10. Tagung der II. Landessynode

Liveticker zur dritten digitalen Tagung der Landessynode

Ein eingespieltes Team: Vizepräses Elke König (v.l.), Präses Ulrike Hillmann und Vizepräses Andreas Hamann
Ein eingespieltes Team: Vizepräses Elke König (v.l.), Präses Ulrike Hillmann und Vizepräses Andreas Hamann© Nordkirche, Elisabeth Most-Werbeck
Ein Blick über die Schultern von Daniela und Stefan Szczuka, die sich in Kiel um die Technik für die Übertragung der Landessynode kümmern.
Ein Blick über die Schultern von Daniela und Stefan Szczuka, die sich in Kiel um die Technik für die Übertragung der Landessynode kümmern.© Nordkirche, Elisabeth Most-Werbeck
Das Präsidium verfolgt den Gottesdienst der Seemannsmission
Das Präsidium verfolgt den Gottesdienst der Seemannsmission© Nordkirche, Elisabeth Most-Werbeck
Matthias Ristau, Seemannspastor der Nordkirche (rechts) mit Antonio Ablon, ökumenischer Mitarbeiter im ZMÖ und im Seemannspfarramt.
Matthias Ristau, Seemannspastor der Nordkirche (rechts) mit Antonio Ablon, ökumenischer Mitarbeiter im ZMÖ und im Seemannspfarramt.© Seemannsmission

24. April 2021 von Anne Christiansen

Zum dritten Mal hat die II. Landessynode der Nordkirche digital getagt. Schwerpunkte der Sondertagung am 23. und 24. April waren der Bericht aus dem Sprengel Mecklenburg und Pommern mit dem Titel "Heilsame Gesprächsräume über die Vergangenheit öffnen" zur Kirche in der DDR, der Partnerschaftsvertrag zwischen der Nordkirche und der Süd-Ohio Synode (Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika), der Klimaschutzbericht 2019, die Situation junger Menschen in Corona-Zeiten und mehrere Wahlen.

Themen und Beschlüsse des Kirchenparlaments können Sie hier in unserem Ticker noch einmal in umgekehrter Reihenfolge nachlesen: 

Das Synoden-Team von nordkirche.de dankt für Ihre Aufmerksamkeit und verabschiedet sich von dieser Tagung. Wir wünschen viel Gutes und freuen uns auf ein Wiedersehen – im digitalen Raum oder von Angesicht zu Angesicht.

14.05 Uhr: Segen zum Abschluss

Bischof Gohard Magaard spricht zum Abschluss der Tagung einen Segen:

Bewahre uns Gott, behüte uns Gott

14.00 Uhr Abschluss

Synodenpräses Ulrike Hillmann dankt allen Synodalinnen und Synodalen und den beteiligten Teams für die engagierte Mitarbeit für diese und während der Tagung.

Die nächste Tagung der Landessynode findet statt am 05. Juni 2021. Dann steht die Wiederwahl von Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, auf der Tagesordnung. Eine Sitzung in Präsenz scheint ausgeschlossen.

13.55 Uhr Nachwahlen in Ausschüsse

Die Landessynode wählt verschiedene Mitglieder von Ausschüssen nach. Gewählt werden als stellvertretende Mitglieder in den Finanzausschuss Matthias Bohl (Gruppe der Pastor*innen) und Torsten Denker (Gruppe der Mitarbeitenden), als Mitglied in den Digitalisierungsausschuss Gudrun Nolte als stellvertretendes Mitglied in den Teilhabeausschuss Jutta Grashoff, als stellvertretendes Mitglied in den Ausschuss Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung Prof. Dr. Enno Edzard Popkes.

13.00 Uhr: "Die nächste Dekade wird entscheidend sein"

Bischof Gothard Magaard hält den Klimaschutzbericht 2019

Mit eindringlichen Worten hält der Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, Gothard Magaard, den Bericht über die Umsetzung des Klimaschutzgesetzes in der Nordkirche: "Im Jahr 2019 betrug die Gesamtsumme für Klimaschutzmaßnahmen in den 13 Kirchenkreisen und auf der landeskirchlichen Ebene 3,287 Millionen Euro. Die CO2- Emission sind auf rund 86.000.001 Tonnen abgesunken." Weiterhin geht es in dem Bericht um gutes Energiecontrolling, das energetische Optimieren von Gebäuden und darum, die Verbrauchsdaten für die Bilanzierung von CO2-Emissionen besser zu erfassen.

Bischof Gothart Magaard
Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Nordkirche© Marcelo Hernandez, Nordkirche

Das 68 Seiten starke Dokument berichtet detailliert über die Klimaschutzmaßnahmen in den Kirchenkreisen der Nordkirche. Dazu gehören die energetische Sanierungen von Gebäuden, den Einbau von modernen Heizanlagen, den Einkauf von klimaneutralen Waren oder die Beschaffung von Lastenfahrrädern. Außerdem werden gute Projekte und Maßnahmen im Bildungsbereich präsentiert.

"Klimaschutz", so Magaard, "ist für uns als Kirche immer auch mit der Frage nach der globalen Klimagerechtigkeit verbunden." 2019 ist die Nordkirche dem Ökumenischen Netzwerk Klimagerechtigkeit beigetreten.  "Die wichtigste Strecke des Weges in der menschheitlichen Aufgabe des Klimaschutzes liegt unmittelbar vor uns! Die nächste Dekade wird der entscheidende Zeitraum sein, um dramatische Kippeffekte im globalen Klima zu verhindern. …. Wir stehen erst am Anfang eines komplexen Umlernens in vielen Handlungsfeldern. Aus dem fernen Globalziel CO2-Neutralität 2050 muss eine erkennbare Praxis 2032 werden."

