Sommerkirche mit Bischöfin Steen

"Flut & Segen" – Mit dem Fahrrad durch Nordschleswig

In der Grenzregion von Dänemark und Deutschland gibt es zahlreiche, gut ausgeschilderte Fahrrad- und Wanderrouten.
In der Grenzregion von Dänemark und Deutschland gibt es zahlreiche, gut ausgeschilderte Fahrrad- und Wanderrouten.© Tim Riediger, Nordkirche

05. August 2026 von Clarissa Leu

Eine Radtour entlang von Kirchen, Geschichte und deutsch-dänischer Verbundenheit. Vom 13. bis 16. August 2026 lädt Bischöfin Nora Steen dazu ein, sie auf einzelnen Etappen ihrer Fahrradtour durch Nordschleswig zu begleiten. 

Unter dem Motto „Flut & Segen“ führt die Route durch eine Landschaft, in der sich Natur, Glaube und Geschichte auf besondere Weise verbinden. 

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Doch die Strecke ist mehr als eine einmalige Veranstaltung. Sie eignet sich hervorragend als mehrtägige Fahrradtour, die sich jederzeit auf eigene Faust nachfahren lässt.

Blick auf einen Fahrradweg mit Grassaum und Büschen
Besonders der östliche Teil der Strecke kann sehr hügelig sein, bevor es im Zentrum der Grenzregion deutlich ebener wird. © Tim Riediger, Nordkirche

Unterwegs begegnen Radfahrerinnen und Radfahrer historischen Kirchen, Erinnerungsorten der deutsch-dänischen Geschichte und lebendigen evangelischen Gemeinden.

Die Route verbindet einige der eindrucksvollsten Orte der Grenzregion und lädt dazu ein, innezuhalten und Geschichte und Glauben in einer einzigartigen Verbindung zu erleben.

Blick über einen Garten mit Hortensien auf die Küstenregion der Ostsee.
Die Insel Alsen, auf der die Sommertour der Bischöfin beginnt, wird von einem Sund vom Festland getrennt. Im Sommer ist die Insel ein beliebtes Ferienziel. © Antje Wendt, Nordkirche

Eine Fahrradtour voller Geschichte, Glauben und Begegnungen

Mit rund 100 Kilometern lässt sich die Strecke gut auf vier Tage verteilen. Unterwegs wechseln sich Küstenlandschaften, Wälder, Dörfer und historische Städte ab. Immer wieder laden Kirchen und Erinnerungsorte dazu ein, anzuhalten und mehr über die gemeinsame Geschichte Deutschlands und Dänemarks zu erfahren.

Gerade die evangelischen Gemeinden der deutschen Minderheit prägen diese Region bis heute. Sie schlagen Brücken zwischen Kulturen, bewahren Traditionen und zeigen, wie Versöhnung und gute Nachbarschaft über Generationen wachsen können.

Blick auf eine weiße Kirche mit spitzem Turmhelm auf einem viereckigen Turm.
Ein hoher, spitzer Turmhelm, wie er die strahlend weiße Kirche von Tingleff schmückt, kommt bei den dänischen Dorfkirchen eher selten vor. © Tim Riediger, Nordkirche

Mitradeln mit Bischöfin Nora Steen

Wer die Route nicht allein entdecken möchte, hat vom 13. bis 16. August 2026 Gelegenheit, einzelne Etappen gemeinsam mit Bischöfin Nora Steen zu fahren. Die Tour steht unter dem Motto „Flut & Segen“ und führt zu vielen der beschriebenen Orte.

Die Bischöfin trägt einen Fahrradhelm und steht draußen im Grünen neben ihrem Liegerad.
Bischöfin Nora Steen hat schon viele Touren mit dem Fahrrad durch ihren Sprengel Schleswig und Holstein unternommen: Hier fährt sie mit ihrem Liegerad in 2024 eine Sommertour.© Antje Wendt, Nordkirche

Anmeldungen und Informationen:

  • Geschäftsstelle der Nordschleswigschen Gemeinde in Tinglev (Dänemark): Telefon (+45) 74 64 40 34 
  • Matthias Alpen (Dänemark): Telefon (+45) 74 74 33 33
  • Die Bischöfin ist mit einem E-Bike unterwegs, dies wird auch Mitfahrenden empfohlen

Die vier Etappen der Tour: 

Etappe 1: Von Langballigau nach Sønderborg 

Das Programm der Tour als PDF

Der erste Abschnitt beginnt mit der Überfahrt der Fahrradfähre von Langballigau nach Egernsund. Schon die Überquerung der Flensburger Förde macht deutlich, wie eng Schleswig-Holstein und Nordschleswig seit Jahrhunderten miteinander verbunden sind.

