50 Jahre Serrahner Suchtkrankenarbeit

Suchthilfe der Diakonie: Es geht darum, das Leben zurückzugewinnen

Ein neues Leben - seit 50 Jahren kämpft die Serrahner Einrichtung darum, das Menschen wieder eine Perspektive haben und den Weg aus den Drogen schaffen.
Ein neues Leben - seit 50 Jahren kämpft die Serrahner Einrichtung darum, das Menschen wieder eine Perspektive haben und den Weg aus den Drogen schaffen. © Jakob Owens, Unsplash

01. September 2021 von Anne-Dorle Hoffgaard

Heute vor 50 Jahren begann im Pfarrhaus die diakonische Arbeit mit Suchtkranken im mecklenburgischen Serrahn. Inzwischen gehören sechs Einrichtungen mit etwa 110 Plätzen zum Serrahner Diakoniewerk. Die Orientierung am christlichen Glauben ist wichtig geblieben.

Am 1. September 1971 begann der gelernte Autoschlosser und Prediger Heinz Nitzsche im ehemaligen Pfarrhaus mit einer aufsuchenden Suchthilfearbeit. Von Beginn an war dies geprägt von einem Leben in familiärer Atmosphäre auf Grundlage des christlichen Glaubens, einem einfachen Lebensstandard mit Selbstversorgung und der Teilhabe der suchtkranken Mitbewohner am öffentlichen Leben insbesondere bei christlichen Veranstaltungen. Bis zur Wende wurden etwa 2000 Menschen betreut.

Pfarrhaus wird zur SOS-Station

In den 1990er Jahren entstanden dann weitere Angebote für Suchtkranke, darunter eine Rehabilitationsklinik und ambulant betreutes Wohnen. 1995 wurde das ehemalige Pfarrhaus offiziell zur niedrigschwelligen "SOS-Station" für suchtkranke Menschen, die sofort Hilfe benötigen.

Heute gehören in und um den etwa 200 Einwohner zählenden Ort Serrahn sechs Einrichtungen zum Serrahner Diakoniewerk (SDW). Ihre insgesamt etwa 110 Plätze seien alle gut belegt, sagt Personal- und Bereichsleiter Daniel Nitzsche. Der 47-Jährige ist der älteste Sohn von Heinz und Martina Nitzsche. Das Ehepaar ist 1998 für sein jahrzehntelanges Engagement in der Suchtkrankenarbeit in Serrahn und in Osteuropa mit dem Siemerling-Sozialpreis des Neubrandenburger Dreikönigsvereins ausgezeichnet worden.

Glauben spielt große Rolle

Auch heute noch spielen der christliche Glauben und sein Liebesgebot eine Rolle beim Serrahner Diakoniewerk. Den etwa 55 Mitarbeitenden werden Andachten und Gebetszeiten angeboten. Für die Suchtkranken gibt es in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Andachten.

Seit September 2020 ist das Blaue Kreuz Hauptgesellschafter der SDW und leitet die Geschäfte für die SDW-Suchthilfeeinrichtungen. Mit der engen Anbindung an das Blaue Kreuz werde dem Wunsch des Vereins "Diakonisches Zentrum Serrahn" entsprochen, bei der Suchtkrankenhilfe die Glaubensorientierung stärker in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen, hieß es damals von der Evangelischen Suchtkrankenhilfe MV, die zuvor SDW-Hauptgesellschafter war. Den Mitarbeitenden werden seitdem mehr geistlich-biblische Impulse in ihrer täglichen Arbeit geboten.

Festakt am 11. September

Das 50-jährige Jubiläum der Suchthilfearbeit in Serrahn soll, so Daniel Nitzsche, am 11. September gefeiert werden. Die Veranstaltung auf der Festwiese am See soll um 14 Uhr mit einer Andacht starten. Kommen könnten geladene Gäste und wer möchte, sagt Nitzsche. Eingeladen wurden unter anderem Bischof Tilman Jeremias und Diakonie-Landespastor Paul Philipps. Gerechnet wird mit bis zu 600 Teilnehmenden. Um die 200 Anmeldungen liegen schon vor.

Vermutlich werden sich auch die "Ehemaligen" auf das Jubiläumsfest freuen, die auf der Internetseite der Serrahner Suchtrehaklinik zu Wort kommen. "Für mich ist Serrahn die Mitte der Suchthilfe in MV. Es ist gewonnenes Leben", wird ein "Ehemaliger" dort beispielsweise zitiert. Und eine andere "Ehemalige" sagt: "Dank Serrahn habe ich meinen Glauben wiedergefunden."

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