Sommerempfang der Nordkirche:

Freiheit zwischen Schaukel, Segen und gesellschaftlichem Engagement

Ministerpräsident Daniel Günther, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Bischöfin Nora Steen und Vizepräses Friedemann Magaard besuchten gemeinsam die Mitmachangebote im Dom.
Ministerpräsident Daniel Günther, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Bischöfin Nora Steen und Vizepräses Friedemann Magaard besuchten gemeinsam die Mitmachangebote im Dom.© Tim Riediger/ Nordkirche

05. Juni 2026 von Clarissa Leu

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – unter diesem Leitwort hat die Nordkirche zu ihrem Sommerempfang in den St.-Petri-Dom Schleswig eingeladen. Mehr als ein Empfang war der Abend eine Einladung, Freiheit mit allen Sinnen zu erleben, über ihre Grenzen nachzudenken und Menschen zu begegnen, die sich täglich für sie einsetzen.

Der Schleswiger Dom wirkte an diesem Abend ungewohnt weit. Wo sonst Bankreihen den Raum prägen, eröffnete sich den Gästen ein freigeräumter Kirchenraum voller Begegnungsmöglichkeiten. Bereits beim Ankommen wurden die Besucherinnen und Besucher von den Klängen des Posaunenchors in der Eingangshalle des Schleswiger Doms empfangen.

Unter der Leitung von Domkantorin Mahela T. Reichstatt sorgte der Bläserchor für einen festlichen Empfang aller Gäste.
Unter der Leitung von Domkantorin Mahela T. Reichstatt sorgte der Bläserchor für einen festlichen Empfang aller Gäste.© Tim Riediger/ Nordkirche

Mit Gästen aus Politik, Kirche, Wirtschaft, Justiz und Gesellschaft stand der Abend unter einem Thema, das aktueller kaum sein könnte: Freiheit. Nicht als abstrakter Begriff, sondern als gelebte Wirklichkeit, als Sehnsucht und als Verantwortung.

Ministerpräsident Daniel Günther betonte in seinem Grußwort die Bedeutung von Freiheit in einer Zeit wachsender internationaler Spannungen. Freiheit sei keine Selbstverständlichkeit, sondern müsse geschützt und gemeinsam gestaltet werden. Seine Worte trafen auf ein Publikum, das die Herausforderungen der Gegenwart ebenso im Blick hatte wie die Chancen eines offenen gesellschaftlichen Miteinanders.

Ministerpräsident Daniel Günther sprach über die Bedeutung von Freiheit für den demokratischem Zusammenhalt und rief alle Anwesenden dazu auf, gemeinsam für diese Freiheit nicht nur einzustehen, sondern auch zu kämpfen, da wo es nötig ist.
Ministerpräsident Daniel Günther sprach über die Bedeutung von Freiheit für den demokratischem Zusammenhalt und rief alle Anwesenden dazu auf, gemeinsam für diese Freiheit nicht nur einzustehen, sondern auch zu kämpfen, da wo es nötig ist.© Tim Riediger/ Nordkirche

Auch Bischöfin Nora Steen stellte die Freiheit in den Mittelpunkt ihres Impulses. Sie warb dafür, Räume zu schaffen, in denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen, unterschiedliche Perspektiven aushalten und gemeinsam Zukunft gestalten können.

„Freiheit braucht Raum – äußerlich wie innerlich“, sagte die Bischöfin. Dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Abend.

Bischöfin Nora Steen machte in Ihrer Rede deutlich, welche Räume Kirche in unserer Gesellschaft bietet und wie sehr sie danach strebt, freie Räume zu schaffen, um Menschen aus allen Richtungen zusammenzubringen für Dialoge und gegenseitiges Verständnis.
Bischöfin Nora Steen machte in Ihrer Rede deutlich, welche Räume Kirche in unserer Gesellschaft bietet und wie sehr sie danach strebt, freie Räume zu schaffen, um Menschen aus allen Richtungen zusammenzubringen für Dialoge und gegenseitiges Verständnis.© Tim Riediger/ Nordkirche

Menschen verschiedener Hintergründe kommen zusammen

Pastor Friedemann Magaard, Vizepräses der Landessynode, begrüßte die Gäste aus Politik, Wirtschaft, Justiz, Kirche sowie aus anderen religiösen Gemeinschaften. In seiner Ansprache hob er hervor, wie wichtig Begegnung, gegenseitiger Respekt und gemeinsames Engagement für eine freie und offene Gesellschaft sind.

