Jubiläumsfest in Bad Segeberg

Zehn Jahre Radfernweg Mönchsweg in Schleswig-Holstein

Feierten in Bad Segeberg gemeinsam mit zahlreichen Engagierten und Gästen zehn Jahre Radfernweg Mönchsweg in Schleswig-Holstein:  Dekan Leo Sunderdiek, Regionalbeauftragter des Erzbischofs für Schleswig-Holstein; Bischof Gothart Magaard, Sprengel Schleswig und Holstein; Pastor Jan Christensen, Beauftragter der Nordkirche für Umweltfragen; Pastorin Rebecca Lenz, Kirchengemeinde Segeberg; Kantor Andreas Maurer-Büntjen; Heinz-Jürgen Heidemann, ehem. Landesvorsitzender ADFC; Pater Dr. Matthäus Buß OSB, Kloster Nütschau (von links). Foto: Nordkirche
Feierten in Bad Segeberg gemeinsam mit zahlreichen Engagierten und Gästen zehn Jahre Radfernweg Mönchsweg in Schleswig-Holstein: Dekan Leo Sunderdiek, Regionalbeauftragter des Erzbischofs für Schleswig-Holstein; Bischof Gothart Magaard, Sprengel Schleswig und Holstein; Pastor Jan Christensen, Beauftragter der Nordkirche für Umweltfragen; Pastorin Rebecca Lenz, Kirchengemeinde Segeberg; Kantor Andreas Maurer-Büntjen; Heinz-Jürgen Heidemann, ehem. Landesvorsitzender ADFC; Pater Dr. Matthäus Buß OSB, Kloster Nütschau (von links). Foto: Nordkirche© Köppe/Nordkirche

13. Mai 2017 von Dorothea Frauböse

Am heutigen 13. Mai 2017 wurde in Bad Segeberg an der Marienkirche das 10-jährige Bestehen des norddeutschen Radfernwegs Mönchsweg gefeiert. Ein festlicher Open-Air-Gottesdienst und ein umfangreiches Bühnenprogramm zogen zahlreiche Besucher auf das Gelände an der Marienkirche.

20 Aussteller boten Information und Mitmachaktionen rund um die Themen Radfahren, Kirche, Natur und Reisen sowie leckere gastronomische Angebote. Sechs Radgruppen kamen als Sternfahrer aus Kellinghusen, Bad Bramstedt, Henstedt-Ulzburg, Neumünster, Kaltenkirchen und Oldenburg in Holstein zu dem Fest.

Mit der „Musik zur Marktzeit“ unter der Leitung des Segeberger Kreiskantors Andreas Maurer-Büntjen startete das Programm in der Kirche. Anschließend wurde auf der Open-Air-Bühne ein ökumenischer Festgottesdienst gefeiert.

Bischof Magaard: Gastfreundschaft überwindet Gegeneinander von „fremd“ und „einheimisch“

Der Schleswiger Bischof Gothart Magaard (Nordkirche) sagte in seiner Predigt: „Der Mönchsweg ist ein gelungenes Kooperationsprojekt zwischen unseren Kirchen, zwischen Landkreisen, Kommunen und Kirchengemeinden sowie eine lange und wichtige Schnittstelle zwischen Kirche und Tourismus. Begegnungen auf diesen Wegen zwischen Einheimischen und Reisenden sind Herausforderung und Chance in einem, denn es gilt Gastfreundschaft zu üben. Gastfreundschaft besitzt die Kraft, das Denken und Leben in dem Gegeneinander von „fremd“ und „einheimisch“ zu überwinden. Dies gilt in den ganz großen Fragen von Globalisierung, interreligiösem Dialog und Migration; aber es gilt genauso für die Kirchengemeinden am Weg. Gastfreundschaft geht immer auch ein Risiko ein. Sie schenkt Vertrauen und setzt darauf, dass es erwidert wird. Gerade in dieser Zeit halte ich dies für wichtiger denn je. So wünsche ich denen, die sich auf den Weg machen und denen, die Gottes Herbergen offen halten, seinen stärkenden Segen, der Rückenwind verleiht.“

