Anschlag in Berlin überschattet Hamburger Pride Week
27. Juli 2026
Die Pride Week in Hamburg hatte gerade begonnen, als der Anschlag beim Christopher Street Day in Berlin am späten Samstag Abend für Fassungslosigkeit sorgt. Am kommenden Wochenende ist der Höhepunkt der Hamburger Pride Week in der Hansestadt geplant: Die CSD-Demo in der Innenstadt, bei der auch ein Truck der Evangelischen Kirche mitrollt. Derzeit werden die Sicherheitsmaßnahmen überprüft. Der Slogan der diesjährigen Pride Week "Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!" ist aktueller denn je.
Bunt. Queer. Wir: Nordkirche. Alles über unser Engagement rund um die CSDs und Aktionen finden Sie auf unserer Themenseite.
"Die Nachrichten über den Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin erschüttern mich zutiefst", sagt Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Nordkirche.
Gewalt ist immer ein Angriff auf die Würde, die Freiheit und die Sicherheit von uns allen. Als Kirche stehen wir an der Seite derjenigen, die für Vielfalt, Respekt und die Freiheit eintreten, lieben zu dürfen, wen ihr Herz wählt. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt
Haltung als Zeichen des Glaubens
Unsere Kirche bei der Pride-Week in Hamburg
Freitag, 31.7.:Orgelkonzert "Glitter and be gay" in Hauptkirche St. Nikolai
Samstag, 1.8.: Parade mit Truck der Evangelischen Kirche, Segenszelt vor Hauptkirche St. Petri
Sonntag, 2.8.:Gottesdienst in St. Pauli-Kirche: "Der Angst die Macht nehmen"
Zum Auftakt der Pride Week in Hamburg besuchte Anja Fährmann, Präses der Landessynode, am vergangenen Sonntag den ökumenischen Gottesdienst in der Dreieinigkeitskirche St. Georg. Geprägt war auch dieser Abend von den Eindrücken der Gewalttat in Berlin. "Haltung zu zeigen ist für uns kein politisches Schlagwort, sondern Ausdruck unseres Glaubens. Wo Menschen verletzt oder ausgeschlossen werden, dürfen wir nicht schweigen“, so Anja Fährmann. "Heute beim Pride Prayer setzen wir ein Zeichen der Solidarität.“ Der Gottesdienst verbindet spirituelle Elemente mit gesellschaftlicher Verantwortung: Gebet und Musik, sichtbare Unterstützung queerer Christ:innen sowie Zeichen gegen Diskriminierung und für Menschenrechte.
"Als Kirche stehen wir an der Seite derer, die Angst haben müssen, einfach sie selbst zu sein. Unser Auftrag ist klar: Wir widersprechen jeder Form von Gewalt und Diskriminierung. Wir machen sichtbar, dass Gott jeden Menschen in seiner Vielfalt und Einzigartigkeit liebt."
Größtes CSD-Event im Norden: Parade in Hamburg am Samstag
Geplante Route: Start an Lübecker Straße / Ecke Mühlendamm, dann weiter über den Steindamm, Kreuzweg, Steinstraße und Mönckebergstraße bis zur Lombardsbrücke.
Derzeit wird das Sicherheitskonzept des CSDs in Hamburg überprüft, der wie immer am ersten August-Wochenende bis zu einer Viertelmillion Menschen in die Hansestadt lockt. Gemeinsam treten sie beim größten CSD im Norden für die Rechte von queeren Menschen ein. Geplant ist, dass die Trucks und alle Aktiven an der Lübecker Straße / Ecke Mühlendamm starten.

Flaggschiff im Norden: CSD in Hamburg
Bereits zum vierten Mal ist unsere Kirche mit einem großen Truck auf dem Hamburger CSD dabei und setzt damit ein Zeichen für Vielfalt, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unter dem Motto „Fürchte dich nicht. L(i)ebe frei und sichtbar“ demonstrieren auch viele Engagierte aus den Hamburger Kirchenkreisen, der Nordkirche und darüber hinaus mit.
Gerade in Zeiten, in denen queere Menschen wieder verstärkt Anfeindungen erleben, will unserer Kirche sichtbar an ihrer Seite stehen und deutlich machen: Gottes Liebe gilt allen Menschen ohne Ausnahme.
