Welthunger-Index

"Woche der Welthungerhilfe": Hungerbekämpfung zeigt Fortschritte

Eine Frau sucht nach Nahrung in der trockenen Landschaft rund um ihr Dorf  Luga (Niger).
Eine Frau sucht nach Nahrung in der trockenen Landschaft rund um ihr Dorf Luga (Niger).© Abbie Trayler-Smith/Panos Pictures/VISUM

17. Oktober 2013 von Simone Viere

Berlin. Trotz einiger Erfolge: Weltweit leidet immer noch jeder achte Mensch an Hunger. Alle 20 Sekunden stirbt ein Kind an Unterernährung. Dies zeigt der aktuelle Welthunger-Index. Hunger dürfte auch künftig der Hauptgrund für Migration sein.

Die Zahl der an Hunger und Unterernährung leidenden Menschen ist in den vergangenen Jahren weltweit gesunken. Das geht aus dem Anfang der Woche in Berlin von der Welthungerhilfe vorgestellten Welthunger-Index (WHI) 2013 hervor. Dennoch sei ein Umdenken in der Entwicklungsarbeit nötig, um mit globalen Herausforderungen, die zu Flucht und Hungerkatastrophen führen, besser umgehen zu können, sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann.

Insgesamt hungern  842 Millionen Menschen weltweit 

Insgesamt hungern weltweit 842 Millionen Menschen. Damit ist jeder achte Mensch nicht ausreichend ernährt. Im Vergleich zum Jahr 1990 ist der Index jedoch um 34 Prozent zurückgegangen. Je geringer der Wert, desto weniger Menschen sind von Hunger betroffen. So haben 23 Länder seitdem deutliche Fortschritte bei der Hungerbekämpfung gemacht und ihre Index-Werte um etwa 50 Prozent oder mehr gesenkt. Dazu gehören unter anderem lateinamerikanische Staaten, Thailand und Vietnam.

Ein Grund für die Verbesserungen sei, dass in diesen Regionen die Widerstandsfähigkeit ("Resilienz") gegen Krisen gewachsen sein. Der WHI beleuchtet dieses Jahr erstmals das Thema Resilienz. Dabei geht es vor allem darum, wie Menschen mit Hunger- und Nahrungsmittelkrisen umgehen, die unter anderem durch Konflikte und Katastrophen hervorgerufen werden.

Ausreichend Lebensmittel. "Alle Menschen könnten ernährt werden."

"Die Situation in der Sahel-Zone ist weiter kritisch", sagte Dieckmann. In Burundi, Eritrea und den Komoren sind die Werte am schlechtesten. "Es ist ein Skandal, denn es gibt weltweit ausreichend Lebensmittel. Alle Menschen könnten ernährt werden. Aber es gelingt uns nicht, Lebensmittel gut genug zu verteilten", betonte die Präsidentin der Welthungerhilfe.

Sie forderte ein Umdenken in der Entwicklungspolitik. So müssten humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit besser miteinander verzahnt werden. "Es wird bisher zu wenig koordiniert", sagte Dieckmann. Die Trennung beider Bereiche sei kontraproduktiv.

Welthungerhilfe fordert Umdenken in der Entwicklungszusammenarbeit

Für eine höhere Widerstandsfähigkeit in Krisenregionen seien zudem mehrjährige und flexible Finanzinstrumente in der Entwicklungspolitik nötig. Außerdem müsse die lokale Bevölkerung aktiv in die Erstellung von Frühwahrsystemen einbezogen werden.

Mit Blick auf die Tragödie vor Lampedusa betonte Dieckmann, dass weltweit derzeit rund 20 Millionen Menschen vor Kriegen auf der Flucht sind. Hinzu kämen 100 Millionen Menschen, die vor Hunger durch Umwelteinflüsse flüchten. Dagegen sei die Zahl der 37.000 Flüchtlinge, die nach Europa kommen, sehr klein. "Wir werden nicht verhindern können, dass sich Menschen auf die Flucht begeben, um sich und ihre Kinder vor gravierend schlechten Lebensumständen und Hunger zu schützen", sagte Dieckmann. Neben Naturkatastrophen und Kriegen könnte künftig der Klimawandel "möglicherweise die tiefgreifendste Ursache für Flucht und Hunger in den nächsten Jahren sein". 

Klimawandel kann verstärkt zu Flucht und Hunger führen

Der Welthunger-Index ist ein gemeinsamer Bericht der Welthungerhilfe, des Internationalen Forschungsinstituts für Agrar- und Ernährungspolitik (IFPRI) und der Hilfsorganisation Concern. Er zeigt die Entwicklung der Hungersituation auf globaler, regionaler und nationaler Ebene.

Am Sonntag war die "Woche der Welthungerhilfe" von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet worden. Bis zum 20. Oktober wird dabei für eine gerechte Verteilung von Nahrung geworben. Die "Woche der Welthungerhilfe" startete erstmals vor 42 Jahren. Sie findet jeweils um den 16. Oktober herum statt, dem Internationalen Welternährungstag.

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