Ein Zeichen, dass Flüchtlinge dort willkommen sind, etwas zu essen oder einen Schlafplatz finden. Lichter als Protest gegen Menschenfeindlichkeit. Lichter als Protest gegen den Tod. Und solche Lichter zünden wir nicht nur an. Solche Lichter können wir sein. Leuchten gegen die unheimliche Dunkelheit von Nationalismus und Abschottung. Leuchten für die Menschenrechte und als Wegweiser”,  erklärt Pastorin Dietlind Jochims.

Ökumenisches Bündnis für die Vermissten

Der Gottesdienst am Volkstrauertag hat bereits Tradition: Jedes Jahr gedenkt ein ökumenisches Bündnis kirchlicher Akteurinnen und Akteure in der Hamburger Hauptkirche St. Jacobi der Toten im Mittelmeer, in der libyschen Wüste und an den Grenzzäunen der EU. 

Geleitet wird er von Hauptpastorin Astrid Kleist. Neben der Flüchtlingsbeauftragten der Nordkirche (Mit Pastorin Dietlind Jochims) sind außerdem die Basisgemeinschaft Brot und Rosen, Diakon Andreas Petrausch (Flüchtlingsseelsorger der Caritas im Norden), Pastor Matthias Ristau (Seemannspastor der Nordkirche) und Pastorin Margrit Sierts (Notfallseelsorgerin der Nordkirche) dabei. Imam Yüksekkaya wird das muslimische Totengebet vortragen.

Beginn der Veranstaltung ist um 18 Uhr. Musikalisch wird sie von Künstlern aus Afghanistan begleitet. 

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