In der Aussprache artikulieren eine Reihe von Synodalinnen und Synodalen, dass die Nordkirche und ihre Kirchenkreise ihre Anstrengungen im Klimaschutz erheblich verstärken sollte. Verbindliche und verpflichtende Regelungen werden eingefordert. Die Bewahrung der Schöpfung, der Klimaschutz müsse ernster genommen werden. Das gilt besonders auch für die weltweiten Emissionen und die direkten und indirekten Anteile der Nordkirche daran.

Klimaschutz in der Nordkirche

Seit 2015 gibt es das Klimaschutzgesetz der Nordkirche. Ein wesentliches klimapolitisches Ziel ist, CO2-Neutralität bis zum Jahr 2050 zu erreichen.

Für den Klimaschutzbericht sollen alle Emissionen einbezogen werden, die durch die Nordkirche und ihr Handeln verursacht werden. Bislang wird der Bereich Gebäude erfasst, der 80 Prozent der Gesamtemission ausmacht.  Für Mobilität und Beschaffung werden 15 bzw. 5 Prozent zusätzlich veranschlagt.

Das Klimaschutzgesetz sieht verbindlich vor, dass mindestens 0,8 Prozent der anteiligen landeskirchlichen Mittel sowie der Schlüsselzuweisungen an die Kirchenkreise für den Klimaschutz verwendet werden.

Für die Zukunft hat die Kirchenleitung einen Ausschuss berufen, der den ersten Klimaschutzplan (2016-2021) auswerten und fortschreiben soll in einem zweiten. Dieser soll  die Jahre 2022 bis 2028 umfassen und der Landessynode auf ihrer Tagung im Februar 2022 vorgeschlagen werden.


Annette Piening: "Klimaschutz braucht immer Menschen, die Veränderung wollen"
Klimaschutzmanagerin Annette Piening unterstützt seit vier Jahren Kirchenkreise und Gemeinden, damit die Chancen im Klimaschutz möglichst breit genutzt werden© Umwelt- und Klimaschutzbüro, Katharina Grossheim

12.00 Uhr Landessynode beschäftigt sich mit Situation von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie

Malin Seeland bringt einen Antrag auf eine Stellungnahme der Landessynode zu jungen Leuten und Corona ein. Die 29-jährige Sylterin ist Sprecherin des Ausschusses "Junge Menschen im Blick". Der Antrag fordert die Kirchenleitung auf,  gegenüber den Regierenden auf mehr Beteiligung von jungen Menschen zu drängen. Die Beteiligung junger Menschen wird in Artikel 12 der Verfassung der Nordkirche geregelt.

Malin Seeland  ist Sprecherin des Ausschusses "Junge Menschen im Blick".
Malin Seeland ist Sprecherin des Ausschusses "Junge Menschen im Blick". © Nordkirche / Screenshot (Livestream)

Malin Seeland appelliert an eine Veränderung der Haltung, ein Wahrnehmen der Situation von jungen Leuten in der Pandemie und ihrer Belange – je nach Ort und Kontext: "Statt Reglementierung brauchen Kinder und Jugendliche in der Pandemie Unterstützung und die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Sie können nicht über die Belange von Jugendlichen entscheiden, ohne diese zu beteiligen. Damit nehmen Sie sich auch eine Riesenchance, mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen – gerade in der Pandemie."

Raum für Ängste und Sorgen junger Menschen

Seeland kritisierte, dass junge Menschen bei den Entscheidungsprozessen zu Corona-Schutzmaßnahmen bislang nicht einbezogen worden seien, sei es in der Politik oder auch von den kirchenleitenden Gremien: "Gerade Kirche ist für junge Menschen ein Ort, an dem sie erleben, dass ihre Ängste und Sorgen Raum bekommen, in den Gemeinden oder auch in der Chatseelsorge. Wenn wir sie in die Krisenkommunikation einbinden, ist das heilsam für die jungen Menschen und ein Gewinn für uns als Kirche." Schließlich würden die jungen Leute viel Kreativität und eine hohe Kompetenz im Umgang mit digitalen Medien mitbringen.

Schon jetzt sei absehbar, wie einschneidend die Coronakrise für die Kinder- und Jugendarbeit der Kirche sei: "Wir verlieren gerade komplette Jahrgänge dadurch, dass wir für Kinder und Jugendliche viel weniger anbieten können."

Die Synode diskutiert lebhaft und in Teilen kontrovers den Antrag. Die Erfahrungen während der Corona-Pandemie in den Gemeinden und Gruppen vor Ort sind sehr unterschiedlich.

Der Antrag wird mit 105 von 113 Stimmen beschlossen (2 Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen).

11.45 Uhr: Quiz zur Beteiligung junger Menschen

Leah Berny aus dem Ausschuss "Junge Menschen im Blick" spielt mit der Landessynode ein digitales Quiz mit Fragen rund um die Beteiligung junger Menschen in der Kirche.

Leah Berny
Zwischen den Kirchengesetzen spielt der Ausschuss Junge Menschen im Blick ein Quiz mit den Landessynodalen© Nordkirche / Screenshot (Livestream)

Ergebnis: Sieger mit 523 Punkten ist Prof. Dr. Christoph Stumpf, dicht gefolgt von Bennet Keuchel und Brigitte Varchmin (beide 518 Punkte).

11.40 Uhr: Beschluss der Kirchengesetze in zweiter Lesung

Die Landessynode beschließt in Zweiter Lesung die Kirchengesetze, die sie an ihrem ersten Tagungstag diskutiert hat.

