Bundesentwicklungsministerium

Weltwärts, diesmal umgekehrt - Internationale Freiwillige kommen nach Deutschland

Weltwärts, diesmal umgekehrt: Internationale Freiwillige kommen in diesem Jahr nach Deutschland (Symbolbild).
Weltwärts, diesmal umgekehrt: Internationale Freiwillige kommen in diesem Jahr nach Deutschland (Symbolbild).© coloroftime, iStockphoto

10. Februar 2014 von Simone Viere

Greifswald/Berlin/Bonn. "Weltwärts" heißt das Freiwilligenprogramm des Bundesentwicklungsministeriums, das seit 2008 junge Deutsche als freiwillige Entwicklungshelfer ins Ausland schickt. Das Konzept musste bereits einiges an Kritik einstecken: Zu wenig wirksam, das Gefälle zwischen Nord und Süd weiter verstärkend, zu unscharf das Profil. Doch nun hat das Ministerium die "Süd-Nord Komponente" hinzugefügt: Jetzt kommen auch junge Menschen aus dem globalen Süden nach Deutschland.

"Was habt ihr mit euren Bäumen gemacht?" fragte Lionel Dzidzi vor einigen Wochen seine Abholerinnen am Berliner Flughafen. "Sie sehen tot aus!" Auf einiges war der 24-Jährige aus Mosambik vorbereitet, auf den Anblick der Bäume nicht. Zuhause in Chimoio, einer Stadt im Westen von Mosambik, hatten deutsche Freiwillige ihm detailreich alles mögliche erklärt. Dass aber die Menschen im Zug auf sein freundliches Lächeln zuweilen einfach nur zu Boden schauen, dass Winter auch bedeutet, dass weder Gras noch Blätter wachsen - alles neu. 

150 Freiwillige sollen im Laufe des Jahres nach Deutschland kommen

150 Freiwillige sollen mit der "Weltwärts Süd-Nord Komponente" im Laufe dieses Jahres nach Deutschland kommen. Lionel Dzidzi war unter den ersten drei. Er macht in Greifswald Vernetzungsarbeit für den Pfadfinderbund Mecklenburg-Vorpommern, arbeitet mit fünf verschiedenen Vereinen zusammen und wohnt in einer großen WG.

Das "Weltwärts"-Programm des Bundesentwicklungsministeriums hatte von Anfang Gegenwind. Es zeige Arroganz den Einsatzländern gegenüber, unausgebildete 19-Jährige als Entwicklungshelfer auszusenden, hieß es. Das Ministerium finanziere Selbstfindungstrips in arme Länder, der Nutzen sei beschränkt. Die Kritik kam von allen Seiten: von Venro, dem Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen, von Entsende- und Aufnahmeorganisationen, aber auch aus den Medien.

Forderung: "Die Entsendung von Freiwilligen darf keine Einbahnstraße sein."

"Wir haben gefordert, dass die Entsendung von Freiwilligen keine Einbahnstraße sein darf", sagt Jan Wenzel von der Stiftung Nord-Süd-Brücken. Wenzel betreut Entsendeorganisationen in Ostdeutschland und hat die Süd-Nord Komponente mitentwickelt. "Wir wollten einen gleichberechtigten Dialog über Entwicklungszusammenarbeit führen - und dazu gehört unserer Meinung nach auch, dass wir nicht nur Freiwillige entsenden, sondern auch aufnehmen."

Doch das Ministerium zögerte. Erst nachdem eine Evaluation des Weltwärts-Programms Mängel aufzeigte, gab es grünes Licht. Ziel der "Süd-Nord Komponente" sei, die Partnerorganisationen im Süden zu stärken, aber auch die entwicklungspolitische Arbeit in Deutschland zu bereichern, heißt es aus dem Ministerium. 

Lionel Dzidzi spricht leise und zurückhaltend. Er lernt Deutsch und ist noch dabei sich einzuleben. Er hofft auf einen Kunststudiumsplatz in Mosambiks Hauptstadt Maputo, malt expressionistische Gemälde, spielt Gitarre und Trommel in einer Jazzband. In Chimoio engagierte er sich in einem Verein gegen häusliche Gewalt. "Momentan gibt es wenig Hoffnung in meinem Land auf eine gute Zukunft für Jugendliche", sagt Dzidzi.

"Es gibt es wenig Hoffnung in meinem Land auf eine gute Zukunft für Jugendliche"

Mosambik ist ein armes Land mit einer jungen Bevölkerung, einem großen Aidsproblem und einer geringen Lebenserwartung. Ein Visum für Deutschland zu bekommen ist hier so gut wie unmöglich. Ohne die Weltwärts Süd-Nord Komponente hätte Lionel kaum jemals nach Greifswald kommen können.

"Das ist einer der Gründe, warum wir uns an dem Programm beteiligen", sagt Katriona Dannenberg, die im Greifswalder Verein "verquer" entwicklungspolitische Bildungsarbeit macht und mit Lionel Dzidzi zusammenarbeitet. "Denn wir aus Deutschland können fast überall hinreisen. Die meisten Menschen weltweit können das nicht. Umso wichtiger, dass solche Möglichkeiten entstehen." Sie sieht in Lionels Dzidzis Aufenthalt eine große Chance, auch für ihren Verein. "Lionel hat Erfahrung in der NGO-Arbeit, er interessiert sich für Themen die für uns wichtig sind und kann seine Perspektive mit einbringen. Das ist für uns sehr wertvoll."

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