Trauer und Trost

Interreligiöses Corona-Gedenken in Hamburg

Interreligiöse Gedenkfeier für die Leidtragenden der Corona-Pandemie in Hamburg.
Interreligiöse Gedenkfeier für die Leidtragenden der Corona-Pandemie in Hamburg.© Marcelo Hernandez

15. März 2021

Mit einer Gedenkfeier auf dem Ohlsdorfer Friedhof haben Kirchen und Religionsgemeinschaften am Sonntag an die Opfer der Corona-Pandemie in Hamburg erinnert.

Das Video zum Corona-Gedenken auf Youtube Pressemitteilung

In christlichen Fürbitten, jüdischen und muslimischen Totengebeten sowie einer buddhistischen Meditation wurde ein Jahr nach dem ersten Lockdown gemeinsam getrauert und gebetet. Dazu wurden weiße Blumen niedergelegt.

Seit März 2020 starben 1.328 Menschen in Hamburg in Zusammenhang mit dem Covid-19-Virus. Jeder Tod sei wie ein Riss im Leben, sagte Bischöfin Kirsten Fehrs. Dennoch sei es nicht allein der Tod, der traurig mache.

Kirsten Fehrs: "Die Verstorbenen sind in unserer Mitte"

"Ich bin sicher, wir haben alle Menschen vor Augen, deren Perspektiven zerstört wurden und die schwere, persönliche Krisen durchleben." Nur eine Gesellschaft, die ehrlich miteinander trauere, könne glaubwürdig von Hoffnung reden. "Die Verstorbenen sind in unserer Mitte. Sie gehören zu uns und zur Geschichte unserer Stadt."

Ansprache von Bischöfin Kirsten Fehrs
Ansprache von Bischöfin Kirsten Fehrs© Marcelo Hernandez

In der Passionszeit gehe es darum, an die rettende Hoffnung zu erinnern: Dem Leiden zu begegnen mit Mitgefühl und gelebter Barmherzigkeit, so Fehrs.

Jeder und jede Verstorbene hinterlasse eine Lücke, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). "Die Pandemie macht es uns jeden Tag bewusst, wie wichtig die Gesundheit und die menschliche Nähe sind."

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister, spricht stellvertretend für die Politik der Freien und Hansestadt Hamburg
Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister, spricht stellvertretend für die Politik der Freien und Hansestadt Hamburg © Marcelo Hernandez

Viele Menschen würden fragen, was sie tun können, damit die aktuelle Pandemie ende, erklärte Landesrabbiner Shlomo Bistritzky. Entscheidend sei, die Verbindung zwischen Mensch und Gott, aber auch die Verbindung der Menschen untereinander zu stärken. Dies könne Hoffnung geben auf bessere Jahre.

Özlem Nas vom Rat der Islamischen Gemeinschaften (Schura)
Özlem Nas vom Rat der Islamischen Gemeinschaften (Schura).© Marcelo Hernandez

Der Verlust eines Menschen, den man in schweren Stunden nicht begleiten konnte, hinterlasse tiefe Wunden, so Özlem Nas vom Rat der Islamischen Gemeinschaften (Schura). Menschen, die einsam verstorben sind, und Angehörige, die keinen Abschied nehmen konnten, dürften nicht vergessen werden. "In Hamburg bedeutet Zusammenhalt, dass wir gemeinsam innehalten und trauern."

Gemeinsam innehalten und trauern

"Es ist nicht wichtig, welchem oder ob überhaupt man einem Glauben angehört", erklärte Nils Clausen, Vorsitzender der Deutschen Buddhistischen Union. "Was zählt, ist die Verbundenheit mit anderen Menschen." Jeder Tote sei ein Verlust. Es könne aber für die Hinterbliebenen sehr tröstlich sein, wenn man für die Toten "einen Platz am Tisch und im Herzen frei hält".

Info

Die Nordkirche hat am Wochenende in allen drei Sprengeln mit ökumenischen Gottesdiensten der Corona-Opfer gedacht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die Gedenkfeiern aus Schwerin, Kiel und Hamburg können Sie sich auf unserem Youtube-Kanal anschauen.

 

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