Als Pilgerbegleitung die Begeisterung weitergeben
18. September 2026
Vom zweistündigen Schweigegang bis zur Mehrtagestour direkt vor der Haustür: Die Ausbildung zur Pilgerbegleitung bereitet Interessierte darauf vor, mit Pilgergruppen unterwegs zu sein. Im Oktober startet ein neuer Kurs im Norden.
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Pilgern erlebt seit Jahren einen Aufschwung - längst nicht mehr nur auf dem Jakobsweg in Spanien, sondern zunehmend auf Wegen direkt vor der eigenen Haustür. Um Gruppen auf solchen Wegen fachkundig und einfühlsam zu führen, bieten das Pilgerzentrum im Norden und die Ökumenische Pilgerinitiative Vorpommern eine Ausbildung zur Pilgerbegleitung an. Der nächste Kurs beginnt am 30. Oktober.

Der Kurs ist ein vielseitiger Mix aus Praxis, Selbstreflexion und Methodik, erläutert Referentin Sabine Petters. „Wie gehe ich mit Konflikten um, was bedeutet Seelsorge unterwegs und wie wahren wir grenzachtendes Verhalten?“ Auch Auftreten, Haltung, Stimme sowie das freie Sprechen und gemeinsame Singen stehen auf dem Programm.
Mehrwert für Pilgergemeinschaft
Die Ausbildung besteht aus drei Wochenendmodulen, die im kommenden Kurs unter anderem im Pilgerkloster Tempzin stattfinden. Ein zentraler Bestandteil ist ein eigenes Pilgerprojekt, das die Teilnehmenden im Laufe der Ausbildung erarbeiten und auch erproben. „Ich möchte jetzt die Latte nicht unnötig hoch hängen, aber die Pilgerprojekte, die in den letzten Jahrgängen entstanden sind, sind ein absoluter Mehrwert für unsere Pilgergemeinschaft.“

Es geht auch um die eigene Pilgererfahrung, sagt Petters, die seit 2014 regelmäßig pilgert. Für sie verbinden sich dabei Bewegung und Natur mit dem bewussten Innehalten. „Ich habe über die Jahre gelernt: Es geht oft gar nicht um das krampfhafte 'Gott-Suchen', sondern vielmehr um das einfache 'Mit-Gott-Sein'.“
Auf der Via Baltica habe für sie alles begonnen. „Damals mit einer großen Frage an Gott im Gepäck.“ Auch wenn die Antworten nur „häppchenweise“ gekommen seien, habe sich ihr Leben grundlegend verändert. „Heute bin ich haupt- und ehrenamtlich pilgernd unterwegs und wir haben 2023 sogar eine eigene kleine Pilgerherberge eröffnet.“
Kirchenmitgliedschaft ist keine Voraussetzung
Die Aufgabe als Pilgerbegleitung findet Petters vielfältig. Bei den eigenen Angeboten könne von zweistündigen Formaten über halbtägige oder ganztägige Regionaltouren bis zu mehrtägigen Wegen alles entstehen. „Wir möchten die Begeisterung fürs Pilgern weitergeben.“ Sie glaubt, dass viele Menschen von großen Strecken träumen, jedoch oft zögern. „Regionale, kleinere Touren senken diese Hemmschwelle enorm.“
Hier kann nman sich zur Ausbildung anmelden
Die Ausbildung zur Pilgerbegleitung richtet sich an alle Menschen, die sich ehren- oder hauptamtlich engagieren möchten. Langjährige Vorerfahrung auf Pilgerpfaden sei keine zwingende Voraussetzung. Wichtig seien aber Freude am Miteinander und eine grundlegende körperliche Fitness. „Und ganz wichtig: eine Kirchenmitgliedschaft ist für die Kursteilnahme keine Voraussetzung - jede und jeder Interessierte ist willkommen“, betont Sabine Petters.
