Mensch und Schöpfung

Warum wir Erntedank feiern

Traditionell werden die Altäre im Herbst zum Abschluss der Ernte mit Feldfrüchten festlich geschmückt.
Traditionell werden die Altäre im Herbst zum Abschluss der Ernte mit Feldfrüchten festlich geschmückt. © ChristArt, AdobeStock

27. September 2021

Kirchengemeinden in ganz Deutschland feiern um den 3. Oktober herum das Erntedankfest. In Gottesdiensten bedanken sich die Gläubigen für die Ernte eines Jahres und erinnern damit an die Verbindung von Mensch und Schöpfung.

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Die Altäre werden in den Kirchen mit Feldfrüchten geschmückt. Kindern soll das Erntedankfest die Zyklen des Jahreslaufes und der Nahrungsproduktion bewusstmachen.

Termin für Erntedank ist seit 1985 der erste Sonntag im Oktober, in diesem Jahr also der 3. Oktober. Lange Zeit gab es keinen einheitlichen Festtermin, weil die Ernte nicht überall zur selben Zeit eingebracht wurde. Und auch heute noch hängt der genaue Termin von örtlichen Gewohnheiten und Traditionen ab. Auch in der Nordkirche feiern Gemeinden bereits im September. Der Termin ist daher jeweils in den einzelnen Gemeinden vor Ort zu erfragen. 

Mensch ist Teil der Schöpfung

Das Fest soll deutlich machen, dass der Mensch die Schöpfung Gottes nicht unter Kontrolle hat. Denn der Mensch ist der Bibel zufolge selbst Teil der Schöpfung. Heute spielen die Themen Tier- und Umweltschutz, Klimaschutz, Gentechnik und Verschwendung von Lebensmitteln eine wichtige Rolle.

"Unser tägliches Brot gib uns heute"

Mit der Bitte des Vaterunsers "unser tägliches Brot gib uns heute" wird zugleich an die katastrophale Ernährungssituation in den ärmsten Ländern der Erde erinnert. Daher organisieren Kirchengemeinden zum Erntedank-Sonntag oft Solidaritätsaktionen für notleidende Menschen und sammeln Spenden.

30. Erntedankfest MV in Dobbertin

Im Klosterdorf Dobbertin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) soll am 3. Oktober das 30. Landeserntedankfest Mecklenburg-Vorpommern gefeiert werden. Um 10 Uhr beginnt ein Festgottesdienst mit Bischof Tilman Jeremias in der Klosterkirche. Der Ernteumzug startet um 11.30 Uhr an der Agrargenossenschaft.

Im Klosterdorf Dobbertin wird in diesem Jahr das Landeserntedankfest gefeiert.
Das denkmalgeschützte Kloster Dobbertin wurde von Benediktinermönchen auf einer Halbinsel am Nordufer des Dobbertiner Sees gegründet. © reindesign-sn, Adobe Stock

Bereits ab Donnerstag (30. September) locke die Gemeinde am Dobbertiner See mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm, hieß es. Dazu gehören auch Naturschutz-Workshops für Kita und Schule, eine Ausstellung zu Bienen, ein Konzert, Orgelführungen, ein Kunst- und Handwerkermarkt sowie ein Bühnenprogramm.

Mit großem Einsatz hätten die Dobbertiner bereits im vergangenen Jahr ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). "Wegen der Pandemie musste das Fest im letzten Jahr leider ausfallen." Der Minister rufe alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, vor Ort mit dabei zu sein, wenn sich zum Abschluss der Ernte ein ganzes Dorf schmückt und damit symbolisch ein Dankeschön an alle an der Ernte beteiligten Menschen im ganzen Land sendet, hieß es.

Festgottesdienst zum Landeserntedankfest Schleswig-Holstein

Ein Festgottesdienst zum Landeserntedankfest findet am 3. Oktober in der St. Bartholomäus-Kirche in Wesselburen im Herzen der Dithmarscher Marsch statt. Der Gottesdienst mit einer Predigt von Bischof Gothart Magaard und  einem Grußwort von Minister Jan Philipp Albrecht beginnt um 11 Uhr. 

