Corona-Krise

Karfreitag: "Jedem Menschen kommt die gleiche Würde zu"

Am Karfreitag erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz.
Am Karfreitag erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz.© epd-bild / Jens Schulze

10. April 2020

Leere Kirchen an Ostern: Die Corona-Pandemie wird 2020 eine große Herausforderung für Christinnen und Christen. Dennoch haben die Kirchen die Gläubigen an Karfreitag zu Hoffnung trotz der derzeitigen Krise aufgerufen. So sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, Gott habe Tod und Schmerzen in seinem Sohn Jesus Christus selbst erfahren, er sei den Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie in ihrem Leid besonders nahe.

Die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, warnte angesichts der Corona-Krise davor, Menschenleben gegeneinander abzuwägen. "Jedem Menschen kommt die gleiche Würde zu", sagte sie in ihrer Karfreitagsbotschaft in Schwerin. Die derzeitigen schwierigen ethischen Entscheidungen würden "unser Zusammenleben auf dieser Welt mitten ins Herz treffen". Es seien Entscheidungen, die auch die Fragen von möglicher Schuld und Vergebung berühren. Menschen könnten nicht leben, ohne an anderen schuldig zu werden. 

Karfreitags-Predigt von Heinrich Bedford-Strohm

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte er in seiner Karfreitags-Predigt in der Münchner St. Matthäuskirche: "In diesen Tagen greift immer wieder die Dunkelheit nach uns und manchmal dringt sie bis in unser Inneres vor."  Gedanken der Angst und Gedanken der Sorgen machten sich breit und peinigten die Menschen: "Was wird alles noch kommen?" Die Sorgen um die eigene Gesundheit, die Gesundheit der Familie, die Ängste um die eigene wirtschaftliche Existenz, das Unternehmen. Und zugleich sei aktuell untersagt, "was wir Trost, was mit Stabilität gibt", sagte Bedford-Strohm: "Man darf sich nicht berühren, man darf nicht zusammenkommen." Im Grau der Nachstunden könne einen die Macht solcher Gedanken schnell erfassen, erläuterte der Ratsvorsitzende.

"Von guten Mächten geborgen"

Die Erinnerung am Karfreitag, dass Gottes Sohn selbst durch solches Dunkel gegangen ist, könne Kraft und Hoffnung spenden. Weshalb es heimtückische Krankheiten gebe, das wisse man nicht. "Gottes gute Schöpfung ist noch nicht vollendet", sagte Bedford-Strohm. In diesem Jahr sei der Karfreitag "noch karger" als sonst. Er erinnerte an den Theologen Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945 von im KZ Flossenbürg kurz vor Kriegsende erhängt wurde: "Wir wissen nicht, was die nächsten Wochen und Monate bringen werden." Man könne aber wie Bonhoeffer darauf vertrauen, "Von guten Mächten" geborgen zu sein.

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung erinnerte in seiner Karfreitagsbotschaft an Menschen, die jetzt besonders litten: "Wer heute auf das Kreuz schaut, der sieht auch die Menschen, die auf den griechischen Inseln unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten werden, ohne ausreichende Versorgung, ohne Zugang zu dem notwendigen Schutz."

Es sei zu befürchten, dass angesichts der Corona-Pandemie eine humanitäre Katastrophe bevorstehe. "Die Lager müssen umgehend geräumt werden. Schutzsuchende müssen evakuiert und auf die europäischen Länder verteilt werden", forderte Jung.

Karfreitag

Am Karfreitag erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz. Nach christlichem Verständnis leidet Gott in Gestalt des unschuldig gekreuzigten Jesus gemeinsam mit seiner gequälten Schöpfung. Der Karfreitag ist damit zugleich die Antwort des Christentums auf das Böse in der Welt. Das Christentum wurde so zur Religion des Kreuzes und das Kreuz Symbol für Mitgefühl und die Erlösung vom Tod.

Stiller Feiertag

Der Karfreitag ist ein sogenannter stiller Feiertag. Darum gibt es immer wieder gesellschaftliche Diskussionen. In diesem Jahr dürfte diese Diskussion allerdings in den Hintergrund treten, da wegen der Corona-Pandemie ohnehin Diskotheken und Vergnügungsstätten geschlossen haben. Karfreitag leitet sich ab vom althochdeutschen "Kara" für Klage und Trauer. In den meisten Gemeinden schweigen die Glocken zu den Gottesdiensten. Manchmal ist der Altar schwarz verhängt. Taufen oder Trauungen finden nicht statt.
 

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