Tod und Trauer

Welthospiztag: "Niemand muss allein sein, wenn es schwer wird"

Am 11. Oktober ist Welthospiztag: Beistand bei Tod und Trauer, das ist in Hospizen und bei ambulanten Hospizdiensten möglich.
Am 11. Oktober ist Welthospiztag: Beistand bei Tod und Trauer, das ist in Hospizen und bei ambulanten Hospizdiensten möglich.

09. Oktober 2026

Am 11. Oktober ist Welthospiztag: Hospize und Hospizdienste begleiten Sterbende, um ihnen einen Abschied in Würde zu ermöglichen. Auch in unserer Kirche gibt es solche Orte und Menschen, die oft ehrenamtlich anderen in ihren schwersten Stunden zur Seite stehen.

Die Erfüllung letzter Wünsche, eine behagliche Atmosphäre, ein individueller Tagesablauf: Auch in der letzten Lebensphase braucht es Menschen und Orte, die dies ermöglichen. Eine von ihnen ist Claudia Trilk aus Ludwigslust vom Stift Bethlehem. 

Unterstützung und Begleitung ist auch zu Hause möglich

Ihren Job muss die 49jährige oft erstmal erklären: Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes. „Viele Menschen verbinden mit Hospizarbeit ausschließlich stationäre Hospize und die letzte Lebensphase“, sagt Trilk dem Evangelischen Pressedienst (epd). Viele wissen nicht, welche Unterstützung und Begleitung auch zu Hause möglich ist. 

Für den ambulanten Hospizdienst im Stift Bethlehem Ludwigslust sind 30 aktive Ehrenamtliche unterwegs. Sie begleiten Schwerkranke und ihre Angehörigen zu Hause, in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus. „Wir helfen, wenn etwa eine schwere Erkrankung das Leben verändert“, sagt die Palliativ-Care-Fachkraft. Ihr Team möchte dazu beizutragen, dass ein Leben und Sterben in der vertrauten Umgebung möglich ist. „Niemand muss allein sein, wenn es schwer wird“, findet sie.

Eine weiße Blüte liegt neben einer weißen, brennenden Kerze. Der Hintergrund ist schwarz.
Ein paar Rituale können auch in schweren Stunden entlasten: Ruhe, Gespräch, Zuhören.© izzzy71, iStock

Großes Einsatzgebiet in Mecklenburg-Vorpommern

Manchmal würden Menschen und ihre Angehörigen über viele Monate begleitet. Das Einsatzgebiet ihres Hospizdienstes reicht von Ludwigslust bis in viele kleinere Orte im ländlichen Raum. Angesichts der hohen Spritpreise würden Ehrenamtliche aktuell nicht nur ihre Zeit, sondern auch Geld investieren.

„Sie können ihre Fahrtkosten mit 30 Cent pro Kilometer abrechnen, das deckt die tatsächlichen Ausgaben im Moment oft nicht“, weiß Trilk. Dennoch würden viele Ehrenamtliche auf eine Erstattung voll oder teilweise verzichten. „Dieses Engagement verdient großen Respekt.“

Welthospiztag rückt Arbeit für Schwerstkranke und Sterbende in den Mittelpunkt

Beim diesjährigen Welthospiztag steht das Thema „Vielfalt“ im Mittelpunkt. Seit Jahrzehnten setze sich die Hospizbewegung dafür ein, schwerstkranke und sterbende Menschen unabhängig von Herkunft, Glauben, Lebensweise oder sexueller Orientierung zu begleiten. Jeder Mensch bringe seine eigene Lebensgeschichte mit. „Diese Vielfalt begegnet uns in der Hospizarbeit jeden Tag“, erklärt die Expertin.

Vielfalt, Respekt und Toleranz im Hospizalltag 

Hospizbegleiterinnen und -begleiter seien darauf vorbereitet, respektvoll mit Unterschieden umzugehen. „Man muss nicht einer Meinung sein, um einen Menschen gut begleiten zu können.“ Hospizarbeit stehe klar für Menschenwürde, Respekt und ein wertschätzendes Miteinander.

Hier, im Gruppenraum des ambulanten Hospizdienstes Schleswig für die Kinder und Jugendlichen, sollen sich die Betroffenen wohl fühlen. © Antje Wendt, Nordkirche

Für sie beginne eine gute Begleitung damit, zuzuhören und den Menschen ernst zu nehmen. Typische Aufgaben seien Gespräche, vorlesen, kleine Spaziergänge oder einfach da sein und zuhören. „Wirklich außergewöhnliche Wünsche erleben wir eher selten“, sagt Trilk.

Im Angesicht der Endlichkeit würden oft die kleinen Dinge des Lebens eine besondere Bedeutung gewinnen: Zeit miteinander, ein gutes Gespräch, Erinnerungen teilen oder einfach die Gewissheit, nicht allein zu sein. „Unsere Ehrenamtlichen schenken genau diese Zeit.“

Tee und Kerzen in sanftem, gemütlichen Licht
© Joanna Kosinska, Unsplash

Datum
09.10.2026
Quelle
epd
Zum Anfang der Seite