Freiheit zwischen Schaukel, Segen und gesellschaftlichem Engagement
05. Juni 2026
„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – unter diesem Leitwort hat die Nordkirche zu ihrem Sommerempfang in den St.-Petri-Dom Schleswig eingeladen. Mehr als ein Empfang war der Abend eine Einladung, Freiheit mit allen Sinnen zu erleben, über ihre Grenzen nachzudenken und Menschen zu begegnen, die sich täglich für sie einsetzen.
Der Schleswiger Dom wirkte an diesem Abend ungewohnt weit. Wo sonst Bankreihen den Raum prägen, eröffnete sich den Gästen ein freigeräumter Kirchenraum voller Begegnungsmöglichkeiten. Bereits beim Ankommen wurden die Besucherinnen und Besucher von den Klängen des Posaunenchors in der Eingangshalle des Schleswiger Doms empfangen.

Mit Gästen aus Politik, Kirche, Wirtschaft, Justiz und Gesellschaft stand der Abend unter einem Thema, das aktueller kaum sein könnte: Freiheit. Nicht als abstrakter Begriff, sondern als gelebte Wirklichkeit, als Sehnsucht und als Verantwortung.
Ministerpräsident Daniel Günther betonte in seinem Grußwort die Bedeutung von Freiheit in einer Zeit wachsender internationaler Spannungen. Freiheit sei keine Selbstverständlichkeit, sondern müsse geschützt und gemeinsam gestaltet werden. Seine Worte trafen auf ein Publikum, das die Herausforderungen der Gegenwart ebenso im Blick hatte wie die Chancen eines offenen gesellschaftlichen Miteinanders.

Auch Bischöfin Nora Steen stellte die Freiheit in den Mittelpunkt ihres Impulses. Sie warb dafür, Räume zu schaffen, in denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen, unterschiedliche Perspektiven aushalten und gemeinsam Zukunft gestalten können.
„Freiheit braucht Raum – äußerlich wie innerlich“, sagte die Bischöfin. Dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Abend.

Menschen verschiedener Hintergründe kommen zusammen
Pastor Friedemann Magaard, Vizepräses der Landessynode, begrüßte die Gäste aus Politik, Wirtschaft, Justiz, Kirche sowie aus anderen religiösen Gemeinschaften. In seiner Ansprache hob er hervor, wie wichtig Begegnung, gegenseitiger Respekt und gemeinsames Engagement für eine freie und offene Gesellschaft sind.

Anschließend wurde gemeinsam gesungen. Zu den Liedern des Abends gehörte auch der Choral „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, der den Dom mit vielen Stimmen erfüllte und die besondere Atmosphäre des Sommerempfangs unterstrich.

Ein Segen für den weiteren Abend
Bevor der offizielle Teil endete, sprach Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt einen bewegenden Segen und eröffnete damit den geselligen Teil des Abends. Zugleich dankte sie den zahlreichen Menschen, die den Sommerempfang vorbereitet und ermöglicht hatten – von Ehrenamtlichen bis zu den Mitarbeitenden der Nordkirche.

Freiheit entdecken an den Mitmachständen
Beim anschließenden Flying Buffet nutzten viele Gäste die Gelegenheit, die Mitmach- und Informationsstände im Dom zu erkunden. Das Thema Freiheit wurde dabei auf unterschiedliche Weise erfahrbar.
Besonderes Interesse weckte die Schaukel des Referats Kirche und Tourismus, die erstmals mitten im Dom installiert wurde. Viele Gäste wagten das Schaukeln in ungewohnter Umgebung und konnten so den Dom in ganz neuer Art und Weise erleben.

Großen Zuspruch fand auch der Kaufmannsladen von Kirche im Dialog. Beim Zusammenstellen einer individuellen Müsli-Mischung kamen Besucherinnen und Besucher über ihre Gewohnheiten, Rituale und Gemeinsamkeiten im Alltag ins Gespräch.

An den Stehtischen und zwischen den Ständen entwickelten sich bis in den Abend hinein intensive Gespräche und neue Begegnungen.
Rockmusik, Tanz und Begegnung
Zur späteren Stunde übernahm dann erneut die St. Jürgen Blues Band die Bühne. Mit Rockklassikern und modernen Arrangements sorgten die Musiker für ausgelassene Stimmung.

So wurde der Sommerempfang der Nordkirche zu einem Abend, der Freiheit nicht nur zum Thema machte, sondern sie in Begegnungen, Gesprächen, Musik und Gemeinschaft erlebbar werden ließ. Ganz im Sinne des Leitwortes: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“