Für das Zweite Kirchengesetz zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften zur Erleichterung der Arbeit von Pfarrpersonen in Pfarrsprengeln stimmen 116 von 127 Synodalinnen und Synodalen (11 Enthaltungen).

Auch der Partnerschaftsvertrag zwischen der Süd-Ohio Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland wird in Form eines Kirchengesetzes nun als dauerhaft beschlossen. 118 von 122 Synodalinnen und Synodalen stimmen zu (2 Nein-Stimmen, 2 Enthaltungen).

10.15 Uhr: Aussprache zum Sprengelbericht

Synodenpräses Ulrike Hillmann dankt für den eindrucksvollen Bericht, der viele Synodalinnen und Synodale sehr berührt.

Claudia Rackwitz-Busse dankt ebenfalls für das Geschenk des Films und den Anstoß zum Austausch, auch über Verletzungen und schwierige Erfahrungen zu sprechen. Sie spricht sich für Biografie-Arbeit aus.

Henning von Wedel betont die Stärke der Nordkirche, die aus den Erfahrungen der beiden östlichen Mitgliedskirchen erwachsen ist.

Auch Propst Matthias Bohl greift den Anstoß auf, Gemeindepartnerschaften und-Begegnungen wieder zu beleben. Eine Generation nach der Wende hätten solche Begegnungen einen neue Chance.

Anne Gidion beschreibt den Film als berührend, stimmig und Stimme gebend; auch als Beispiel gebend, dass aus Anlass des Berichts der Bischof zurücktritt und anderen Stimme gibt. Ebenso ordnet Friedemann Magaard dies in einem späteren Beitrag als strategisches Thema ein.

Pröpstin Frauke Eiben berichtet von einem vergleichbaren Biografien-Projekt des Südafrikaners Michael Lapsley, "Healing Memories", das sie bei einem Partnerschaftsbesuch mit dem Zentrum für Mission und Ökumene vor einigen Jahren in Kapstadt kennengelernt hat.

Frank Howaldt dankt ebenfalls für die Entscheidung für das Format des Bischofs- und Sprengelberichts. Es sei gut, den Fokus so zu setzen: Auch Prof. Dr. Ingrid Schirmer betont die Stärke dieses Formats.

Hans-Jürgen Strenge geht auf das Biografien-Projekt ein, das er mit dem Fachbeirat für Erinnerungskultur begleitet hat, und nennt die begleitende Literatur, inklusive zwei CDs. Er regt die Beschäftigung im Konfirmandenunterricht damit an.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt teilt ihre Beobachtung, dass sich bislang in der Aussprache nur Menschen äußern, die nicht persönlich diese Biografie erlebt haben.

Folgend erzählt Arne Gattermann von seinem langen passiven Erleben der Geschichte der DDR und dem Gewinn durch persönliche Begegnung, zu der er ermuntert.

Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf berichtet von schönen "Musizierräumen", die durch Chor- und Instrumentenfeste mit Beteiligung aus Ost und West schon lange gelebt werden, und hofft auf deren Fortsetzung nach der Corona-Pandemie.  

Matthias Bartels aus Pommern bemerkt ebenfalls, dass sich vor allem Menschen aus dem ehemaligen Nordelbien zu Wort melden. Er regt ein Seelsorge-Projekt an für Menschen aus der früheren pommerschen Kirche, die nicht nur unter staatlicher, sondern auch unter kirchlicher Repression gelitten hätten, und er berichtet dazu von einem Beispiel.

Brigitte Varchmin kam als Kind mit ihren Eltern aus dem Osten in den Westen und spricht auf sehr berührende Weise über den Bericht, der in ihr viele Erinnerungen weckt.

Propst Markus Antonioli beschreibt die Spannung vieler Menschen in der Kirche der früheren DDR: zwischen dem Bonhoefferschen Widerstand und Ergebung habe es auch Verrat und Sich-Andienen gegeben: "Jeder, der in der DDR gelebt hat, weiß, dass es diesen Spagat gegeben hat. Die Erinnerungen sind auch mit Scham besetzt."

Bernd Michael Kellerhoff erzählt aus seiner eigenen Lebensgeschichte, sein Vater war Landessuperintendent in Penkuhn. Er begrüßt sehr den Anstoß dieser Gesprächsmöglichkeiten.

Die Präses der Synode schließt diesen Teil mit Dank für den eröffneten Gesprächsraum unter den Synodalen, in dem viele Menschen auch ihre eigene Geschichte erzählen können.

10.00 Uhr Biografien und Geschichte(n)

Ein "hervorragendes Beispiel" für erzählte Geschichte ist für Jeremias das "Biografien-Projekt". Es entstand im Kirchenkreis Mecklenburg in Kooperation mit der Nordkirche und dem Bundesland: 148 Porträts von Menschen, die zwischen 1945 und 1990 politisch verfolgt und diskriminiert wurden.

Bischof Tilman Jeremias im Video mit dem Buch zum Biografien-Projekt.
Bischof Tilman Jeremias im Video des Sprengelberichts Mecklenburg und Pommern© Nordkirche / Screenshot (Livestream)

In Pommern erforscht derzeit der Kirchenhistoriker Pastor Dr. Irmfried Garbe in einem nordkirchlichen Projekt die Geschichte der Greifswalder Kirche von 1970 bis 1990. Dazu Bischof Jeremias:

Es geht bei diesen Erzählräumen niemals um Nostalgie. Es geht um unsere eigene Historie in Ost und West, um Freuden und Wunden, Erfolge und Scheitern, Geglücktes und Schuld. Wenn wir diese Historie teilen, einander mitteilen, fallen mutige Schritte in die Zukunft leichter. Wie wir mit unserer Geschichte und mit unseren Geschichten umgehen, entscheidet mit darüber, ob wir heute glaubhaft und überzeugend Kirche leben können.

