Fachkräftemangel

Endlich eine Ausbildungsvergütung: Diakonie fordert Reform der Erzieherberufe

Qualifizierte Erzieher sind gefragt wie nie zuvor. Doch die Ausbildung ist für junge Menschen im Vergleich zu anderen Berufen nicht sehr attraktiv. Die Diakonie und der VEK wollen dies ändern und fordern ein politisches Umdenken.
Qualifizierte Erzieher sind gefragt wie nie zuvor. Doch die Ausbildung ist für junge Menschen im Vergleich zu anderen Berufen nicht sehr attraktiv. Die Diakonie und der VEK wollen dies ändern und fordern ein politisches Umdenken. © iStock

16. März 2022 von Julia Krause

Die Diakonie Schleswig-Holstein sieht große personelle Probleme bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen: Sowohl in Kitas als auch in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe fehle es an Nachwuchskräften, so Diakonie-Vorstand Heiko Naß. Er fordert deshalb eine Reform der Erzieher-Ausbildung. Und vor allem ein Ausbildungsgehalt.

Derzeit sind längst nicht mehr alle Ausbildungsplätze für angehende Erzieherinnen und Erzieher sowie Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger besetzt. Diese sozialen Jobs seien „nicht mehr konkurrenzfähig zu Wirtschaftsberufen“, so Markus Potten, Geschäftsführer des Verband der Evangelischen Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein (VEK). 

Null Euro Ausbildungsvergütung

Grund dafür sei, dass Auszubildende dieser Berufszweige in der Regel keine Vergütung erhielten (Ausnahme: praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieher). Sie können lediglich einen Antrag auf Aufstiegs-BAFÖG stellen, erklärt die Diakonie. Sie ist zwar Träger vieler Kinder- und Jugendeinrichtungen, könne aber kein Ausbildungsgeld zahlen, da dieses nicht von der öffentlichen Hand refinanziert werde. 

Erschwerend hinzu komme, dass die angehenden Fachkräfte keine feste Anbindung an einen Ausbildungsbetrieb haben. Stattdessen lernen sie drei Jahre in Vollzeit an Fachschulen und besuchen in ihren Praxisphasen wechselnde Einrichtungen. Insgesamt sei die Ausbildung für junge Menschen dadurch wenig attraktiv. 

Babyboomer gehen in den Ruhestand 

Gleichzeitig sei mit dem Rechtsanspruch auf Krippenplätze und dem Ausbau der Ganztagsangebote der Bedarf an Personal enorm gestiegen, erläutert Potten. Und das in einer Zeit, in der die Generation „Babyboomer“ in den Ruhestand geht. „Wir rechnen in den nächsten Jahren damit, dass 30 Prozent des Personals altersbedingt ausscheidet“, so der VEK-Geschäftsführer. 

 „Wenn wir nicht gegensteuern, besteht die Gefahr, dass Einrichtungen schließen müssen“, betont Diakonie-Vorstand Naß die Dringlichkeit einer Ausbildungsreform. Konkret fordert er mindestens 1000 Euro monatliches Ausbildungsgehalt, das für die Träger refinanziert werden müsse. Zudem soll es kleinere Gruppen geben und mehr Zeit in Fortbildungen investiert werden. „Der Start einer breit angelegten Fachkräfteoffensive für Schleswig-Holstein ist längst überfällig“, bekräftigt Potten. 

Hintergrund 

Laut der Agentur für Arbeit sind 850 Stellen in Schleswig-Holsteins Kitas unbesetzt. Gleichzeitig gehen die Ausbildungszahlen für Erziehende an den Fachschulen in Schleswig-Holstein zurück. Im Schuljahr 2019/20 waren es 1.706, im Schuljahr 2020/21 nur noch 1.473.

Unter dem Dach von Diakonie und Kirche gibt es in Schleswig-Holstein aktuell 576 Kitas, in denen rund 39.000 Kinder betreut werden. Die stationäre diakonische Kinder- und Jugendhilfe betreut rund 1.800 junge Menschen. Dazu kommen teilstationäre und ambulante Angebote sowie zahlreiche Beratungsstellen.

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