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Internet-Projekt

Mit dieser Karte wird Flüchtlingen geholfen

29.07.2015 | Etwa 250 Initiativen sind schon verzeichnet: Auf ihrer Internetseite www.wie-kann-ich-helfen.info präsentiert die Journalistin Birte Vogel Hilfsprojekte für Flüchtlinge in ganz Deutschland. Sie glaubt, dass sehr viele Menschen etwas tun wollen – als Gegenbewegung zu Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte.

So sieht's im Norden aus: die Hilfsprojekte auf der Karte von Birte Vogel
So sieht's im Norden aus: die Hilfsprojekte auf der Karte von Birte Vogel

In Flensburg geben Studenten Deutschkurse. In Lübeck werden WG-Zimmer angeboten. Und in Bremerhaven gibt es ein Musikprojekt für geflüchtete Kinder. Solche Initiativen sammelt Birte Vogel auf ihrer Internetseite wie-kann-ich-helfen.info. Sie stellt die Angebote in einem kurzen Blogbeitrag vor und verlinkt sie auf einer Online-Karte bei Google Maps.

Die Geschichte beginnt im Oktober vergangenen Jahres. Die freie Journalistin sucht in ihrer Umgebung rund um Sandstedt nördlich von Bremen nach Projekten, die Flüchtlinge unterstützen. "Ich habe nichts gefunden", erinnert sich Vogel. "Ich dachte mir: Ein Informationsportal mit einer Übersicht wäre gut."

Mehrere tausend Nutzer auf der Website – pro Tag

Sie setzt einen Blog auf und beginnt zu suchen, vor allem im Internet. Schnell hat sie ein paar Beispiele zusammen. "Ich hatte nur eine schemenhafte Vorstellung davon, wie viel Arbeit das werden könnte", erinnert sie sich heute und lacht. Freunde und Bekannte senden ihr weitere Hinweise, das Angebot wächst. Immer mehr farbige Punkte für neue Projekte ergänzt sie auf der Google-Karte. Ihre Motivation: "Ich wollte eine Anlaufstelle für Menschen in ganz Deutschland schaffen, die sich engagieren möchten."

Birte Vogel
Birte Vogel

Inzwischen sei das Ziel erreicht, freut sie sich. Mehr als 250 Initiativen hat sie zusammengetragen. Im Durchschnitt klickten mehrere tausend Menschen pro Tag auf ihre Seite, sagt Vogel. Die Nichtregierungsorganisation Pro Asyl unterstützt ihr Angebot.

Große Vielfalt

Vogels Eindruck: "Unwahrscheinlich viele Menschen in Deutschland möchten Flüchtlingen helfen. Sie tun dies mit warmem Herzen." Trotz der Nachrichten über immer mehr Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte oder Proteste gegen Asylbewerberheime. Sie glaube, dass es eine Gegenbewegung gibt, sagt Vogel: "Viele Menschen engagieren sich, um Hürden aus dem Weg zu räumen, an denen Geflüchtete scheitern. Es ist aber eine stille Bewegung. Die Engagierten ackern vor sich hin. Und die Medien berichten leider nicht so oft darüber."

Die Vielfalt des Engagements ist nach Vogels Erfahrungen sehr groß. Zahlreiche Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen hätten sich bei ihr gemeldet. Manche bieten Deutschunterricht an. Andere besorgen Möbel. Wieder andere begleiteten Neuankömmlinge beim Gang zum Arzt. "Ich möchte gar kein Projekt hervorheben", sagt Vogel. "Jeder kleine Schritt ist wertvoll."