09.15 Uhr: Bericht des Bischofs aus dem Sprengel Mecklenburg und Pommern

Heilsame Erzählräume über die Vergangenheit öffnen dürfen

Heilsame Zukunft - umstrittene Vergangenheit, um diese Pole kreist der Bericht des Bischofs aus dem Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche. Den Tod der beiden Altbischöfe Christoph Stier (Mecklenburg) und Horst Gienke (Pommern) im Februar 2021 nimmt er zum Anlass, über einen aktiven Umgang mit der Rolle der Kirche zu DDR-Zeiten ins Gespräch zu kommen: "Gesprächsräume zu öffnen, wo bis heute Schweigen herrscht. Die Abschiede von den beiden Altbischöfen haben ans Licht gebracht, wie viele Wunden aus der Vergangenheit noch offen stehen und wie großen Gesprächsbedarf es heute noch an dieser Stelle gibt. Die Vergangenheit und unser Umgang mit ihr prägt hier unsere Gegenwart mit."

Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen

Jeremias hat dazu Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in Mecklenburg, Vorpommern und Brandenburg geführt, daraus entstand ein 50-minütiger Film. Sieben Frauen und Männer von Gartz an der Oder bis Rambow in der Mecklenburgischen Schweiz erzählen, was Kirche für sie zu DDR-Zeiten bedeutet hat. Mit dabei sind der 92-jährige Altbischof Heinrich Rathke, der Schweriner Bürgerrechtler Heiko Lietz und die Greifswalder Redakteurin Christine Senkbeil.

Wenn nicht die Kirche – wer könnte solche Räume öffnen?

Im Film kommen zu Wort:

Christine Senkbeil, Jahrgang 1971
Wolfgang Banditt (64), Gartz an der Oder (Brandenburg)
Änne Lange, (Jg. 1967), Rostock
Pastor i. R. Eckart Hübener (Jg. 1953), Rambow
Pastor Arnold Pett (Jg. 1974), Jarmen
Heiko Lietz (Jg. 1943), Schwerin

Gerade die Nordkirche biete Möglichkeiten des Austauschs: "Wie wäre es zum Beispiel, damals bestehende Partnerschaften zwischen pommerschen und nordelbischen Kirchengemeinden zu revitalisieren und uns einander zu erzählen, was Kirche für uns bedeutet hat? Das Leben als Christinnen und Christen unterscheidet sich diesseits und jenseits der Elbe im Blick auf Vergangenheit und Gegenwart derart, dass wir innerhalb unserer Kirche immer wieder Orte und Zeiten des intensiven Austauschs schaffen sollten. Dabei zeigt sich für mich: Für zahlreiche dieser Geschichten hat es eine Generation Abstand gebraucht, damit sie überhaupt erzählt werden können."

"Ebenso benötigen wir diesen Austausch auch noch verstärkt zwischen Mecklenburg und Pommern. Die unterschiedlichen staatskirchenpolitischen Maximen zu DDR-Zeiten sind für manche bis heute Hinderungsgrund, aufeinander zuzugehen. Lasst uns an dieser Stelle Ängste abbauen und einander offene Ohren schenken dafür, was uns bewegt hat und heute bewegt!"

Änne Lange, Jahrgang 1967, Rostock

Änne Lange beim Filmdreh in Rostock.
Änne Lange beim Filmdreh in Rostock. © Annette Klinkhardt

"Ich war in unserer Dorfschule das einzige Pastorenkind und habe mich immer als Außenseiterin gefühlt. Als Kind bist du in solchen Situationen völlig sprachlos.“ – Änne Lange studierte Biologie, arbeitete aber von Anfang an in der Kirche. Ab 1988 engagierte sie sich im Arbeitskreis Umwelt der Rostocker St. Petri-Nikolai-Gemeinde. Nachdem 1989 in Leipzig etliche Demonstranten verhaftet worden waren, lud sie mit Gleichgesinnten zu Fürbittgebeten in die St. Petrikirche. Von dort aus entstanden Friedensgebete in ganz Rostock:

Kirche in der DDR war so etwas wie ein Freiraum. Es gab keinen anderen Raum, wo man sich politisch frei äußern konnte.

Änne Lange

Pastor i. R. Eckart Hübener (Jg. 1953), Rambow

Pastor i. R. Eckart Hübener (Jg. 1953), Rambow.
Eckart Hübener wird zur Rolle der Kirche in der DDR interviewt.© Annette Klinkhardt

Vater und Großvater von Eckart Hübener waren aktiv in der Bekennenden Kirche, sein Großvater kam deswegen ins Gefängnis. Der im Sanitzer Pfarrhaus aufgewachsene Hübener wurde 1981 verhaftet, als er Material der polnischen Solidarnosc n die DDR schmuggeln wollte. 13 Monate saß er im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen und in der Stasi-Haftanstalt Neustrelitz. Danach engagierte sich der Pastor in der aufkommenden Friedensbewegung. Die psychischen Nachwirkungen der Haft zwangen ihn 2002, seinen Beruf aufzugeben. Er berät Betroffene von Systemunrecht und Gewalt in der DDR.