Freude über die Vielfalt: Menschen aus Politik, Kirche, Wirtschaft und verschiedenen Religionsgemeinschaften kamen im Schleswiger Dom zusammen, um über Freiheit ins Gespräch zu kommen.
Freude über die Vielfalt: Menschen aus Politik, Kirche, Wirtschaft und verschiedenen Religionsgemeinschaften kamen im Schleswiger Dom zusammen, um über Freiheit ins Gespräch zu kommen.© Tim Riediger/ Nordkirche

Anschließend wurde gemeinsam gesungen. Zu den Liedern des Abends gehörte auch der Choral „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, der den Dom mit vielen Stimmen erfüllte und die besondere Atmosphäre des Sommerempfangs unterstrich.

Ministerpräsident Daniel Günther, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und Bischöfin Nora Steen sangen gemeinsam mit den Gästen im Schleswiger Dom.
Ministerpräsident Daniel Günther, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und Bischöfin Nora Steen sangen gemeinsam mit den Gästen im Schleswiger Dom.© Tim Riediger/ Nordkirche

Ein Segen für den weiteren Abend

Bevor der offizielle Teil endete, sprach Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt einen bewegenden Segen und eröffnete damit den geselligen Teil des Abends. Zugleich dankte sie den zahlreichen Menschen, die den Sommerempfang vorbereitet und ermöglicht hatten – von Ehrenamtlichen bis zu den Mitarbeitenden der Nordkirche.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt dankte den Pfadfinderinnen und Pfadfindern des REGP sowie den Organisatorinnen aus der Bischofskanzlei Schleswig für ihren Einsatz beim Sommerempfang.
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt dankte den Pfadfinderinnen und Pfadfindern des REGP sowie den Organisatorinnen aus der Bischofskanzlei Schleswig für ihren Einsatz beim Sommerempfang.© Tim Riediger/ Nordkirche

Freiheit entdecken an den Mitmachständen

Beim anschließenden Flying Buffet nutzten viele Gäste die Gelegenheit, die Mitmach- und Informationsstände im Dom zu erkunden. Das Thema Freiheit wurde dabei auf unterschiedliche Weise erfahrbar.

Besonderes Interesse weckte die Schaukel des Referats Kirche und Tourismus, die erstmals mitten im Dom installiert wurde. Viele Gäste wagten das Schaukeln in ungewohnter Umgebung und konnten so den Dom in ganz neuer Art und Weise erleben.

Die Schaukel im Dom lud dazu ein, Freiheit für einen Moment auch zu spüren.
Die Schaukel im Dom lud dazu ein, Freiheit für einen Moment auch zu spüren.© Tim Riediger/ Nordkirche

Großen Zuspruch fand auch der Kaufmannsladen von Kirche im Dialog. Beim Zusammenstellen einer individuellen Müsli-Mischung kamen Besucherinnen und Besucher über ihre Gewohnheiten, Rituale und Gemeinsamkeiten im Alltag ins Gespräch.

Der Kaufmannsladen von Kirche im Dialog bot einen kreativen Zugang zu gesellschaftlichem Miteinander.
Der Kaufmannsladen von Kirche im Dialog bot einen kreativen Zugang zu gesellschaftlichem Miteinander.© Tim Riediger/ Nordkirche

An den Stehtischen und zwischen den Ständen entwickelten sich bis in den Abend hinein intensive Gespräche und neue Begegnungen.

Rockmusik, Tanz und Begegnung

Zur späteren Stunde übernahm dann erneut die St. Jürgen Blues Band die Bühne. Mit Rockklassikern und modernen Arrangements sorgten die Musiker für ausgelassene Stimmung.

Die St. Jürgen Blues Band sorgte zum Abschluss des Sommerempfangs für eine mitreißende Atmosphäre und begeisterte das Publikum mit Rock- und Bluesklassikern.
Die St. Jürgen Blues Band sorgte zum Abschluss des Sommerempfangs für eine mitreißende Atmosphäre und begeisterte das Publikum mit Rock- und Bluesklassikern.© Tim Riediger/ Nordkirche

So wurde der Sommerempfang der Nordkirche zu einem Abend, der Freiheit nicht nur zum Thema machte, sondern sie in Begegnungen, Gesprächen, Musik und Gemeinschaft erlebbar werden ließ. Ganz im Sinne des Leitwortes: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“

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