Digitale Synode

Zukunftsprozess: So sieht der Gestaltungsweg der Nordkirche aus

Sprung in die Zukunft: Bis 2022 wird die Nordkirche einen Gestaltungsweg erarbeiten, wie sie Mitglieder binden und Synergien nutzen kann.
Sprung in die Zukunft: Bis 2022 wird die Nordkirche einen Gestaltungsweg erarbeiten, wie sie Mitglieder binden und Synergien nutzen kann. © Unsplash, Silas Bausch

20. November 2020 von Julia Krause

Was kann, muss und möchte Kirche angesichts von sinkenden Mitgliederzahlen noch leisten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Zukunft der Nordkirche. In ihrem Bericht stellt sie der ersten digitalen Synode vor, wie ein Gestaltungsweg für eine zukunftsfähige Nordkirche aussehen kann.

Die Zahlen machen die Dringlichkeit des Themas deutlich: Für die Nordkirche wird ein Rückgang der Kirchenmitgliederzahlen von etwa zwei Millionen in 2019 auf etwa 855.000 in 2060 prognostiziert. Damit verbunden sind reale finanzielle Einbußen von 55 Prozent bis zum Jahr 2060. Die Corona-Pandemie wird diese Entwicklung aller Wahrscheinlichkeit nach sogar noch beschleunigen. 

Ebenso fehlt es an Pastoren-Nachwuchs. "Im Jahr 2030 wird die Nordkirche über 30 Prozent weniger Pastoren und Pastorinnen verfügen als in 2018. Bereits jetzt können in fast allen kirchlichen Berufsfeldern Stellen teilweise nicht mehr besetzt werden" heißt es im Bericht der Arbeitsgruppe Zukunft. 

Relevanz der Kirche herausarbeiten

Vor diesem Hintergrund hat die Arbeitsgruppe Zukunft im November 2019 den Auftrag erhalten, einen Gestaltungsprozess zu erarbeiten, wie sich die Nordkirche sich zukunftsfähig aufstellen möchte. Inhaltlich soll es demnach nicht nur um die Erarbeitung von Einsparpotenzialen gehen, sondern vor allem um neue Möglichkeiten, Menschen an die Kirche zu binden. Herausgearbeitet werden sollen dabei ebenso Wege, wie die Kirche wieder an öffentlicher Relevanz gewinnen kann. 

"Angesichts der sich abzeichnenden Entwicklung von Kirchenmitgliedschaft und Kirchensteueraufkommen werden wir Priorisierungen vornehmen müssen. Der Zukunftsprozess gibt uns die Chance, dies überlegt, transparent, partizipativ und gut kommuniziert zu tun", sagt Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt auf der Synode und ergänzt: "Wir können und wollen uns die Zeit nehmen, um besonnene und nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Aber: Wir müssen sie auch treffen. Und Ja: Von manchem Gewohnten und manchem Geschätzten werden wir womöglich Abschied nehmen müssen. Zugleich entsteht und wächst Neues." 

Neue Beteiligungsformate etablieren

Oberstes Ziel ist es, die Nordkirche so aufzustellen, dass sie langfristig mit weniger Ressourcen ihre Aufgaben erfüllen und gleichzeitig durch innovatives Handeln neue Spielräume generieren kann. Sei es beim Thema Digitalisierung, der Suche nach Fachkräften oder neuen Beteiligungsformaten, die das Ehrenamt fördern.  

Dieser Grundgedanke wird in fünf sogenannten Horizonten aufgegriffen: Mit dem Grundlagenhorizont werden theologische Leitsätze für die Entwicklung der Nordkirche beschrieben. Auch positioniert sich die Nordkirche zu Fragen der Mitgliedschaft in der Gemeinschaft der Landeskirchen. Mit dem Gestaltungshorizont werden kirchliche Kernaufgaben geklärt und es findet eine Verständigung darüber statt, wer sie auf welcher kirchlichen Ebene wahrnimmt im Hinblick auf wirkungsorientiertes und ressourcenschonendes Handeln. Der Ressourcenhorizont benennt notwendige personelle und sachliche Rahmenbedingungen und erkundet Möglichkeiten der Finanzierung und Einsparung; der Regulationshorizont überprüft kirchenrechtliche Regelungen im Hinblick auf ein ausgewogenes Maß von Regulation und Ermöglichung kirchlichen Handelns. Mit dem Innovationshorizont werden Spielräume für die Weiterentwicklung kirchlichen Lebens geschaffen.

300.000 Euro für Gestaltungsprozess veranschlagt

Für die Gesamtkoordination des Prozesses wird eine Koordinierungsgruppe von Verantwortlichen aus Landessynode, Kirchenleitung und Landeskirchenamt gebildet. Diese soll die unterschiedlichen Elemente der landeskirchlichen Ebene berücksichtigen und eine Verknüpfung zu den Zukunftsprozessen der Kirchenkreise ermöglichen. Zur Finanzierung des Gestaltungsweges steht ein Budget von maximal 300.000 Euro bis Dezember 2022 zur Verfügung. 

Die Freiburger Studie

Die Studie des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwig-Universität Freiburg prognostiziert der evangelischen und katholischen Kirche bis 2060 einen dramatischen Mitgliederschwund. Gefördert wurde sie vom Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Erstmals publiziert wurde die Studie 2019. Die Eckdaten zum Nachlesen gibt es hier. 

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