Kanzelreden im Schleswiger Dom

Bernd Buchholz: "Paulusbrief ist mein Koordinatensystem"

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz spricht im Schleswiger Dom darüber, was für ihn Freiheit und Nächstenliebe bedeuten. Geprägt war seine Rede auch vom Entsetzen über den Krieg in der Ukraine.
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz spricht im Schleswiger Dom darüber, was für ihn Freiheit und Nächstenliebe bedeuten. Geprägt war seine Rede auch vom Entsetzen über den Krieg in der Ukraine. © Antje Wendt, Nordkirche

27. Februar 2022

„Mein Bibeltext, über den ich gerne einmal sprechen würde“ lautet das Motto einer Reihe von Kanzelreden im Schleswiger Dom. Eingeladen hatte Bischof Magaard dazu mehrere Spitzenpolitiker Schleswig-Holsteins. Den Auftakt machte am Sonntag Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz mit dem Paulusbrief.

Der Spitzenkandidat der FDP für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein wählte den Brief des Paulus an die Galater (Kapitel 5, Vers 13-15), um auszudrücken, was ihm persönlich wichtig ist: „Die drei Verse aus dem Brief des Paulus an die Galater beschreiben mein Koordinatensystem, das mich als Christenmensch aber auch als Politiker leitet und bestimmt“, so Buchholz.  

„Paulus ruft dazu auf, Freiheit zu leben“

„Denn Paulus beschreibt eine gesellschaftliche Diskussion, die aktueller denn je ist: Der Ruf nach individueller Freiheit und die Verantwortung gegenüber den Mitmenschen. Paulus ruft uns auf, Freiheit zu leben, sie aktiv zu gestalten und sich nicht in Abhängigkeit zu begeben. Aber Paulus setzt auch klare Grenzen, nämlich dort, wo der eigene Egoismus zu Lasten anderer geht“, fuhr der Spitzenkandidat fort.

Im Privaten wie in der Politik sei dieses Koordinatensystem nicht immer einfach anzuwenden, gab er zu bedenken. Oft stünden sich viele gegensätzliche Interessen gegenüber, die gegeneinander abgewogen werden müssten. „Ich vermisse heute manchmal das Verständnis und die Toleranz gegenüber anderen Haltungen und Meinungen“.

Nächstenliebe als Grundlage für Toleranz

Paulus fordere uns auf, Nächstenliebe zu leben, die die Grundlage für Toleranz ist. „Dieses Koordinatensystem zwischen Freiheit und Verantwortung, das uns Paulus schon vor fast 2000 Jahren mitgegeben hat, ist bis heute gültig und wichtiger denn je für unser gesellschaftliches Zusammenleben“, machte der Minister deutlich.

Geprägt war der Gottesdienst aber nicht nur von dieser persönlichen Interpretation des Paulus Briefes, sondern vor allem von der Sorge um die Menschen in der Ukraine. Buchholz sprach daher vielen der rund 150 Besucher aus dem Herzen, als er sein Entsetzen über die aktuelle Entwicklung gleich zu Beginn seiner Rede ausdrückte. 

Entsetzt über Krieg in der Ukraine

„Wir alle sind, wenige Tage nach dem Ausbruch eines Krieges auf europäischem Boden, entsetzt von den Ereignissen, die darauf gerichtet sind, Menschen in der Ukraine ihr Freiheitsrecht zu entziehen. Die Leid und Tod über ein Land bringen, weil ein Aggressor jede Liebe und Gnade über seine Mitmenschen vermissen lässt und wie ein wildes Tier nach dem Recht des Stärkeren über ein ganzes Land herfällt. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in der Ukraine“. 

Von den Ereignissen tief bewegt zeigten sich die Gäste auch in der anschließenden Diskussion, die von Bischof Gothart Magaard moderiert wurde. Eine zentrale Frage war: Welche Folgen werden die Menschen auch hierzulande spüren? Buchholz verwies in seiner Antwort zunächst auf die Aufnahmebereitschaft für die zu erwartenden Flüchtlinge. Zudem machte deutlich: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass uns das etwas kosten wird.“ Wirtschaftliche Interessen spielen „gegenüber Freiheit und Frieden eine nachgeordnete Rolle“, so der Minister. 

„Auf ein Bibelwort – Fünf Kanzelreden“

Bischof Magaard hat die Spitzenkandidatin und -kandidaten der demokratischen Parteien in Schleswig-Holstein dazu eingeladen, im Rahmen von Gottesdiensten im Schleswiger Dom „Kanzelreden“ anstelle der sonntäglichen Predigt zu halten. Die Gottesdienste sind öffentlich, eine Anmeldung ist nicht nötig. Nachzuhören sind sie auch über den Youtube-Kanal der Nordkriche. 

Die Reihe der Kanzelreden wird in den folgenden Wochen an diesen Terminen fortgesetzt:

  • 6. März: Monika Heinold (Bündnis 90/Die Grünen)
  • 13. März: Lars Harms (SSW)
  • 27. März: Daniel Günther (CDU)
  • 3. April: Thomas Losse-Müller (SPD)
Veranstaltungen
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