Pilgerwege

Pilgerpastor: Die Menschen folgen beim Pilgern einer Sehnsucht

Ein kleines Zeichen weist europaweit Pilgernden den Weg. Es war ursprünglich das Symbol für den berühmten Jacobsweg.
Ein kleines Zeichen weist europaweit Pilgernden den Weg. Es war ursprünglich das Symbol für den berühmten Jacobsweg.© Sebastian Kühl/PEK

02. April 2024 von Claudia Ebeling

Der Frühling steht vor der Tür und es wird wieder wärmer. Viele von uns zieht es jetzt nach draußen in die Natur. Auf Pilgerwegen können wir den Alltag für eine Zeit lang hinter uns und uns von Neuem inspirieren lassen.

Zahlreiche Wege laden in unserer Nordkirche zum Pilgern ein: Sie sind markiert und ein Netzwerk an Unterkünften, Informationsangeboten und spirituellen Impulsen steht bereit.

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Pilgerpastor: Wir rechnen damit, Gott zu begegnen

Frank Karpa ist seit Februar Pilgerpastor der Nordkirche. Er beobachtet, dass das Pilgern bei vielen Menschen einen Nerv trifft. "Beim Pilgern bauen wir Stress ab, schöpfen Kraft und können zu uns kommen", erzählt er.

Pastor Frank Karpa spricht bei einer Veranstaltung in Eutin (Archiv).© Marco Heinen

Zum Beginn der Pilgersaison hat er für uns einige Fragen beantwortet:

Mit welchen Fragen kommen die Menschen ins Pilgerbüro? Was suchen sie?

Frank Karpa: Viele haben zunächst einmal ganz praktische Fragen. Sie suchen einen Pilgerweg , der zu ihnen passt.

Möchten Sie auch pilgern? Stöbern Sie auf unserem Pilger-Portal

Oder sie haben sich schon entschieden, dass sie auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela oder auf dem Olavsweg nach Trondheim gehen wollen.

Nun möchten sie Tipps bekommen, etwas über Unterkünfte oder Erfahrungen von anderen hören.

Hinter diesen vordergründigen Aspekten suchen Menschen beim Pilgern aber oftmals noch etwas anderes: Viele Pilgernde gehen ihrer Sehnsucht nach Vertiefung nach, sie suchen Resonanz, wollen den Alltag hinter sich lassen und „echte“ Erfahrungen machen.

Holzschild mit einer aufgemalten Jakobsmuschel und dem Schriftzug "Pilgerweg"
Auf zum Pilgerweg© Pixabay/dagmarbendel

Wir wissen, dass Menschen sich oftmals in Schwellensituationen oder in Krisen, zum Beispiel nach Verlusten, auf den Weg machen, um herauszufinden, wie ihr Weg jetzt weitergehen kann.

Was sind Ihre Pläne für das Thema Pilgern in unserer Kirche?

Frank Karpa: Wo in Gemeinden, Regionen oder Kirchenkreisen Pilgerwege angeboten werden, sind diese oft sehr gut besucht. Diese Angebote treffen offenbar bei vielen Menschen auf einen Nerv.

Gemeinden könnten sich zum Beispiel zusammentun und reihum regelmäßig einen Pilgerweg als Gottesdienst anbieten. Ich bin davon überzeugt, dass es dafür eine ganz eigene Gemeinde gibt.

Außerdem möchte ich unbedingt Pilgern mit der Kirche auch für jüngere Zielgruppen erschließen. Ich plane für das kommende Jahr mit einer Kollegin aus der Jugendarbeit einen Pilgerweg für Schulabsolvent:innen. Arbeitstitel: „Schule vorbei – Was kommt jetzt?“

Eine weitere Idee ist, an Hochschulen gezielt junge Erwachsene zu Pilgerwegen einzuladen, zum Beispiel unter dem Motto „Raus aus der Tretmühle – rauf auf den Weg“.

Was sind wichtige Elemente beim Pilgern? Es gibt ja auch Angebote, nur für ein oder zwei Stunden zu pilgern.

Frank Karpa: Auch auf dem Weg nach Santiago, Rom oder Trondheim geschieht ja das Wesentliche nicht erst am Ziel, sondern schon unterwegs, sozusagen ab dem ersten Schritt. Und dieser erste Schritt kann eben auch vor meiner Haustür sein.

Nicht nur wir vom Pilgerzentrum an der Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg bieten ja solche Tagespilgerwege vor Ort an, sondern das geschieht in vielen Regionen der Nordkirche: An der Mecklenburgischen Seeplatte ebenso wie auf Rügen, in Ostholstein, auf der Halbinsel Eiderstedt und in Eckernförde, um nur einige Ort zu nennen.

Bischof Gothart Magaard und seine Nachfolgerin, Pastorin Nora Steen, beim Pilgern durch das Wattenmeer
Bischof Gothart Magaard und seine Nachfolgerin, Pastorin Nora Steen, beim Pilgern durch das Wattenmeer.© Tim Riediger, Nordkirche

Was dabei das Pilgern vom Spazierengehen unterscheidet, ist kurz gesagt, dass wir beim Pilgern damit rechnen, dass Gott mitgeht. Viele dieser gemeinsamen Pilgerwege folgen einer Art „Liturgie“, zu der Gebete, Lieder und Kurzimpulse sowie – ganz wesentlich – auch längere Phasen des Schweigens gehören.

All das sorgt für eine aufmerksamere Wahrnehmung für das, was drumherum ist. Ganz nebenbei ist das zugleich eine wirksame Befreiungsstrategie gegen Stress und bei aller Anstrengung eine gute Möglichkeit, Kraft zu schöpfen und zu sich zu kommen.

Auch unsere Landessynode hat sich im Sommer 2022 auf einen Pilgerweg begeben, um den laufenden Zukunftsprozess unserer Kirche zu vertiefen und neue Einblicke zuzulassen.

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