Gedenkstätte

Neues Info-Zentrum soll an Hamburger NS-Deportationen erinnern

So soll das neue Informations- und Dokumentationszentrum in der Hamburger Hafencity aussehen, wenn es fertig ist.
So soll das neue Informations- und Dokumentationszentrum in der Hamburger Hafencity aussehen, wenn es fertig ist.© epd

08. Januar 2016 von Simone Viere, Thomas Morell

Ein neues Informations- und Dokumentationszentrum in der Hamburger Hafencity soll künftig an die Deportationen während der NS-Zeit erinnern. Vom ehemaligen "Hannoverschen Bahnhof" starteten 20 Züge zwischen 1940 und 1945 und deportierten mehr als 7.700 Juden, Roma und Sinti aus Norddeutschland in die Vernichtungslager im Osten. Das Architekturbüro Wandel Lorch aus Frankfurt (Main) wird das Info-Zentrum mit rund 700 Quadratmeter Fläche am zentralen Lohsepark gestalten, wie Hafencity-Geschäftsführer Jürgen Bruns-Berentelg am Donnerstag ankündigte.

Vom ehemaligen "Hannoverschen Bahnhof" existieren heute nur noch ein paar verrostete Gleise und eine verwitterte Bahnsteigkante westlich der ICE-Strecke zum Hauptbahnhof. Diese sollen bis Ende 2017 als zentraler Gedenkort gestaltet werden. Dazu zählt auch ein eigener Zugang zur U-Bahn. Der Gedenkort wird mit dem neuen Info-Zentrum durch eine "Fuge" verbunden: Dieser tiefer gelegene Hohlweg ragt in den Lohsepark hinein und soll am 9. Juli 2016 eröffnet werden.

Gezeigt wird in dem neuen Info-Zentrum eine Dauerausstellung über die Deportationen. Grundlage ist die Ausstellung "In den Tod geschickt", die erstmals 2009 gezeigt wurde. Derzeit informiert ein Container auf dem Lohseplatz über das Thema. Wichtig ist den Beteiligten eine Abstimmung mit der Jüdischen Gemeinde, den Sinti- und Roma-Verbänden und der historischen Forschung. Die Federführung hat die KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Dauerausstellung über Deportationen im neuen Info-Zentrum

Als Info-Zentrum wird das Erdgeschoss eines siebengeschossigen Bürogebäudes aus rotem Backstein genutzt. Die Fassade des Info-Zentrums wird aus Glas und grauem, geprägten Stein gestaltet. Es solle als besonderer Ort sichtbar sein, sich aber zugleich in die Umgebung einfügen, sagte Oberbaudirektor Jörn Walter bei der Präsentation. Eröffnungstermin und Baukosten können nach den Worten von Bruns-Berentelg derzeit noch nicht beziffert werden. Der Bauantrag für das Gebäude soll 2017 gestellt werden.

Der "Hannoversche Bahnhof" wurde 1872 für die Züge in Richtung Süden gebaut und hieß damals noch "Pariser Bahnhof". 1906 übernahm der neue Hauptbahnhof rund 1.000 Meter weiter nördlich seine Aufgaben und der "Hannoversche Bahnhof" wurde Güterbahnhof. Bereits in den 20er Jahren war er baufällig geworden, und 1932 wurden einige Teile abgerissen. Für die Deportationszüge schien er geeignet, weil das Außengelände viel Platz bot und weit von Wohngebieten entfernt war.

Im Frühjahr 1940 wurden erstmals 910 Roma und Sinti von hier aus nach Belzec im östlichen Polen deportiert. Weitere Transporte gingen nach Riga, Auschwitz und Theresienstadt. Im Februar 1945 verließ der letzte Transport den Bahnhof. Mittlerweile war er durch Bombenangriffe weitgehend zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er wieder als Güterbahnhof genutzt. Der Bau verfiel zusehends und wurde schrittweise abgerissen. Viele Jahre lang nutzte eine Spedition das Gelände. 

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