Strandabschnitt in Dänemark mit blauem Himmel und Steinstrand
Die jütlandische Küste bietet immer wieder schöne Ausblick auf das Meer.© Antje Wendt, Nordkirche

Sehenswerte Orte unterwegs

Gråsten Kirke (Gravensteiner Kirche): Die Kirche prägt seit Jahrhunderten das Leben der Gemeinde. Gemeinsam mit Schloss und Schlosspark erzählt sie von der wechselvollen Geschichte der Grenzregion und der engen Verbindung zwischen Kirche, Krone und der hier lebenden Bevölkerung.

Schloss Gråsten: Der Schlosspark und der Küchengarten laden zu einer Pause ein. Hier wird die deutsch-dänische Freundschaft ebenso sichtbar wie die gemeinsame Geschichte der Region.

Dybbøl Banke (Düppeler Schanzen): Kaum ein Ort hat das deutsch-dänische Verhältnis stärker geprägt als die Düppeler Schanzen. Die Schlacht von 1864 veränderte die Geschichte Schleswig-Holsteins nachhaltig. Heute ist der Erinnerungsort zugleich Mahnung für Frieden und Verständigung. Werte, die auch die evangelischen Kirchen beiderseits der Grenze verbinden.

Sankt Marie Kirke in Sønderborg: Die Marienkirche gehört zu den bedeutendsten evangelischen Kirchen Südjütlands und ist bis heute ein Ort gelebter deutsch-dänischer Kirchengemeinschaft.

Blick auf den Turmhelm eines viereckigen, weißen Dorfkirchturms
Die alten Dorfkirchen in Dänemark sind oft mit weißer Kalkfarbe angestrichen - eine Besonderheit in Skandinavien. © Tim Riediger, Nordkirche

Etappe 2: Von Sønderborg über Kollund nach Padborg

Die zweite Tagesetappe führt entlang der Förde nach Kollund und weiter nach Padborg. Die Strecke bietet weite Ausblicke über das Wasser und führt durch eine Landschaft, in der Grenzen heute kaum noch sichtbar sind.

Sehenswerte Orte unterwegs

Kollund Kirke: Eine typisch dänische Dorfkirche, die von der langen lutherischen Tradition Nordschleswigs erzählt und zu einer kurzen Andacht oder Besichtigung einlädt.

Padborg und die Deutsche Schule: Padborg ist bis heute ein Zentrum der deutschen Minderheit. Hier zeigt sich, wie selbstverständlich deutsche Sprache, evangelischer Glaube und dänische Gesellschaft miteinander verbunden sind. Die Schule und die Gemeinde stehen exemplarisch für das friedliche Zusammenleben in der Grenzregion.

Etappe 3: Von Klovtoft nach Lügumkloster

Diese Etappe führt durch ruhige Geestlandschaften nach Lügumkloster, einem der geistlichen Zentren Südjütlands.

Eine rote Backsteinkirche im gotischen Stil umgeben von grünen Bäumen.
Die eindrucksvolle Backsteinkirche von Lügumkloster wurde zwischen 1200 und 1300 erbaut. Die Gründung des Kloster geht auf die Zisterzienser zurück. Es galt als eine der reichsten Klöster im Herzogtum Schleswig. © Tim Riediger, Nordkirche

Sehenswerte Orte unterwegs

Løgumkloster Kirke: Die ehemalige Zisterzienserabtei gehört zu den bedeutendsten Kirchen Dänemarks. Ihre schlichte Architektur, die besondere Akustik und die jahrhundertelange geistliche Tradition machen sie zu einem Höhepunkt der gesamten Tour.

Løgumkloster Refugium: Das Refugium ist bis heute ein Ort der Einkehr, Spiritualität und theologischen Begegnung. Hier treffen sich Menschen aus Dänemark und Deutschland zu Seminaren, Exerzitien (Schweigen, Gebet und Meditation) und Gesprächen.

Løgumkloster Højskole: Die Volkshochschule pflegt seit vielen Jahren den Austausch zwischen dänischer und deutscher Kultur und ist ein in ihrer internationalen Ausrichtung ein wichtiger Ort des verbindenden Dialogs.

Etappe 4: Über Bylderup Bov nach Tinglev

Die letzte Etappe führt durch kleine Dörfer bis nach Tinglev und verbindet zahlreiche Gemeinden der deutschen Minderheit.

Sehenswerte Orte unterwegs

Bylderup Kirke: Die Kirche ist ein gutes Beispiel für die lutherische Kirchenlandschaft Südjütlands und Mittelpunkt des Gemeindelebens.

Tinglev Kirke: Die Kirche bildet gemeinsam mit der Waldbühne den geistlichen Abschluss der Tour.

Waldbühne Tinglev: Hier finden traditionell Open-Air-Gottesdienste statt – ein eindrucksvolles Zeichen dafür, wie Kirche Gemeinschaft unter freiem Himmel lebt.

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