24. April 2021, 9.00 Uhr: Er weckt mich alle Morgen (EG 452) - Morgenandacht

Propst Martin Vetter während der digitalen Morgenandacht.
Propst Martin Vetter während der digitalen Morgenandacht© Nordkirche / Screenshot (Livestream)

Mit einem musikalischen Morgensegen und einer Andacht aus der Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern in Hamburg beginnt der zweite Tagungstag der dritten digitalen Landessynode. Propst Dr. Martin Vetter spricht über eine Pilgerwanderung, die er im vorigen Jahr auf dem Franziskusweg in Italien gemacht hat. Er erzählt von der Andacht, die ein Franziskusbruder dort in einem umbrischen Kloster am Morgen gehalten hat:

Jeder Tag ist neu.
Jeder Tag ist einzigartig.
Jeder Tag ist ein Geschenk.

Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf begleitet die Andacht an der Orgel.
Verantwortlich für Technik und Schnitt des Videos: Sohn David Wulf.

 

Tag 2 der 10. Tagung der II. Landessynode

Wir beenden für heute den Liveticker und wünschen eine gute Nacht, bis morgen früh zum zweiten Synodentag.

21.34 Uhr: Abendsegen von St. Pauli

Sieghard Wilm, Pastor der St. Pauli-Kirche in Hamburg, hält die Abendandacht per Video. Vor der Traditionskneipe "Zum Silbersack", gegründet 1949, spricht er über ein dort aufgesprühtes Graffiti: Kreuz, Herz und Anker – Glaube, Liebe, Hoffnung: "Wir müssen uns raustrauen aus der Kirche", sagt Wilm, "wir wollen die trotzige Hoffnung von Ostern auf den Kiez bringen. Du bist nicht alleine unterwegs, Gott geht mit dir!"  - "You’ll never walk alone" spielt dazu Organistin Tina Schneeweiß an der Orgel der St. Pauli-Kirche.

Noch brennt auf St. Pauli Licht, wenn auch schwächer in Corona-Zeiten.

 

20.30 Uhr: Junge Menschen im Blick – mit Beteiligung der Synodalen

Junge Menschen sind nicht die Zukunft der Kirche. Sie sind die Gegenwart der Kirche!

Malin Seeland

Damit eröffnet die Jugendsynodale Malin Seeland am Abend eine einstündige Beteiligungseinheit des synodalen Ausschusses "Junge Menschen im Blick".

Jugenddelegierte Malin Seeland
Malin Seeland© Michael Ruff, Nordkirche

Nach einer gemeinsamen Session mit einem Mentimeter (Umfragetool) folgt eine Präsentation von Landesjugendpastorin Annika Woydack zur Partizipation von Jugendlichen in der Kirche.

Danach arbeiten die Synodalinnen und Synodalen zu diesen Herausforderungen in nicht-öffentlichen Gruppen weiter.

20.15 Uhr: Stellvertreter*innen gewählt: EKD, VELKD, UEK

Die Landessynode hat in jeweils einem Wahlgang die ersten und zweiten Mitglieder für die Synoden von EKD, VELKD und UEK gewählt, und zwar nacheinander für die Gruppen die Kandidierenden mit meisten bwz. zweitmeisten Stimmen.

Die Präses der Landessynode Ulrike Hillmann gratuliert allen Gewählten und wünscht für die Arbeit Gottes Segen.

Ergebnisse für die EKD- und die VELKD-Synode

für die Gruppe der Ehrenamtlichen:

Erste Stellvertretende:
Jesse Boie (Jugend)
Bettina von Wahl
Prof. Dr. Ingrid Schirmer
Dr. Christiane Eberlein-Riemke
Michael Kühn

Zweite Stellvertretende:
Lisa Mary Hartmann (Jugend)
Ann-Kathrein Gräning
Martin Kruth
Karin Penno-Burmeister
Svenja Stever

für die Gruppe der Pastorinnen und Pastoren

Erste Stellvertretende:
Linda Pinnecke, Hamburg und Lübeck
Margit Wegner, Hamburg und Lübeck
Prof. Dr. Hans-Martin Gutmann, Hamburg und Lübeck

Zweite Stellvertretende:
Dr. Tobias Woydack, Hamburg und Lübeck
Michael Stahl, Hamburg und Lübeck
Andreas Wendt, Schleswig und Holstein

für die Gruppe der Mitarbeitenden

Dr. Ina Bösefeldt, Mecklenburg und Pommern
Stefan Feilcke, Hamburg und Lübeck

Für die Synode der UEK wählte die Landesynode

für die Gruppe der Ehrenamtlichen

Conrad Witt, Mecklenburg und Pommern
Dr. Andreas Ruwe, Mecklenburg und Pommern

für die Gruppe der Pastorinnen und Pastoren

Johannes Staak, Mecklenburg und Pommern
Jens Haverland, Schleswig und Holstein

Mit dem Jahr 2021 beginnt eine neue Legislaturperiode der landesweiten Synoden. Das Team von nordkirche.de gratuliert ebenfalls allen Gewählten herzlich zum stellvertretenden Amt.

18.30 Uhr: Wahlen der stellvertretenden Mitglieder für die Synoden von EKD, VELKD und UEK

Auf ihrer Tagung im November 2020 hat die Landessynode die Mitglieder der Synoden von EKD, VELKD und UEK gewählt, die die Nordkirche in deren Synoden entsendet.

Auf dieser Tagung wählt sie nun die ersten und zweiten stellvertretenden Mitglieder für diese Positionen, insgesamt je fünf Personen aus der Gruppe der Ehrenamtlichen, drei aus der Gruppe der Pastor*innen und eine aus der Gruppe der Mitarbeitenden.

