Gedenken

Rostock-Lichtenhagen: Demos gegen Rassismus geplant

Nein zu Rassismus und Gewalt! In Rostock planen zwei Bündnisse Demonstrationen. Anlass ist der 30. Jahrestag der Anschläge auf die Asylbewerberunterkunft in Rostock-Lichtenhagen.
Nein zu Rassismus und Gewalt! In Rostock planen zwei Bündnisse Demonstrationen. Anlass ist der 30. Jahrestag der Anschläge auf die Asylbewerberunterkunft in Rostock-Lichtenhagen. © Nadine Shaabana, Unsplash

19. August 2022

In diesem August jähren sich die Anschläge auf die damalige Asylbewerberunterkunft in Rostock-Lichtenhagen zum 30. Mal. Anlässlich der Gedenktage wird es mehrere Kundgebungen geben. Beteiligt sind auch die Kirchengemeinden.

Unter dem Motto „Gedenken heißt erinnern“ startet am Sonntag, 21. August um 10 Uhr, eine Kundgebungstour von Rostock-Lichtenhagen nach Schwerin und Nostorf-Horst. Beteiligt sind über 45 Rostocker Vereinen und Initiativen, darunter der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die evangelischen Kirchengemeinden der Stadt. 

Hörspiel zeigt Perspektive der Vietnamesen

In Schwerin wird das Hörspiel von Dan Thy Nguyen „Das Sonnenblumenhaus“ (2014) zu hören sein, bevor die Busfahrt weiter nach Nostorf-Horst zur jetzigen Erstaufnahmestelle in Mecklenburg-Vorpommern geht. In Hörspiel kommen damalige vietnamesische Vertragsarbeiter zu Wort. Das Stück sei deshalb besonders sehenswert, weil es die Opferperspektive zeige, so die Organisatoren der Kundgebungstour. 

Am 27. August veranstaltet das Bündnis „Gedenken an das Pogrom. Lichtenhagen 1992“ um 14 Uhr eine Demonstration. Sie startet in der Mecklenburger Allee in Rostock-Lichtenhagen und führt über Lütten Klein wieder zurück. Zu Wort kommen sollen laut Bündnis Menschen, die von struktureller rassistischer Gewalt betrioffen sind. Erwartet werden mehrere tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 

Hintergrund

Am 24. August 1992 belagerten Hunderte Jugendliche und Erwachsene das „Sonnenblumenhaus“ im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen. Aus der Menge heraus wurden Steine und Brandsätze geworfen.

Etwa 150 Menschen konnten sich nur durch Flucht auf das Dach des Hauses vor dem Feuer retten, darunter 120 Vietnamesen, ein ZDF-Team und einige Rostocker.

Dies war der traurige Höhepunkt der vom 22. bis 26. August 1992 andauernden ausländerfeindlichen Krawalle vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber im „Sonnenblumenhaus“ und dem benachbarten Wohnheim für Vietnamesen.

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