Humanitärer Einsatz

Flüchtlingshilfe bestimmt die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe

Cornelia Füllkrug-Weitzel (links), Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilf, spricht mit einer afghanischen Familie, die von ihrer Flucht erzählen. Die Mutter sitzt mit ihrem acht Wochen alten Säugling erschöpft auf den Gleisen an der Bahnstrecke Budapest nach Serbien.
Cornelia Füllkrug-Weitzel (links), Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilf, spricht mit einer afghanischen Familie, die von ihrer Flucht erzählen. Die Mutter sitzt mit ihrem acht Wochen alten Säugling erschöpft auf den Gleisen an der Bahnstrecke Budapest nach Serbien.© Christoph Püschner/Diakonie Katastrophenhilfe

22. August 2016 von Simone Viere

Seit der Schließung der Balkanroute stecken Tausende Menschen überall in Europa fest. Die Diakonie Katastrophenhilfe kümmert sich jedoch nicht nur um sie. Überall auf der Welt gibt es "vergessene Katastrophen", wo Menschen Hilfe benötigen.

Die Hilfe für Flüchtlinge hat die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe im vergangenen Jahr bestimmt. Allein für die derzeit größten humanitären Einsätze in Syrien, seinen Nachbarländern und im Irak wurden über 15 Millionen Euro bewilligt, wie das evangelische Hilfswerk am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Die Gesamteinnahmen beliefen sich im vergangenen Jahr auf 63 Millionen Euro, rund 50 Prozent mehr als 2014. Darin enthalten waren auch mehr öffentliche Mittel in Höhe von 23,9 Millionen Euro (2014: 15,7 Millionen) sowie deutlich mehr Spenden. Sie lagen bei 31,2 Millionen Euro, ein Plus von 74 Prozent.

Unterstützung von Menschen in "vergessenen Katastrophen"

Weltweit hat das Hilfswerk nach eigenen Angaben 177 Projekte bewilligt: für Nothilfe, Wiederaufbau und Katastrophenvorsorge. Ein wichtiger Teil der Arbeit sei dabei die Unterstützung von Menschen in "vergessenen Katastrophen", erklärte die Theologin. Viele Krisen und Konflikte würden in den Medien kaum noch Beachtung finden, etwa in Somalia, in Kolumbien, in der Zentralafrikanischen Republik oder in Myanmar. Für die dortige Hilfe seien öffentliche Mittel sowie Spenden ohne Zweckbindung unerlässlich, betonte sie.

Hilfe für Flüchtlinge: "Hoffnung schlägt in Hoffnungslosigkeit um"

Auch in diesem Jahr würden die Syrien-Hilfe und Unterstützung von Flüchtlingen in Südeuropa eine zentrale Herausforderung sein, führte Füllkrug-Weitzel aus. Hunderttausende Menschen, die in ihrer Heimat alles aufgegeben hätten, steckten überall in Europa fest. "Ihre Hoffnung schlägt in Hoffnungslosigkeit um", beklagte die Theologin und kritisierte: "Das Jahr 2015 und die letzten Monate haben uns ein weiteres Mal gezeigt, wie humanitäre Hilfe durch mangelnden politischen Willen an ihre Grenzen stößt."

Füllkrug-Weitzel: EU muss legal Migration für Schutzsuchende ermöglichen 

Die Diakonie Katastrophenhilfe forderte erneut legale Zuwanderungswege in die Europäische Union und ein Asylsystem, was auch die Familienzusammenführung beinhaltet. Nach der Schließung der Balkanroute seien viele Familien, "zwischen den Zäunen" in Europa zerrissen, sagte Füllkrug-Weitzel.

Darüber hinaus müsse sich humanitäre Hilfe zwingend an der Notlage der Menschen orientieren und nicht zur politischen Verhandlungsmasse degradieren, erklärte sie. Hilfsgelder sollten nach Grundsätzen der Menschlichkeit und Unparteilichkeit fließen. Eine Gegenleistung, wie die Sicherung der Grenze zwischen der Türkei und der EU, dürfe es nicht geben, sagte die Theologin.

Hamburger Spenden für Katastrophenhilfe verdreifacht

Auch wenn derzeit weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen, dürfe die Gesamtsituation in Europa nicht aus dem Blick verloren werden, sagte auch der Hamburger Landespastor Dirk Ahrens. In Griechenland würden immer noch Tausende auf ihre Verfahren warten oder an der serbisch-ungarischen Grenze "perspektiv- und hoffnungslos steckenbleiben".

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat im vergangenen Jahr 649.085 Euro Spenden aus Hamburg erhalten. Das sei mehr als drei Mal so viel wie im Jahr 2014 mit 210.839 Euro, teilte das Diakonische Werk Hamburg mit. Insbesondere die Anteilnahme mit den Erdbebenopfern in Nepal und die Flüchtlingskrise führten in Hamburg zu einer steigenden Spendenbereitschaft.

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