Dekan Sunderdiek: „Beim Pilgern offen werden für das Grundlegende in unserem Leben“

Auf den Pilgeraspekt des Mönchsweges ging der katholische Dekan Leo Sunderdiek in seiner Predigt ein: „Das Pilgern ist etwas für glaubende und suchende Menschen. Es hilft ihnen, besser zu verstehen, dass der Mensch nicht nur auf sich selbst bezogen ist. Es gibt mehr als ihn selbst. Beim Pilgern kann man von den täglichen Dingen des Alltags Abstand nehmen und offen werden für das Grundlegende in unserem Leben. Das Pilgern ist mit Mühe verbunden, macht aber auch Freude. Die Nähe zur Natur öffnet uns den Blick für die Schöpfung Gottes.“

Jeder Besucher erhielt ein Segensband mit der passenden Aufschrift: „Möge der Weg sich vor Dir öffnen und Gott mit Dir sein!“. Bischof Magaard und Dekan Sunderdiek erklärten dazu: „Segen wird uns zugesprochen und er begleitet uns. Es ist gut, sich auf den alltäglichen Wegen daran erinnern zu lassen: Gott geht an unserer Seite.“

Danach führte der bekannte ehemalige NDR-Moderator Norbert Radzanowski durch das  Bühnenprogramm mit Gesprächsrunden, musikalischen Beiträgen des Posaunenchors, der Kreismusikschule, des Gospelchors „Come2Light“ und der Eutiner Musikerin Bärbel Bierend. Hauptgewinne einer Glücksrad-Verlosung waren ein Fahrrad und Übernachtungen am Mönchsweg. Schlusspunkt war das schwungvolle Konzert der Band „Old but Fast“.

Die Jubiläumsveranstaltung wurde unterstützt durch Sponsoren: Wirtschaftsentwicklungs­gesellschaft des Kreises Segeberg mbH, Hansewerk AG, Sparkasse Südholstein, HanseBelt e.V., Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG und Fa. WIECK Fahrrad & Zubehör.

Der Mönchsweg ist ein bundesweit einmaliges Kooperationsprojekt von Staat und Kirchen.  2007 in Oldenburg i.H. eröffnet, führt die Route auf 340 Kilometern quer durch Schleswig-Holstein von Glückstadt nach Fehmarn. 2011 folgte die 450 km lange Fortsetzung in Dänemark als Munkevejen von RØdby auf Lolland bis zum Dom zu Roskilde. 2014 kamen 190 Kilometer von Bremen durch Niedersachsen nach Wischhafen an die Elbe hinzu, so dass die Route inzwischen eine Gesamtlänge von knapp 1.000 Kilometern umfasst.

Infos zum Mönchsweg finden Interessierte auf der Homepage www.moenchsweg.de. Hier werden die Route, Highlights am Weg, die Unterkünfte und Pauschalreisen genau beschrieben. Unter der Service-Nummer 04351/880 55 73 kann man eine kostenlose Infobroschüre mit 100 radlerfreundlichen Quartieren bestellen oder sich persönlich zu seiner Reiseplanung beraten lassen.

Im Rahmen des 2017 gestarteten Förderprojektes „Mönchsweg – Die eigene Geschichte erfahren!“ sollen geografische Merkmale, besondere Landschaften, einzigartige Natur, jahrhundertealte Kirchen, historische Ereignisse u.v.m. Einheimischen und Touristen auf dem Weg vermittelt werden. Ab 2018 wird eine App für Smartphones neben Basisdaten, wie einer zoombaren Karte, Routeninfos, Fotos etc. auch spannende Lese- und Hörtexte sowie zeitgemäße visuelle Elemente bereitstellen. Auch Paketangebote für Wochenend- und Tagestouristen werden entwickelt. Vorerst ist der schleswig-holsteinische Abschnitt Gegenstand des Projektes. Das Projektvolumen beträgt 101.000,- €. Gefördert wird mit Mitteln aus dem Landesprogramm Wirtschaft (50.500,00 €) und dem Förderfonds Hamburg/Schleswig-Holstein der Metropolregion (25.250,00 €).

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