Freuen sich auf das Landeserntedankfest in Wesselburen: Astrid Buchin, stellvertretende Pröpstin im Kirchenkreis Dithmarschen, Alexandra Unger (Westhof), Pastorin Simone Fucker, Thies Hadenfeldt (Vorsitzender Kreisbauernverband Dithmarschen) und Pastor K
Freuen sich auf das Landeserntedankfest in Wesselburen: Astrid Buchin, stellvertretende Pröpstin im Kirchenkreis Dithmarschen, Alexandra Unger (Westhof), Pastorin Simone Fucker, Thies Hadenfeldt (Vorsitzender Kreisbauernverband Dithmarschen) und Pastor Klaus Struve (von links).© Jan-Ole Claussen

Traditionell fertigt die Landjugend eine Erntekrone an und auch die Landfrauen sind mit von der Partie. Da es das sonst übliche Rahmenprogramm zum Landeserntedankfest in diesem Jahr nicht geben wird, haben Kirchenkreis und Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit dem Kreisbauernverband ein alternatives Angebot entwickelt: Auf der Website www.kirche-dithmarschen.de/Erntedank2021 kann man noch bis Mittwoch, 29. September, eine Erntedankkiste mit frischem regionalen Gemüse bestellen.

Ebenfalls in der Kiste befindet sich eine Broschüre mit Infos rund um die Dithmarscher Landwirtschaft, Rezepten der Landfrauen, Spielideen und Wissenswertem zur Tafelarbeit, zu Brot für die Welt oder das Projekt "Mut wächst – Klimabewusstsein erden" des Frauenwerkes in der Nordkirche.

Erntedankfest im Hamburger Michel

Unter dem Motto "Im Segen säen und im Segen ernten" feiert die Hamburger Hauptkirche St. Michaelis am 3. Oktober (10 Uhr) das Erntedankfest. Anders als im vorigen Jahr wird der Gottesdienst wieder in der Kirche gefeiert. Aufgrund der Corona-Regeln können nur bis zu 400 Personen mitfeiern. Für die Teilnahme ist eine Online-Anmeldung unter www.st-michaelis.de notwendig.

Der Schmuck zum Erntedankfest im Michel kommt von der Bäckerinnung.
Der Michel wird zu Erntedank traditionell von der Bäckerinnung geschmückt© S. Wallocha/St. Michaelis

Der Erntedankschmuck wird von der Bäckerinnung und der Altstadtblume zur Verfügung gestellt. Dirk Hansen, stellvertretender Obermeister der Bäckerinnung, wird das Brot übergeben. Der "Bäckerchor" wird die Evangelische Messe musikalisch gestalten. Die Predigt hält Hauptpastor Alexander Röder, die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) spricht ein Grußwort.

Andacht mit Bischöfin Fehrs in St. Petri

Es war ein Jubiläum: Zum 25. Mal wurde die prachtvolle Erntekrone des Land-Frauenverbands Hamburg vergangenen Sonnabend (25.9.2021) im Rahmen einer Andacht in der Hauptkirche St. Petri aufgehängt. Die Krone gilt als Zeichen des Zusammenhalts mit der Hansestadt Hamburg.

In der Hauptkirche St. Petri hängt die prachtvolle Erntekrone des Landfrauenverbands Hamburg.
In der Hauptkirche St. Petri hängt die prachtvolle Erntekrone des Landfrauenverbands Hamburg. © Marcelo Hernandez, Nordkirche

Schon im Vorfeld des Erntedank-Festes hat Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt mehrere landwirtschaftliche Höfe besucht. Dort erkundigte sie sich nicht nur nach den diesjährigen Erträgen, sondern fragte auch vor welchen Herausforderungen die Landwirtschaft angesichts des Klimawandels steht. Hier geht's zum Bericht inklusive Video.

Erntedank in Fischbek mit 2-G-Regel

Erntedank wird rund um dieses Wochenende im gesamten Gebiet der Nordkirche gefeiert. Für viele ist es ein lang ersehntes Fest, mussten doch große Präsenz-Gottesdienste, Festumzüge und Zusammentreffen in Innenräumen lange Zeit vermieden werden. In den meisten Gemeinden ist dies unter Beachtung der landesüblichen Hygiene-Maßnahmen (AHA und 3-G-Regel) wieder möglich.

Die Hamburger Kirchengemeinde Fischbek testet anlässlich des Festes das Modell 2-G: Nur Geimpfte oder von einer Covid-19-Infektion Genesene können am Erntedank-Fest mit Gottesdienst (3. Oktober, 11 Uhr) teilnehmen. Der Vorteil: Niemand muss mehr eine Maske tragen, auch die Abstandsregel entfällt. Es werden lediglich die Kontaktdaten der Besucher erfasst. Ob das Hamburger Modell Schule macht, wird sich noch zeigen. Die Gemeinde selbst ist sehr zuversichtlich, dass das Pilotprojekt gelingt.

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