Klimaschutz in Slütergemeinde in Rostock

Slütergemeinde in Rostock setzt auf Erdwärme und Sonnenlicht

Start für die Geothermie-Anlage in der Kirchengemeinde Rostock-Dierkow: Bohrungen von rund 100 Metern Tiefe sind nötig, um die Erdwärme zum Heizen des Gemeindehauses zu nutzen.
Start für die Geothermie-Anlage in der Kirchengemeinde Rostock-Dierkow: Bohrungen von rund 100 Metern Tiefe sind nötig, um die Erdwärme zum Heizen des Gemeindehauses zu nutzen. © S. Gunkel

21. September 2022 von Christian Meyer

Grundlegend energetisch saniert wird derzeit das Slüterhaus in Rostock-Dierkow. In diesen Tagen starteten auch die Bohrungen für die Geothermie-Anlage, mit der das Gemeindehaus zukünftig beheizt werden soll.

Weitere Informationen bei der Gemeinde

Noch vor dem Beginn des Ukraine-Krieges hatte sich die Kirchengemeinde im Rostocker Stadtteil Dierkow zu diesem Schritt entschieden und ist jetzt froh, dass die Bohrungen noch vor der Heizperiode ausgeführt werden.

Volker Tyc, Geschäftsführender Gesellschafter und Projektleiter Technik für regenerative Energien der „ÖKO-HUS Planungs- und Entwicklungs- GmbH“ aus Jörnstorf, erläutert das Grundprinzip: Ziel ist es, Energie für Heizen und Warmwasser zu 80 Prozent vom eigenen Grundstück zu gewinnen. Es bedarf keiner brennbaren und explosiven Stoffe mehr."

In 100 Metern Tiefe konstante Temperatur von bis zu 6,5 Grad

Die Wärmepumpe im Gebäude habe einen Kältekreis, die den Aggregatszustand von flüssig in gasförmig ändert. Die dafür benötigte Energie könne dann direkt aus der Erde gewonnen werden. Dafür sind Bohrungen von rund 100 Meter Tiefe nötig, da dort immer konstante Temperatur zwischen 2 und 6,5 Grad vorliegen.

 

 

 

Das Bohrgerät für die Erdwärme im Slüterhaus in Rostock
Bohrungen von rund 100 Metern Tiefe sind nötig, um die Erdwärme zum Heizen des Slüterhauses in Rostock zu nutzen. © S. Gunkel

 

 

 

"Die drei Kreisläufe, die extrem langlebige Wärmepumpe und ein hoher Wirkungsgrad erzeugen Kosteneinsparungen – und auch ein Schornsteinfeger braucht nicht mehr zu kommen“, so Volker Tyc.

Nachhaltiger Strom durch Photovoltaik

Neben der Geothermie-Anlage bekommt das Slüterhaus auch eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung. Diese Anlage ermöglicht es der Kirchengemeinde nachhaltigen Strom selbst zu produzieren.

„Damit können wir einen weiteren Schritt zum Klimaschutz, zur Bewahrung der Schöpfung sowie zum Klimaschutzplan des Kirchenkreises Mecklenburg leisten“, sagt Gemeindepastor Sebastian Gunkel. Der Theologe ergänzt, dass seine Gemeinde zur Finanzierung der PV-Anlage um Spenden bittet. Konkret würden Patenschaften für einzelne Module vergeben.

  • Spendenkonto:
  • Slütergemeinde Rostock
  • IBAN: DE20 5206 0410 0005 3605 44
  • bei der Ev. Bank eG
  • Verwendungszweck: Modul-Patenschaft

„Eine Patenschaft kostet für ein Modul inklusive Montage 360 Euro“, so Pastor Gunkel. Auch halbe (180 Euro) und viertel (90 Euro)- Modulpatenschaften werden gern vergeben. Zugleich rechnet er vor: Durch ein einzelnes PV-Modul werden im Jahr ca. 350kWh Strom produziert. Soviel, dass man beispielsweise jeden Tag für vier Personen Mittagessen kochen kann.“

Förderung auch durch Bund, Land und Kirchenkreis

Eingespart werden zugleich dadurch etwa 140 Kilogramm CO2 im Jahr. Gunkel: „1/4 der PV-Module haben bereits Paten gefunden. Jede Spenderin, jeder Spender kann nach der Dachsanierung einen alten Dachziegel des Slüterhauses als Erinnerung erhalten.“

Die Sanierungsarbeiten in Dierkow kosten inklusive des Anbaus für den barrierefreien Zugang zum Slüterhaus rund 1,6 Millionen Euro. Unterstützt wird die Slütergemeinde durch Städtebauförderung, Fördermittel der Aktion Mensch, der Evangelischen Bank, des Bundes zur energetischen Sanierung sowie durch Zuschüsse des Kirchenkreises Mecklenburg und vor allem durch Spenden.

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