Die Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich per Video oder via Zoom vor.

18.00 Uhr: Die Landessynode bekräftigt die Partnerschaft mit der Süd-Ohio-Synode der ELCA

Christoph Stumpf
Christoph Stumpf, Mitglied der Kirchenleitung, bringt das Kirchengesetz zum Partnerschaftsvertrag zwischen der Süd-Ohio Synod der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika und der Nordkirche ein.© Nordkirche / Screenshot (Livestream)

Prof. Dr. Dr. Christoph Stumpf, Mitglied der Kirchenleitung, führt in den Partnerschaftsvertrag ein. Die Partnerschaft begann bereits in den 80er Jahren, damals zwischen Mecklenburgischen Kirche und der Ohio-Synode. 1991 wurde ein befristeter Partnerschaftsvertrag geschlossen Mit der heutigen Abstimmung soll die Partnerschaft nun 20 Jahre später auf Dauer beschlossen werden.

Dank gilt, so Stumpf, dem Zentrum für Mission und Ökumene und dem Dezernat für Mission und Ökumene im Landeskirchenamts für die Koordination der Partnerschaft und Vorbereitung des Vertrages. Sprengelbischof Tilman Jeremias, Jörn Möller (Ökumene-Referent im ZMÖ), Anne Gidion für das Pastoralkolleg und weitere Synodal*innen begrüßen in eigenen Beiträgen die Bekräftigung der Partnerschaft und hoffen auf persönliche Begegnungen nach dem Ende der Corona-Pandemie.

Das Kirchengesetz zu dem Partnerschaftsvertrag wird in erster Lesung von der Synode mit 112 von 113 Stimmen angenommen. 

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt begrüßt die Bekräftigung der Partnerschaft zwischen der Süd-Ohio Synode (ELCA) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland:

 "Die Verbundenheit mit Christinnen und Christen in rund 30 Partnerkirchen weltweit ist ein großer Schatz unserer Nordkirche. Gerade in Zeiten der Pandemie und des Klimawandels ist deutlich, wie wichtig weltweiter Austausch und Zusammenarbeit für Herausforderungen sind, die die ganze Menschheit betreffen.

In der Partnerschaft mit der Southern Ohio Synode spiegelt sich zudem die Geschichte unserer Kirche: Sie wurde zu DDR-Zeiten von den Beteiligten mit großem persönlichem Einsatz, Einfallsreichtum und auch mit Mut begründet. Die ersten Kontakte wurden bereits Mitte der 1980er Jahre von Mecklenburg aus geknüpft. Als Nordkirche pflegen wir die dabei entstandenen Beziehungen weiter.

Mit der heutigen Verabschiedung des Kirchengesetzes erneuern und bekräftigen wir unseren Willen, die gewachsenen Partnerschaftsbeziehungen weiter mit Leben zu füllen und voneinander zu lernen, z.B. vom sozialdiakonischen Engagement der Süd-Ohio Synode und von der theologischen Bildung und Ausbildung am größten theologischen Seminar der lutherischen Kirche Nordamerikas in der Stadt Columbus, das von der Süd-Ohio-Synode unterhalten wird."

Suzanne Dillahunt mit der Nordkirchendelegation des Zentrums für Mission und Ökumene bei der „Paraphierung“, also Vorunterzeichnung, des Partnerschafts-Vertrags, der der Synode gerade vorliegt.
Bei der "Paraphierung", der Vorunterzeichnung des Vertrags durch diejenigen, die ihn erarbeitet haben. Vorne von links: Bob Abrams (Assistent der Bischöfin), Bischöfin Suzanne Dillahunt, Jörn Möller; hinten von links: Pastor Bill Rauch, Pastorin Betsy Williams; Bischof Tilman Jeremias, Matthias Bohl, Matthias Tuve und Martin Waack

Hintergrund: Die Süd-Ohio-Synode der Evanglisch-Lutherischen Kirche in Amerika

1999 wurde zum ersten Mal eine Partnerschaftsvereinbarung zwischen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und der Süd-Ohio-Synode, Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika abgeschlossen. Diese wurde 2013 mit der Nordkirche erneuert, allerdings befristet. Bei der digitalen Tagung der Synode soll nun auf Wunsch beider Vertragspartner eine unbefristete Partnerschaft beschlossen werden:

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika (ELCA) entstand 1988 aus dem Zusammenschluss von drei bisher selbstständigen lutherischen Kirchen in den USA. Sie hat gut 4,1 Millionen Mitglieder, das zentrale Büro befindet sich in Chicago. Gegliedert ist die ELCA in sogenannte Synoden, die wie Diözesen jeweils von einem Bischof geleitet werden.

Die Süd-Ohio Synode ist eine Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA). Zu ihr gehören 94.000 Gemeindeglieder in 207 Gemeinden. Sitz des Synod-Staff (Kirchenleitung) ist Columbus. Bischöfin ist Rev. Suzanne C. Dillahunt.

Die Partnerschaft begann auf Initiative von Pastor Hans Kasch aus Mecklenburg und von Pastor Larry Hoffsis aus Süd-Ohio im Jahr 1985 – zunächst auf Gemeindeebene.  Nachdem Gemeinden der Propstei Hagenow Partnerbeziehungen zu Gemeinden in Süd-Ohio aufgenommen hatten, kamen im Laufe der Zeit kamen immer mehr Gemeinden aus dem gesamten Gebiet der damaligen mecklenburgischen Landeskirche hinzu.

