Andacht im Michel

Hamburg gedenkt der Sturmflutopfer vor 60 Jahren

Das Bild zeigt eine Rettungsmannschaft der Bundeswehr in den überfluteten Gebieten im Februar 1962. Am schlimmsten traf es Wilhelmsburg. Die Menschen dort wurden meist im Schlaf von der Flutwelle überrascht, viele starben.
Das Bild zeigt eine Rettungsmannschaft der Bundeswehr in den überfluteten Gebieten im Februar 1962. Am schlimmsten traf es Wilhelmsburg. Die Menschen dort wurden meist im Schlaf von der Flutwelle überrascht, viele starben. © epd/ akg-images GmbH

10. Februar 2022

Am 16. Februar vor 60 Jahren wurden Hamburg und das Umland von einer verheerenden Sturmflut heimgesucht, die 315 Menschen das Leben kostete. In Erinnerung an sie wird es im Michel eine Mittagsandacht geben. Daneben lädt die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung zu einer Online-Veranstaltung.

Bei der Sturmflut vor 60 Jahren wurden vor allem niedrig gelegene Teile der Stadt überflutet, weil Deiche im Süden Hamburgs brachen. Das Ereignis hatte auch deswegen so katastrophale Folgen, weil die Flut die Menschen nachts überraschte. Für viele kam jede Hilfe zu spät. 

Schwere Stunden für viele Hamburger 

Bis heute gilt die Sturmflut, die 315 Todesopfer forderte und tausende Menschen ohne Obdach zurückließ, in Hamburgs Geschichte als eines der schwersten und auch prägendsten Ereignisse der Nachkriegszeit.

In der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis können am 16. Februar Angehörige und alle Menschen zusammenkommen, die der Opfer gedenken möchten. Die Mittagsandacht beginnt um 12 Uhr. 

Zeitzeugen berichten von der Katastrophe

Einen Tag später, am 17. Februar um 18 Uhr, lädt die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung zusammen mit dem Helmut-Schmidt-Gymnasium zu einer Online-Veranstaltung, bei der Zeitzeugen über ihre Erlebnisse berichten werden: Unter dem Motto „Zurück in die Gegenwart“ spricht die Historikerin Franziska Zollweg mit Jürgen Karsch und Klaus-Peter Leiste, wie sie nachts von der Flut überrascht wurden.

Hier geht es zum Stream

Karsch erlebte die Sturmflut als Neunjähriger in Wilhelmsburg, Leiste war Helfer beim Deutschen Roten Kreuz. Die Veranstaltung wird auf dem Youtube-Kanal der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung übertragen. Mit der Kulturpädagogin Margret Markert und Deichvogt Hennig Cordes wird außerdem diskutiert, welchen Einfluss die Flut heute noch hat und wie künftig an sie erinnert werden soll. 

Ablauf der Flut in Echtzeit nacherleben

Auf dem Twitter-Account der Schmidt-Stiftung 60 Jahre Hamburger Flut (@HHFlut1962) kann die Katastrophe nacherlebt werden. Präsentiert werden zum Teil unveröffentlichte Quellen. Die Abläufe und Zusammenhänge rund um die Flut werden erstmals in Echtzeit dargestellt.

Hintergrund

Zur Zeit der Sturmflut war der SPD-Politiker Helmut Schmidt Polizeisenator in Hamburg. Er koordinierte die Rettungsaktion und bewegte durch persönliche Kontakte mehrere militärische Oberbefehlshaber zur sofortigen Hilfe. Dieses ungewöhnliche Vorgehen trug höchstwahrscheinlich dazu bei, dass nicht noch mehr Menschen starben. Die Bundeswehr war in der Folge zusammen mit der Polizei und der Feuerwehr nicht nur an der Rettung und Bergung beteiligt, sondern auch an der Versorgung der Menschen mit Decken, Kochern, Lebensmitteln und Trinkwasser. 

Helmut Schmidt wurde 1974 zum fünften Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. 

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