Kirchenkunst

Schweriner Dom erhält Fenster von Künstler Günther Uecker

Ein Musterfenster des Künstlers Günther Uecker im Schweriner Dom während einer Präsentation der Neugestaltung von vier Kirchenfenstern.
Ein Musterfenster des Künstlers Günther Uecker im Schweriner Dom während einer Präsentation der Neugestaltung von vier Kirchenfenstern.© epd-bild/Olaf Malzahn

08. September 2022 von Anja Goritzka

Der Künstler Günther Uecker hat dem Schweriner Dom ein besonderes Geschenk gemacht: Entwürfe für die Gestaltung von vier Fenstern. Bis jetzt war die Finanzierung unklar. Jetzt können die ersten beiden hergestellt werden.

Die Neugestaltung von vier Fenstern im Schweriner Dom nach Entwürfen des Künstlers Günther Uecker (92) kann jetzt starten. Der Förderkreis Schweriner Dom präsentierte am Mittwoch die Entwürfe des international bekannten Künstlers. „Der Schweriner Dom ist geprägt von seiner Höhe und Weite, doch den Fenstern fehlt schon lange die typische Farbigkeit. Dieses Licht, was auf den Pfeilern spielt, wollen wir dem Dom zurückgeben“, sagte Domprediger Volker Mischok.

Der Domprediger Volker Mischok (l.) und der Vorsitzender des Förderkreis Thomas Balzer (re.) vor einem Musterfenster des Künstlers Günther Uecker im Schweriner Dom.
Der Domprediger Volker Mischok (l.) und der Vorsitzender des Förderkreis Thomas Balzer (re.) vor einem Musterfenster des Künstlers Günther Uecker im Schweriner Dom.© epd-bild/Olaf Malzahn

Fenster sollen wieder Farbe bekommen

Schon im August 2009, als der Künstler im Schweriner Dom an seiner Ausstellung Dialog arbeitete, entstand die Idee der Neugestaltung der heute farblosen Fenster. Im Juni 2017 entwickelte der Künstler vor Ort seine vier Entwürfe für das Süd-, das Nord- und die beiden Westfenster.

Durch die Förderung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und des Kulturministeriums können die ersten beiden Fenster hergestellt werden. „Hinzu kommt noch ein Eigenanteil von Kirchengemeinde und Förderverein in Höhe von 60.000 bis 70.000 Euro“, so der Kirchenälteste Jörg-Peter Vick. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die beiden Fenster auf „mehrere hunderttausend Euro“, heißt es vom Förderkreis.

Infotafeln zur Herstellung der neuen Fenster im Schweriner Dom.
Infotafeln zur Herstellung der neuen Fenster im Schweriner Dom.© epd-bild/Olaf Malzahn

"Lichtbogen" knüpfen an gotische Tradition an 

Die blauen Uecker-Fenster, die der Künstler selbst als „Lichtbogen“ bezeichnet, sollen an die gotische Tradition der Kirche anknüpfen. Sie „zaubern besondere Farben in das Gotteshaus“, findet Mischok. Nachdem das Denkmalschutzamt zugestimmt hat und die Finanzierung für die ersten Fenster steht, würden jetzt zwei der vier Fenster von einer Fenster-Baufirma fertiggestellt. Erste Scheiben des Mosaiks seien bereits fertig.

Der Künstler Günther Uecker (92) hat dem Schweriner Dom ein besonderes Geschenk gemacht. Die Entwürfe des international bekannten Künstlers für vier Domfenster wurden am Mittwoch vom Förderkreis Schweriner Dom präsentiert.
Der Künstler Günther Uecker (92) hat dem Schweriner Dom ein besonderes Geschenk gemacht. Die Entwürfe des international bekannten Künstlers für vier Domfenster wurden am Mittwoch vom Förderkreis Schweriner Dom präsentiert. © epd-bild/Olaf Malzahn

Der 92-jährige Uecker wird sich auch weiterhin am Projekt beteiligen. „Es war erstaunlich, dass er noch selbst auf dem Baugerüst stand, als er die zwei Scheiben schonmal einsetzte“, so Domprediger Mischok. Thomas Balzer vom Förderkreis ergänzt: „Wir wollen, dass er noch vor den fertigen Fenstern stehen kann.“ Deshalb werben die Kirchengemeinde und der Verein jetzt um weitere Sponsoren, damit die beiden anderen Fensterentwürfe möglichst schnell umgesetzt werden können.

Werdegang von Günther Uecker

Der international bekannte Maler und Objektkünstler Günther Uecker wurde am 13. März 1930 in Wendorf bei Schwerin geboren. Nach seinem Kunststudium in Düsseldorf schloss er sich der von Heinz Mack und Otto Piene gegründeten Gruppe Zero an.

Seit den 1980er Jahren setze sich Uecker zunehmend mit politischen Themen auseinander. Zu seiner Kunst gehört auch die Beschäftigung mit Religionen. Der Tod, sagte Uecker einmal, sei für ihn nur ein Übergang: „Danach kommt etwas ganz Anderes, das wir uns nicht vorstellen können. Darauf kann man doch neugierig sein.“ Bekannt wurde er vor allem mit seinen reliefartigen Nagelbildern.

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