Nach 1990 wuchs der Austausch, regelmäßig besuchten sich Kirchengemeinden gegenseitig. Auf verschiedenen Gebieten wie Jugendarbeit, Kirchenmusik und Ökumene entdeckte man Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Im Rahmen eines Austauschs wirkten amerikanische Mitarbeitende in deutschen Gemeinden und deutsche Pastor*innen in Ohio. Die letzte Begegnung fand im August 2019 in den USA statt. Bei dieser wurde auch der Partnerschaftsvertrag paraphiert (die Initiatoren des Vertrags drücken ihre billigende Zustimmung aus).

Seit Anfang der 1990er Jahre koordiniert das mecklenburgische Ohio-Komitee die Zusammenarbeit mit der Süd-Ohio-Synode. Das Ohio-Komitee ist inzwischen mit dem Nordamerikaausschuss, der Generalversammlung und dem Missionskonvent des „Zentrums für Mission und Ökumene - Nordkirche weltweit“ vernetzt.

Als Partnerschaft der Nordkirche wird sie vom „Zentrum für Mission und Ökumene - Nordkirche weltweit“ begleitet.

17.30 Uhr: Grüße von Bischöfin Suzanne C. Dillahunt der Ohio-Synode

Bischöfin Rev. Suzanne C. Dillahunt  der Ohio-Synod grüßt per Video die Synode der Nordkirche.

Die Süd-Ohio Synode ist eine Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA). Zu ihr gehören 94.000 Gemeindeglieder in 207 Gemeinden. Sitz des Synod-Staff (Kirchenleitung) ist Columbus.

15.30 Uhr bis 17.30 Uhr:  Ausführliche Diskussion in erster Lesung

Gesetzesänderung, um die Arbeit in Pfarrsprengeln zu erleichtern

Propst Karl-Heinrich Melzer, Kirchenleitungsmitglied und Synodaler, bringt ein Kirchengesetz zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften ein. Ziel der Änderung ist, die gewollte Kooperation von Kirchengemeinden in Pfarrsprengeln, besonders die Zusammenarbeit der Pastorinnen und Pastoren dort, zu erleichtern. Daran gibt es ein wachsendes Interesse. Ebenso stark, so Melzer, ist der Wille, diese Zusammenarbeit handhabbar zu gestalten. Intention des Gesetzes ist, auf diese Weise die Bildung von Pfarrsprengeln in den Kirchenkreisen attraktiver zu  machen, Pastor*innen dadurch aber nicht übermäßig zu belasten.

Propst Karl-Heinrich Melzer.
Propst Dr. Karl-Heinrich Melzer bringt das zweite Kirchengesetz zur Änderung dienstrechtlicher Vorschriften ein.© Nordkirche / Screenshot (Livestream)

Vor allem geht es bei den Änderungen um die Mitgliedschaft der Pfarrpersonen in Kirchengemeinderäten (KGR), um die Wahl von Pastorinnen und Pastoren in ein neues Amt durch dann nur einen Teil des KGR sowie die mögliche Bestätigung im Amt nach zehn Jahren durch dann alle KGRäte des Pfarrsprengels.

Viele Anregungen aus der Gruppe der Pastorinnen und Pastoren sowie der Pastor*innenvertretung wurden in den Entwurf einbezogen, außerdem Hinweise aus Kirchenkreisen und Kirchengemeinderäten.

Kai Greve empfiehlt für den Rechtsausschuss die Annahme des Gesetzes, ebenso Jens Brenne für den Ausschuss für Dienst- und Arbeitsrecht.

Anne Gidion erläutert die Einschätzung der Theologischen Kammer, dass es sich bei diesen Regelungen nicht wesentlich um theologische Fragen handelt, sondern um Ordnungs- und Regelungsfragen. Daher hat die Kammer auf eine Stellungnahme verzichtet.

Die Vorlage und mehrere Änderungsanträge werden von den Synodal*innen ausführlich, kleinteilig und in Teilen kontrovers diskutiert und Nachbesserungsbedarf wird festgestellt. Dennoch wird der Entwurf am Ende in erster Lesung von den Synodal*innen mit 114 Ja-Stimmen von inzwischen insgesamt 129 Anwesenden angenommen. Änderungen sollen bis zur zweiten Lesung am morgigen Sitzungstag eingearbeitet werden.

15.05 Uhr: Vorschläge für Wahlen in Synoden und Ausschüsse

Anja Fährmann bringt die Wahlvorschläge ein.
Anja Fährmann bringt die Wahlvorschläge aus dem Nominierungsausschuss für die Wahl der ersten und zweiten stellvertretenden für die EKD- und VELD-Synode ein.© Nordkirche / Screenshot (Livestream)

Die Synodale und Ausschuss-Vorsitzende Anja Fährmann, stellt die Vorschläge des Nominierungsausschusses für die Kandidierenden für die ersten und zweiten Stellvertreter-Positionen in den bundesweiten Synoden vor. Wahlen sind hier nötig für Synoden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD) sowie für die Synode der Unierten Evangelischen Kirche (UEK). Außerdem müssen stellvertretende Mitglieder für mehrere Ausschüsse nachgewählt werden.

15.00 Uhr: Präliminarien

Die Präses verpflichtet einen Synodalen und einen Jugenddelegierten, die zum erste Mal an einer Tagung teilnehmen.

Von 156 Synodalinnen und Synodalen sind zum Auftakt 117 anwesend. Beschlussfähig ist die Synode bereits mit 78 Anwesenden. 

