Naturschutz der Loki Schmidt Stiftung

Axel Jahn: "Artensterben muss gestoppt werden" 

In der Pandemie können die Bildungsangebote der Loki Schmidt Stiftung nicht wie gewohnt stattfinden. Geschäftsführer Axel Jahn erklärt, welche Alternativen die Stiftung für die Kinder- und Jugendarbeit entwickelt hat, um junge Generationen für den Umweltschutz zu sensibilisieren.
In der Pandemie können die Bildungsangebote der Loki Schmidt Stiftung nicht wie gewohnt stattfinden. Geschäftsführer Axel Jahn erklärt, welche Alternativen die Stiftung für die Kinder- und Jugendarbeit entwickelt hat, um junge Generationen für den Umweltschutz zu sensibilisieren. © Reimar Palte

12. Mai 2021 von Maren Warnecke

Die Loki Schmidt Stiftung ruft derzeit zusammen mit der Nordkirche zu einer Spendenaktion auf. Ziel ist die Bewahrung von Naturräumen. Wie wichtig solche "Überlebensinseln" für Tiere und Pflanzen, aber auch für die Menschen sind, sagt Axel Jahn, Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung, im Interview.

Nordkirche: Herr Jahn, in der Corona-Pandemie haben viele Menschen das Spazieren gehen in der Natur (wieder-)entdeckt. Macht sich dieses neue Interesse auch in Ihrer Stiftung bemerkbar?

Axel Jahn: Wir von der Loki Schmidt Stiftung freuen uns darüber, dass durch die Pandemie viele Menschen die Natur als Ort für Erholung, Entspannung und Sport wiederentdecken. Mit unserer Arbeit wollen wir darüber hinaus dazu beitragen, dass die Menschen die Natur bewusst wahrnehmen und sich an der biologischen Vielfalt erfreuen, die uns umgibt. Wenn sie die Natur als Bereicherung ihres Alltags und als unsere Lebensgrundlage begreifen, werden sie pfleglich mit ihr umgehen und sich für ihren Schutz einsetzen. Tatsächlich erfahren wir im Moment sehr viel Unterstützung, die wir auch dringend für unsere Naturschutzarbeit brauchen.

Besonders unsere Naturschutzgebiete sind zurzeit zum Teil völlig überlaufen, was nicht selten zu Konflikten zwischen unseren Naturschutzaktivitäten und dem Erholungsbedürfnis der Menschen führt. Hier braucht es geduldige Aufklärung und langfristig mehr Raum für die Natur und bedrohte Arten.      

Bildungsarbeit unter Pandemie-Bedingungen    

Loki Schmidts Motto war: "Man liebt nur was man kennt, und man schützt nur was man liebt." Mit diesem Leitsatz gestalten Sie auch Ihr Bildungsangebot, das seinen Schwerpunkt bei Kindern und Jugendlichen sieht. Wie funktioniert das vor dem Hintergrund der Corona-Regelungen?

Tatsächlich schmerzt es uns sehr, dass wir unsere Umweltbildungsprogramme im Moment nicht in gewohnter Weise durchführen können. Wir betreiben in den Boberger Dünen und der Fischbeker Heide eigene Umweltzentren. Unsere dortigen pädagogischen Mitarbeiter*innen sind in dieser Jahreszeit normalerweise ausgebucht. Zahllose Schulklassen, Kita-Gruppen und viele andere nutzen  unserer Angebote und machen so unvergessliche Naturerfahrungen und Lernerlebnisse. Damit wir die Schulen und Kitas trotzdem erreichen, verschicken wir per Post oder Mail Naturerlebnisangebote, die von den Pädagog*innen in den Einrichtungen umgesetzt werden können.

Für Erwachsene bieten wir regelmäßig Veranstaltungen per Zoom, die gut nachgefragt werden. Aber das ist alles nur ein Ersatz für unser normales, lebendiges und vielseitiges Veranstaltungsprogramm. Schon Loki Schmidt wusste: Die Natur lässt sich nun einmal am besten in der Natur erleben und verstehen.        

Klimawandel stoppen und Perspektiven schaffen

Ihre Stiftung versteht sich als Impulsgeberin für mehr Grün und für ein besseres Mensch-Natur-Verhältnis. Was sind Ihrer Meinung nach die drei dringlichsten Vorhaben beim Thema Naturschutz in den kommenden Jahren?

Die Menschheit steht vor der Aufgabe, das weltweite Artensterben und den Klimawandel zu stoppen. Damit das gelingt, braucht es einen anderen Umgang mit unseren Ressourcen wie Energie, Wasser, Boden, Flächen.

Die Natur braucht mehr Raum. Wir benötigen weltweit große Naturgebiete, in denen wilde Pflanzen und Tiere leben können. Dies gilt für Mitteleuropa ebenso wie für Polargebiete und Tropen, für Ozeane und Süßwasserfeuchtgebiete, ja, selbst für Wüsten. Indem wir selbst mit Hilfe unserer Spender*innen Flächen in Deutschland kaufen und so für die Natur sichern, arbeiten wir daran, "Überlebensinseln" für bedrohte Arten zu schaffen und zu erhalten.

Mit unserer Bildungsarbeit wollen wir an einem Paradigmenwechsel hin zu einer umweltverträglicheren Lebens- und Wirtschaftsweise mitwirken, der die Voraussetzung dafür ist, dass unsere Zivilisation auf diesem Planeten eine Zukunft hat.

Zusammengefasst könnte man sagen, wir müssen den Klimawandel stoppen, das weltweite Artensterben beenden, in einen umfassenden und ernsthaften gesellschaftlichen Dialog über den Weg zur Erreichung dieser Ziele eintreten. Die Zeit drängt. 

 

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