Segen unterm Regenbogen
Zusätzlich zum Truck mit ungefähr 140 Menschen an Bord wird Kirche auch an weiteren Orten präsent sein. Vor der Hauptkirche St. Petri schlägt die Nordkirche mit KonQueer wie schon in den Vorjahren ein Segenszelt auf, um ein Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz zu setzen. Hier sind Pastor:innen von st. moment vor Ort für Segnungen und mit Zeit für Gespräche.

Orgelkonzert als Zeichen der Toleranz
Am Sonntag, 2. August, um 11 Uhr lädt die St. Pauli Kirche zum CSD-Gottesdienst „Der Angst die Macht nehmen" ein – gemeinsam mit Pastor Sieghard Wilm, dem Team von positiv leben&lieben und der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Anschließend gibt es ein Kiezfrühstück.
Und auch der Hamburger Orgelsommer zeigt sich solidarisch: Am Vorabend der Demo findet in der Hauptkirche St. Nikolai das Konzert "Glitter and be gay" mit Gesang (Theresa Szorek) und Orgel (lars Schwarze) statt - als Pride-Konzert zum CSD mit Werken von Leonard Bernstein, Giacomo Puccini und anderen Meistern.
CSD-Demos von Frühling bis Herbst
Bestellen: Regenbogenfahnen im Nordkirche Shop
In immer mehr Städten gibt es LGBTQI+Kundgebungen. Der Weg dorthin war lang und steinig, doch seit vielen Jahren schon wehen unzählige Regenbogenflaggen an öffentlichen Gebäuden, Straßenzügen und Kirchen.
Aus dem Pride Month ist längst eine lange Pride-Saison geworden: Seit Mai finden in vielen Städten Norddeutschlands CSD-Demos, Regenbogen-Paraden, Feste der Toleranz und LGBTQI+-Demos statt, einige späte gibt es sogar noch im September.
Gottesdienst und Illumination vor CSD in Lübeck
Und so laufen auch in Lübeck die Vorbereitungen für den CSD am 15. August. Ab 11 Uhr werden wieder voraussichtlich 10.000 Menschen den CSD in der Innenstadt feiern, der mit einem Strassenfest am Markt losgeht und sich ab 12 Uhr als Parade durch die Innenstadt bewegt.
Die Lübecker Marienkirche lädt zu drei Veranstaltungen rund um das Event ein:
- Bereits am Montag, 10. August heißt es zu später Stunde um 22 Uhr in St. Marien „Ligths on!“ in der noch dunklen Kirche. Mit einem Gläschen zum Anstoßen in der Hand, kann nach ein paar Worten von Segensreich-Pastorin Anne Mareike Müller die einmalige Atmosphäre des in Regenbogenfarben illuminierten Backsteingewölbes bei Saxophonmusik von Sebastián Molano López genossen werden.
- Am 14. August dann wird ein ökumenischer Gottesdienst um 18 Uhr unter dem Motto #unverhandelbar gefeiert. Die Predigt hält Tash Hilterscheid, Pfarrperson für queersensible Bildungsarbeit in der Nordkirche. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von Johannes Lenz am Klavier und dem Lübecker Kneipenchor. Gebärdendolmetscherinnen begleiten den Gottesdienst. Eingeladen sind alle Menschen – unabhängig von Glauben, Identität oder Herkunft.
- Während der Parade am 15. August ist die Kirche St. Marien geöffnet und bietet QueerBlessings, Transitionssegen & Segen für alle: Zwischen 15.30 und 19.30 Uhr sind besonders Menschen in Transition oder auf dem Weg zu einem neuen Lebensabschnitt eingeladen, sich in einem persönlichen Segensritual stärken und begleiten zu lassen. Ob Outing, Namensänderung, medizinische Schritte oder einfach der Wunsch nach Zuspruch und Ermutigung – für all das soll Raum sein.
Klein und familiär: CSD in Husum
Der CSD in Husum am 23. August ist deutlich kleiner. Auch er beginnt mit einem Gottesdienst um 11 Uhr in der Marienkirche, geleitet von Pastor Friedemann Magaard, Vize-Präses der Landessynode. Er findet seit 2024 zum dritten Mal statt. Ab 12.30 Uhr zieht die bunte Demo der Vielfalt durch die Husumer Innenstadt, anschließend ist ein Picknick im Schlosspark geplant.