Sonnenblumen: das Leben behält den Sieg

Der Synodale Jörg Jackisch, Pastor in Kappeln und Fundraising-Referent am Dom Schleswig, freut sich über sein erstes Pflänzchen: 

"Ich hoffe, dass wir noch mutiger aufeinander Rücksicht nehmen, um die Pandemie zu überwinden. Und dabei in allen Sorgen die Schwächsten und von wirklicher Not Betroffenen ebenso wenig vergessen wie diejenigen, die für uns täglich ihr Leben riskieren. Ich hoffe, dass wir das Lachen und den Humor behalten, weil das Leben den Sieg behält. Wenn wir sagen 'fühl dich gedrückt', vertraue ich darauf, dass damit auch gemeint ist: wir sind von Gottes liebender Hand gehalten".

Pastor Jörg Jackisch mit Sonnenblumensprössling
Der Synodale Pastor Jörg Jackisch mit Sonnenblumensprössling© Jörg Jackisch

14.40 Uhr: Herzlich willkommen im digitalen Raum

Präses Ulrike Hillmann begrüßt die Synodalinnen und Synodalen zur dritten digitalen Tagung der Landessynode und dankt allen für ihre engagierte Teilnahme in kräftezehrenden und sorgenvollen Corona-Zeiten, in denen die persönliche Begegnung fehlt: Die Synode der Nordkirche will sich durch die Pandemie und die Mühen einer Tagung im digitalen Raum nicht lähmen lassen, sondern wird in dieser Sondersynode wichtige Themen bearbeiten und Gesetze auf den Weg bringen.

Das Präsidium der Nordkirchen-Synode.
Ein eingespieltes Team: Vizepräses Elke König (v.l.), Präses Ulrike Hillmann und Vizepräses Andreas Hamann© Nordkirche, Elisabeth Most-Werbeck

Ein hoffnungsvoller Blick nach vorne wird symbolisiert durch Sonnenblumensamen und kleine Pflänzchen, die inzwischen daraus erwachsen sind. Vor ein paar Wochen hat das Präsidium die Samen an alle Synodalinnen und Synodalen verschickt. Sie freut sich auf die Sonnenblumen, die im Spätsommer blühen mögen: "Sie sind Zeichen unserer aller Hoffnung auf bessere Zeiten und auf ein persönliches Wiedersehen in nicht allzu ferner Zukunft."

Nichts dauert ewig, auch die Pandemie nicht. Nach dieser Tagung werden wir dem Ende der Pandemie zwei Tage näher gekommen sein.  

Synodenpräses Ulrike Hillmann

Livestream zur Landessynode im Synodenportal der Nordkirche

23. April 2021, 14.00 Uhr:  Beginn der 10. Tagung der II. Landessynode

Maritimer Gottesdienst aus Rostock und Hamburg

Seemannspastor Matthias Ristau und das Team der Seemannsmission halten den Gottesdienst. Stellvertretend für die acht Vereine der deutschen Seemannsmission in der Nordkirche wurde er in Rostock und Hamburg aufgezeichnet.

Bitte um die Kollekte für den Notfallfonds der kiribatischen Seeleute

Spenden können Sie hier: 
duckdalben.de/spenden/kiribati/

Wir bitten um Spenden für die rund 70 kiribatischen Seemänner, von denen viele monatelang in Hamburg gestrandet waren und die jetzt in ihrer Heimat vor großen Problemen stehen.

Vor allem geht es um die Familie des in der Quarantäne plötzlich verstorbenen Seemanns. Er war zum Zeitpunkt seines Todes bereits in Kiribati. Deshalb gilt sein Vertrag als beendet und die Familie bekommt kein Geld von der Versicherung. Ob die Regierung etwas zahlt ist ungewiss, obwohl sie für die Quarantäne unter schrecklichen Bedingungen verantwortlich war.

Aber auch für die Zukunft der anderen ist ungewiss. Wir möchten in Einzelfällen helfen und  ebenfalls die Organisation der Seeleute unterstützen, damit sie sich gemeinsam für ihre Zukunft einsetzen können.

Maritim fernab vom Klischee. Die Predigt darüber halten im Dialog Antonio Ablon, ökumenischer Mitarbeiter im Zentrum für Mission und Ökumene sowie im Seemannspfarramt,  und Seemannspastor Matthias Ristau. Sie geben Einblicke in die harte Realität der Seeleute. Diese war schon vor der Corona-Pandemie schwer genug, seitdem ist sie noch härter geworden.

Musik von den Philippinen und aus Kiribati

Die Musik im Gottesdienst kommt von den Philippinen und aus Kiribati. June Mark Yañez, diakonisch sozialer Mitarbeiter der Deutschen Seemannsmission Rostock, singt zur Gitarre. Wir hören den Chor der kiribatischen Seeleute, die in dieser Woche nach mehrwöchiger Rückreise und Quarantäne endlich wieder bei ihren Familien auf Kiribati sind.

Damit beginnt die 1. Sondertagung der II. Landessynode der Nordkirche.

Der Seefahrer-Psalm

Die mit den Schiffen auf dem Meere fuhren und trieben ihren Handel auf großen Wassern, die des Herrn Werke erfahren haben und seine Wunder im Meer, wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhob, und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund sanken, dass ihre Seele vor Angst verzagte, dass sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wussten keinen Rat mehr, die dann zum Herrn schrien in ihrer Not und er führte sie aus ihren Ängsten und stillte das Ungewitter, dass die Wellen sich legten und sie froh waren, dass es still geworden war und er sie zum ersehnten Hafen brachte:

Die sollen dem Herrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, und ihn in der Gemeinde preise und bei den Alten rühmen.

Aus Psalm 107, Verse 23 bis 32

 

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